Archiv für den Monat August 2012

Nähcafe

Esther Weinberger ist eine Designerin, die mit „abgelegter“ Mode arbeitet. Sie bietet auch in ihren sogenannten Nähcafes an, mit einem gemeinsam altes mitgebrachtes Gewand umzudesignen.

So ein Nähcafe findet morgen wieder statt, und zwar in der Neulechenfelderstraße 6-8, ab 18.00h.

Wenn ich bis dahin nicht umgefallen bin vor Müdigkeit (die letzten Nacht war migränetechnisch um einiges zu kurz), werd ich vorbeischauen. Bin noch am Überlegen, was ich mitbringen soll….. hab da so einige Kandidaten, die darauf warten, dass ich wieder reinpass – vielleicht lassen sich zwei davon ja kombinieren?

 

 

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„Mode-Erfahrungen abonnieren“

Ich war gestern insgesamt über drei Stunden mit dem Zug unterwegs – wie gestern schon beschrieben, vorher kurz Zeit am Westbahnhof. Und wie immer, wie das Amen im Gebet, und wenn ich drei Bücher eingesteckt hab, eine Zeitschrift muss sein. Ich brauch das Blättern, das Schauen, die kurzen Geschichten.

So auch diesmal. Und in einer Zeitschrift mit einem weiblichen Vornamen (soviele gibt es da inzwischen gar nicht mehr, habe ich festgestellt) ein Interview mit Michael Schragger gelesen. Dieser Herr Schragger ist seines Zeichens „Experte für Nachhaltigkeit und Gründer der Sustainable Fashion Academy. Der Amerikaner lebt in Stockholm und berät Mode-Unternehmen in ganz Skandinavien, darunter H&M, Fjällräven und Filippa K.“

Und der Mann sagt spannende Sachen. Beispielsweise, dass einem, wenn man neue Kleidung haben will, in der man sich attraktiv fühlen will, es plötzlich völlig wurscht ist, ob diese Kleidung aus Bio-Baumwolle ist oder nicht (was halt leider leider die diversen Studien, wonach nachhaltige Mode auf dem Vormarsch ist, bissl weniger glaubhaft macht. Nachhaltige Mode ist schon auf dem Vormarsch, aber ich sehe grad, dass das leider in dem erwünschten Tempo nicht ganz so leicht geht, wie man glauben könnte, wenn man sich auch nur ein bissl mit der Thematik beschäftigt…). Und er sagt, dass es einem immer noch schwer gemacht wird, in den meisten Shops ökologisch zu handeln.

Ganz grundsätzlich klingt der Mann sehr sympathisch. Auch, was er über die Veränderung des Konsums in Zukunft sagt – wir werdens uns nämlich nicht mehr leisten können. Und weniger shoppen.

Und jetzt kommts, der Herr Schragger liefert eine Idee, von der ich einerseits restlos begeistert bin, andererseits ….. grausts mir ein bissl. Er schlägt vor, „Mode-Erfahrungen zu abonnieren“.

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Dabei sein ist alles?

Schaut ihr auch grad Olympia? Ich bin ja immer wieder beeindruckt, nicht nur vom Herrn Bolt, sondern auch von mir bisher unbekannten Sportarten wie Dreisprung. Sehr interessant auch Diskus- oder Hammerwurf der Damen – bei einigen könnte ich in der Dämmerung wohl nicht gleich feststellen, ob es sich wirklich um eine Dame handelt. Kurz: Zur Hirnabschaltung zwischendurch rennt bei uns Olympia. Schade nur, dass mein hochgeschätzter Nachbar die Quali im Wasserspringen nicht geschafft hat, dem hätt ich alle verfügbaren Daumen gehalten.

Aber, worauf ich hinaus will: Dass dieses positive, friedliche, komplett durchvermarktete Image so mirnixdirnix nicht machbar ist, wird jeder feststellen, der eins und eins zusammenzählt. Die Clean Clothes Kampagne hat da noch etwas weitergeschaut und einen Bericht über die Arbeitsbedingungen in den Zulieferfirmen, die Produkte wie etwa Merchandiseartikel herstellen.

Wenig überraschend: Der Bericht liest sich nicht wirklich positiv. Das Sprichwort „Dabei sein ist alles“ bekommt einen sehr schalen Beigeschmack – die Fabriksbosse sind da wirklich anscheinend um JEDEN Preis dabei. Und auf Kosten der Rechte ihrer ArbeiterInnen….
Ein Klick auf den Screenshot bringt euch direkt zu dem Bericht:

(c) cleanclothes.at // Screenshot

(c) cleanclothes.at // Screenshot

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Selbsttest, mal wieder

Hatte heute früh etwas Zeit, bevor mein Zug gen Westen ging. Darum hab ich mich am Westbahnhof mal wieder einem Selbsttest unterzogen und bin in verschiedenste Fetzengeschäfte rein, hab einzelne Kleidungsstücke angeschaut, den Preis begutachtet, ganz so wie früher.

Nur mit dem Unterschied, dass mich kein einziges Teil angemacht hat, während ich früher fast schon mit dem Gedanken „Ich muss was finden“ derartige Unternehmungen startete.

(c) nunette colour

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Sogar beim bunten Spanier war ich drin. Nicht ein einziges Teil hat mich angemacht.

(c) nunette colour

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Netzwerk Faire Mode und die Clubmeisterin

Ich muss euch heut einen wirklich coolen Blog ans Herz legen: Das Netzwerk faire Mode.

netzwerk faire mode / screenshot

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Die Website bildet einen echt tollen Überblick, was in der „Szene“ grad abgeht, und liefert immer wieder mal spannende Geschichten. Ich selbst hab heut keine Zeit zum Nachlesen (und Bloggen), die Arbeit ruft recht intensiv nach mir. Und eigentlich wollte ich euch ja heute einen Erfolg des Wochenendes, eine selbstgenähte Knotzhose, zeigen. Nachdem ich den Tag gestern bei 36 Grad jedoch stundenlang in einer Schottergrube golfend verbrachte (und mich nun Clubmeisterin 2012 dieser Sportart schimpfen darf), lag ich ab 19.30h jedoch nur noch wie eine erschlagene Fliege am Sofa und sah großen Männern beim schnell Laufen zu, anstatt an meiner Nähmaschine zu sitzen und produktiv zu sein. Kommt noch. Bald.

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„Kleidung, Bücher, Lampen, Stiefel.“ oder: Der Stehlampenknall

Ich sollte grad wirklich richtig brav sparen, um mir die Fachhochschule länger als nur ein Jahr leisten zu können. Drum fahr ich nicht mit nach München aufs Tenacious D-Konzert (sorry Katrin, aber wir sehen uns eh Ende September 😉 ), drum gehe ich auch nicht auf das Konzert in zwei Wochen, wo die Vorband grandioser ist als der Hauptact, drum bestelle ich Rezensionsexemplare und verbinde meinen Lesewahn gleich mal mit Arbeit. Drum war der Urlaub dieses Jahr ein recht günstiger, damit das Urlaubsgeld schnurstraks aufs Sparkonto wandert.

Doch dann schwächle ich wieder, so wie gestern. Nicht nur, dass es mich nach dem bunten Kauf nochmal in den Laden gezogen hat, um weitere Bügel- und Nähgadgets zu kaufen (28 Euronen), bin ich kurz danach auch beim Komolka eingefallen, obwohl ich weiß, dass der sehr teuer ist, und hab für einen Kreidenstift und einen halben Meter Stoff 13 Euro dortlassen. Beides jetzt nicht soooo tragisch. Doch dann sah ich SIE.

(c) solebich.de

(c) solebich.de

Sie starrte mich in einem Online-Store an. Weiterlesen

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Die Lieblingsshow

screenshot

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Ich hab sie immer schon mögen, die Show. Lange, bevor ich selbst auch nur im Entferntesten dran dachte, selbst etwas zu nähen. Project Runway. 10 Designer treten im Contest gegeneinander an, jede Woche gibt es noch absurdere Challenges. Und trotzdem kommen regelmäßig richtig coole Kleidungsstücke raus. Ich hab wirklich nicht viel mit High Fashion am Hut, aber den Designern beim Entwerfen, Nähen und Herumzicken zuzuschauen, ist für mich ein wirklich gelungener TV-Abend… Der einzige Nachteil: Die Moderatorin, eine gewisse Heidi K. – deren Job es ist, natürlich zu wirken. Und die es regelmäßig schafft, künstlicher als ihr Alter Ego im Wachsfigurenkabinett zu wirken. Leider. Die nervt.

Die aktuelle, 10. Staffel hat vor kurzem begonnen – und ich hab da so meine Quellen, sie mir anzusehen. Tirili! Ich freu mich jetzt schon auf die Folgen, die ich mir anschauen werde, wenn es draußen zu herbsteln beginnt und nimmer so schön ist.

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Selektive Wahrnehmung – yes I can!

Da fahr ich täglich durch die Stadt, fahr öfter mal am Museumsquartier vorbei, sehe immer wieder diese besonnenbrandeten Plakate, und halte es für eine Theaterstückankündigung. Dabei gings da um den Summer of Fashion – und ich nicht dabei. Soviel zu selektiver Wahrnehmung – yes I can!

Dass ich den Flohmarkt der Modebloggerinnen verpasst habe, macht mich jetzt nicht sooo unfroh – einerseits wär das sicherlich verführerisch gewesen, andererseits hätt mir sicher kaum was gepasst. Aber dass ich diese Diskussion versäumt habe, nervt mich dann doch etwas. Es scheint da aber einen zweiten Teil zu geben – den ich auf keinen Fall verpassen werde. Anyone in?

Für ganz Spontane (ich bin anderweitig verplant): Das da beginnt in ein paar Stunden….

Hier gibt es den Gesamtüberblick

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Massentrend?

Ich mein, ich weiß eh – den Trend hat jetzt keine von uns erfunden. Aber: Bist du narrisch, nähen ist ja echt wieder im Trend! Zuerst habe ich gedacht, dass ich das nur so seh, weil ich mich mehr mit dem Thema beschäftige – so quasi selbst in die Szene eintauche. Nur derzeit wirkt das eher genau andersrum auf mich: Da bewegt sich grad gewaltig was in Richtung Massenöffentlichkeit. Gut, dass der Tchibo grad übergeht vor Näh-Zubehörartikeln (und ich auch nicht widerstehen konnte, alles so schön bunt….), das spielts zwei, dreimal im Jahr. Aber dass beim Merkur eine Singernähmaschine im Angebot um unter 200 Euro ist, das hat mich dann doch überrascht. War das immer so und ich habs einfach nicht gesehen, weil grandios selektive Wahrnehmung? Oder tut sich da echt grad was in Sachen Massentrend Nähen?

(c) nunette colour

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Absurde Realität im Textilhandel

Bevor ich mich Richtung Risottokocherei bei 30 Grad Außentemperatur verabschiede (für Gusto auf Zitronenrisotto schwitze ich gern), muss ich euch hier den neuesten Beitrag von Nukimama reinkopieren. Die Frau ist „Insiderin“, arbeitet in der Modebranche, und bringt den Sale-Wahnsin wunderschön auf den Punkt (sie hat übrigens auch eine geniale schriftliche Ausdrucksweise und könnte ruhig öfter bloggen, wobei, in letzter Zeit ist sie eh ganz brav 😉 ).

Ich wundere mich, dass ich mich wundere. Schließlich sitz ich ja berufsbedingt direkt mittendrin und kriege die Diskussionen unmittelbar mit. Aber trotzdem tu’ ich mir immer wieder auch nach 20 Jahren in der Branche schwer, das zu begreifen:

Im Textilhandel werden alle Entscheidungsträger spätestens Ende Mai (wo der normale Konsument gerade mal die ersten Sonnenstrahlen auf die winterbleichen Haxen hat scheinen lassen) ganz nervös, wenn die Abverkaufsquoten der Sommer(!)ware nicht stimmen, rutschen nervös auf ihren Sesseln herum und planen jedes Jahr aufs Neue die gleiche teure Rabattschlacht, die allerspätestens Mitte Juni den geschätzten Kunden überrennt. Der – nicht blöd – Weiterlesen

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