Archiv des Autors: nunette

Projekt März beendet im November

Sehr müde, sehr glücklich hab ich es heut endgültig fertigbekommen – mein großes Pulloverprojekt. Groß triffts, ich hab ein Zelt gestrickt. Aber ein soooo gemütliches Zelt, ich mag ihn das Wochenende gar nimmer ausziehen.

(c) nunette colour

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Und das Beste: Er hat keine zwei Kilo und ist einfach nur kuschelig! 🙂

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Französischer Wutausbruch

Kürzlich habe ich mir zwei Ausgaben der Textilwirtschaft zusenden lassen. Spannendes Branchenmagazin – doch bereits in den ersten Seiten hat es mir ein paarmal fast den Vogel rausgehaut. Mir ist völlig klar, dass viele viele VIELE Unternehmen komplett auf Nachhaltigkeit, faire Beschaffung und Öko-Stoffe pfeifen, sie müssen ja nicht, aber dass da so mirnixdirnix steht, dass Esprit noch mehr Geld braucht für eine Neuausrichtung, damit sie wieder mehr als 500 Millionen Euro einnehmen  ist hart. Unmittelbar im nächsten Satz hakts dann bei meiner Milchmädchenrechnung (aber ich hab wirklich keinen Tau in solchen rechnerischen Wirtschaftsdingen, das geb ich zu) – Ausgeben will Esprit dafür 1,7 Milliarden Euro, davon 670 Millionen nur ins Brandbuilding investieren.

Das sind Summen, unfassbar! Für den Insider sinds wahrscheinlich Peanuts, aber Nunu Normalverbraucherin legts da einfach die Ohren an. Die tun das, um Fetzen für 30, 40 Euro zu verkaufen. Und was ich noch viel ärger finde: Es wird anscheinend überhaupt nicht auf bio und fair geachtet, nichtmal jetzt, wo es echt schon so ein Trend ist, springen die nicht auf. Ergo beziehen sie ihre Produkte wahrscheinlich nochmal um eine Stange billiger als jene, die sehr wohl aus fairen Bioproduktionen beziehen.

Eine ihrer Zulieferfirmen dürfte kürzlich in die Schlagzeilen geraten sein, weil die ArbeiterInnen nicht bezahlt wurden, Klagen anhängig sind usw. Und was hat Esprit im Pressebereich von esprit.at dazu zu sagen?

Esprit legt Wert auf die Feststellung, dass es sich in seiner Geschäftsbeziehung mit Li & Fung bezüglich Hey Tekstil stets angemessen und gesetzeskonform verhalten hat. Die finanziellen Schwierigkeiten von Hey Tekstil empfindet Esprit als besorgniserregend, besonders ihre Auswirkungen auf die Lage der ehemaligen Angestellten dieses Unternehmens.

Als eine börsennotierte Aktiengesellschaft und unter Berücksichtigung des türkischen Rechts hat Esprit jedoch keine Handhabe, in diesen Vorgang einzugreifen. Esprit befürwortet eine gesetzeskonforme, faire und gerechte Einigung zugunsten der betroffenen Arbeiter.

Esprit stellt im Übrigen durch eine regelmäßige Überprüfung seiner Zulieferer sicher, dass in seiner weltweiten Wertschöpfungskette die jeweils regional einschlägigen Beschäftigungsgesetze eingehalten werden.

Erstens: Blaaah. Zweitens: Mir als Pressesprecherin tut dieser Pressetext fast schon körperlich weh, gestelzt und gespreizt, wie der geschrieben ist. Drittens: Blaaaahhh!!!!

Vielleicht reicht mein Horizont in Sachen Finanzen auch nicht weit genug, aber solche Unmengen zu investieren, um ein stärkeres Markenbranding zu erreichen, und – wie es scheint – beinahe komplett auf Nachhaltigkeit zu pfeifen (außer: wui, Recycling-Bikinis!), das liegt so derartig weit außerhalb der Gutmenschenblase, in der ich manchmal lebe, dass mir schlecht werden könnte.

Und damit ich Esprit endgültig zu meiner persönlichen Un-Marke mache: Im Onlineshop kann man sich anzeigen lassen, welche Produkte „heute neu“ eingetroffen sind. Heute, Samstag, 17.11., sind das 43. DREIUNDVIERZIG an EINEM Tag. Rennt das wirklich täglich so? Und finde nur ich das absolut pervers?! Abgesehen von der ganze Überproduktion, den Produktionsverhältnissen usw: Wer soll denn da noch nachkommen?!?

 

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Prominente Verlinkungen

Wer kann sich noch an meinen Stöckl-Auftritt erinnern? Das war der ORF-Auftritt, der mir nicht peinlich war. Nicht nur die Diskussion hatte Niveau, auch die weiteren eingeladenen Gäste waren sehr sehr sehr leiwand.

Eine davon war die Schauspielerin Lilian Klebow. Die auch bloggt.

Und die Gute hat mich nicht nur im Beitrag, sondern gleich mal in ihrer Linkliste vorgestellt – ich freu mich!! Und liebe Lilian: Inzwischen bin ich sogar zur SOKO-Donau-Schauerin geworden, einfach nur aus Neugierde, was du da so beruflich machst 😉

Und übrigens, nur so nebenbei: Lust auf Party? Heut abend gibts im WUK 30 Jahre GLOBAL 2000 – samt Modenschau einer Second-Hand-Umgestylt-von-der-Herbststraße-Kollektion! Werbeeinschaltung beendet, heut Abend wird gefeiert!

 

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Stopp mit den Entschuldigungen!

Spannend, wieviele Leute mir derzeit erzählen, was sie sich nicht tolles Neues gekauft haben, und sich direkt im Anschluss dafür entschuldigen. Die einen sagen: „Mah, sorry, ich reib dir das unter die Nase und du darfst ja nicht.“ Das find ich zwar sehr nett, ist aber egal – meistens. Weil was wär ich denn für eine Freundin, würd ich meinen FreundInnen ihre neuen Dinge nicht gönnen?

Die anderen sagen: „Tschulligung, ich weiß eeeeeeeeh, ist vom Textilschweden“ oder von einer anderen konventionell herstellenden Kette. Und entweder sie flüchten sich in Ausreden, warum das eigentlich eh nicht so schlecht ist und sie auf gaaanz andere Sachen schauen und das schon so passt, oder sie meinen mit schlechtem Gewissen, sie wüssten eh, wie es besser geht. Auch das ist wahnsinnig nett mir gegenüber, aber nicht nötig. Ich will hier ja nicht missionieren, sondern nur dokumentieren, wie sich meine Perspektiven verschieben! Sonst nix…

Also: Es liegt bei jedem und jeder selbst, ein kritischer Konsument zu werden. Vor mir, nur weil ich an Logorrhöe leiden und pemanent Bla von mir gebe, gibts nix zu beweisen.

Nur der Evelyn, der hab ich gestern angedroht, dass ich das nächste Mal ein Bühnengewand für sie nähe, bevor sie wieder Massenbestellungen bei Zalando macht 😉 Achja, Blogmissbrauch: Evelyn. Tolle Frau, Wahnsinnsstimme, und endlich mal an der Reihe, durchzubrechen. Oder wie das heißt. Wurscht. Evelyn ist toll – auch mit Zalandokleid. Überzeugt euch einfach selbst.

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Plan B: Strickoma werden!

Hach, danke liebe Katrin. Seit ein paar Tagen weiß ich, wie ich mir mal meine Pension auffetten werde – ich werde zur Auftrags-Strick-Oma bei myoma.de! Tolles Konzept – man bestellt sich Hauben, Schals, Handschuhe, und bekommt gleich mitgeliefert, wer das Teil gestrickt hat.

Und weil ich grad sehr wenig Zeit habe und nicht nur um kurz nach fünf grad mal Mittagspause mache (damit das vielleicht doch noch was wird mit einer gscheiten Pension…), sondern noch soooo eine Liste abzuarbeiten hab vorm Abendtermin, lass ich die von MyOma.de mal selbst sprechen:

Hier trifft traditionelles Handwerk auf Mode. Stöbern Sie in unseren Kollektionen und finden Sie Ihr Lieblingsprodukt. Lernen Sie außerdem unsere Strickerinnen kennen, die ganz unter dem Motto von Oma Christel: «Die Nadel darf nicht rosten» individuelle Sachen für Sie anfertigen. Unsere Strick-Omas beherrschen und lieben ihr Handwerk seit Jahrzehnten – und das sieht man auch!

Mit dem sozialen Projekt MyOma möchten wir die ältere Generation unterstützen und ihnen eine Aufgabe geben, die Spaß macht und gleichzeitig die Rente aufbessert. Wir von MyOma sind der Meinung, dass Lebenserfahrung sowie das Wissen und Können von älteren Menschen eine Bereicherung für die Gesellschaft darstellt, die genutzt werden sollte. Mit MyOma möchten wir eine Gemeinschaft schaffen, in der sich unsere „Strickomas“ wohl und gebraucht fühlen. Jede Oma wird selbstverständlich pro Strick- oder Häkelauftrag entlohnt und entscheidet selbst, was und wie viel sie stricken möchte. Jeder, der sich für ein MyOma-Produkt entscheidet, unterstützt somit auch eine Oma.

Hach, das Internet ist doch eine tolle Sache – es ermöglicht auf so viele Weisen, konventionelle Massenproduktion zu umgehen. Gefällt mir!!

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Und es wurde wirklich ein Zelt…

Mein bisher teuerstes selbstgemachtes Teil ist – in provisorisch zusammengehefteter Form – fast fertig, der Kragen muss noch drangestrickt werden. Und es ist WIRKLICH ein Zelt geworden, breiter als lang, obwohl ich nichtmal ganz am Rand zusammengeheftet habe. So gerne ich beim Nähen und Stricken freestyle, und so sehr ich Genauigkeiten und Anleitungen und Blaaaa hasse, vielleicht sollt ich mich doch vielleicht mal dran halten, welche Wollart angegeben ist, wieviel Maschen angegeben sind und dass die Längenangaben sehr wohl stimmen. Siehe Ärmel – die sind beim Kettenhemd auch um eine volle Handfläche zu lang geworden.

(c) nunette colour

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Ich mag den Pulli trotzdem sehr – er ist warm, gemütlich, und über einem engen Kleid samt grauen – seufz – Boots sicher supercool. Tirili, stolzbin! Jetzt, wo ich schon ganze zwei Pullis, mit denen ich mich auch wirklich auf die Straße trauen würde, geschafft hab, gibts keine Grenzen mehr. Irgendwann hat man auch genug Hauben und Schals…

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Quadratisch, praktisch, gut! So hätte er aussehen sollen – mit einem drangestrickten Kragen wird er ihm dann eh noch ähnlicher…

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Ballaststoffe

Gesundheitlich grad nicht auf der Höhe blieb ich heute zuhause. Und hatte einen Anfall von „Ich hab zuviel Zeug, das muss weg!“. Nachdem diese Anfälle bei mir relativ selten sind und außerdem immer sehr schnell verfliegen, musste ich diesen Moment ausnutzen.

Das Ergebnis von heißen 15 Minuten (!) Räumerei:

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Die zwei unteren Regale von einem halben Meter Pax und zwei Kommodenladen fehlen da noch, außerdem noch Taschen und Schuhe. In diesen Säcken ist nur Zeug drinnen, das ich mit sehr wenigen Ausnahmen ungelogen seit Jahren nicht mehr anhatte.

Nun folgen – meiner Motivation entsprechend wahrscheinlich in größeren Zeitabständen – folgende Schritte:

  • Den Rest auch noch ausmisten
  • Das Ausgemistete nochmal durchschauen, was davon ich eventuell umnähen kann
  • Das Ausgemistete auf Tauschbares durchschauen
  • Meine Nähgirls Aniger und Ena einladen, auf dass sie sich Sachen raussuchen (Ena, die Strickpullis sind dein – ich hoff, du peilst grün/blau-Töne an, dann hast gute Chancen bei mir)
  • Und der Rest wird wohl bei der Klamottenkunst landen, wenn sie es haben will…. Socken landen bei Steinwidder und recht „männlich“ geschnittene Wollhosen landen bei Milch. 

Irgendwie fühl ich mich leichter….

PS: Ja, das weiße Kleid ist dabei…

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Ja spinn ich denn jetzt komplett?

Gestern Abend habe ich mich so vor mich hin dösend mal wieder auf mein Amsterdam-Wochenende gefreut. Und ich muss zugeben: Waaaaahnsinn, freu ich mich aufs Shoppen. Also jetzt nicht kampfshoppen und mit fünf Sackerln ins Hotel zurück, nein. Aber diese eine Tasche bei Cora Kemperman entgegennehmen. Das wird echt ein Spitzenmoment. Oder endlich das heißersehnte Paar graue Boots finden (von dem hab ich blöderweise so exakt genaue Vorstellungen, dass ich es sowieso nicht finden werde).

Schöner Gedanke gewesen. Aber dann kam sofort die Ernüchterung. Na toll. Dann hab ich mich für ein Jahr Nichtshoppen belohnt, und dann? War irgendwie bitter, der Gedanke, dass das Jahr um ist und dann keine „Herausforderung“ mehr da ist (liebe Kritiker: Ja, auch ich werde mich wiederholt fragen: „Wos woar mei Leistung?“).

Und wenn ich mir die oberen beiden Absätze nochmal durchles, fühl ich mich oberflächlich ohne Ende. Au weia….

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Hessnatur und die Atombombe

Mir wurde ein Mailtext zugespielt, der meine Verwirrung über Hessnatur ins Unermessliche steigen lässt. Sie selbst sind weiterhin um öko und fairtrade bemüht, betreiben – wohl auch aus Schadensbegrenzung – intensives Marketing. Also die Firmenleitung. Einige Mitarbeiter dürften das anders sehen – und vor allem viele Konsumenten.
In der Mail  steht was von Anteilseigner des Fonds, Atombombe und einstweiliger Verfügung. Ich selbst habs im ersten Draft zwar hier im Beitrag zitiert, aber ehrlich gesagt ist mir das dann doch zu heiß…

So, wie sich das liest, bin ich über meinen Cardigan nicht allzu glücklich. Gut, hätt ich vorher auch wissen können. Da war der Wunsch nach was Neuem wohl vordergründig, böse Nunu. Aber auch wenn ich persönlich immer noch kein Bild von der Situation habe, da ich das Gefühl habe, ich bekomme von beiden Seiten sehr einseitige Infos – ich unterstelle jetzt mal nicht, dass sie eingefärbt sind – was da oben in der Mail steht, glaube ich. Ich hab dennoch  immer noch das Gefühl, ich seh den Wald vor lauter Bäumen nicht. Und solange sich das nicht ändert, wird Hessnatur weiterhin nicht auf meiner Kaufempfehlungsliste landen. Ich mein hallo, einstweilige Verfügungen gegen Kundeninitiativen erreichen, das ist schon aus einer Schublade sehr weit unten rausgeholt, liebe Hessnaturalisten.

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Und sie gastbloggt schon wieder

Kann das irgendwie sein, dass ich Ansätze einer Suchtpersönlichkeit habe? Ich habe die leise Vermutung, dass ich nicht nur langsam eine gewisse Strickabhängigkeit entwickle (habe den Waschmaschinen-Feine-Sachen-Reintu-Sack-damit-der-BH-Bügel-nicht-wieder-die-Waschmaschine-ruiniert inzwischen zum Strickzeug-überall-mitnehm-Sack umfunktioniert), sondern auch das Bloggen ist für mich inzwischen fixer Tagesbestandteil. Schreiben, wie mir die Schnauze gewachsen ist. In meiner Branche einfach nur der perfekte Ausgleich. Und drum tu ich es nicht nur hier und hier, sondern gastweise auch nochmal hier.

http://blog.bewusstkaufen.at/artikel/%C3%B6ko-faire-kleidung-shoppen-ja.-wo/

Ta-daaa!

Es steht nicht viel mehr drin als auf meiner neuen „Da kauf ich„-Seite, erreicht aber ein anderes Publikum. Freut mich!

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