Archiv des Autors: nunette

Ausnahme oder nicht?

Tirili, das Gutachten von der Versicherung ist endlich da – ich bekomme für meinen gestohlenen Schmuck den Zeitwert, will ich etwas nachkaufen, und der Preis liegt drüber, bekomme ich auch noch die Differenz (innerhalb von jeweils festgesetzten Werten). Obwohl die meisten Schmuckstücke für mich durch den emotionalen Wert, die sie hatten, nicht ersetzbar sind (und wohl auch nicht ersetzt werden von mir), möchte ich mir das eine oder andere paar Ohrringe dann doch nachkaufen.

Nur: Meine eigenen Regeln besagen ja auch – kein Schmuck!

Was meint ihr?

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(Fast) restlose Begeisterung

Bin grad über eine Design-Innovation gestolpert, die mich ziiiemlich begeistert: CONSTRVCT.

CONSTRVCT ist ein Online-Tool, mit dem man sein Lieblingsfoto in ein Kleidungsstück umarbeiten lassen kann. Jetzt nicht einfach Foto nehmen und auf Shirt drucken im Querformat, sondern so richtig das Foto zu Stoff machen. Es werden  doppelgestrickter Jersey aus Biobaumwolle und industrielle Textilfarben verwendet. Der fertige Stoff wird dann in einer Schneiderei mitten in New York City genäht. Allein schon letzteres find ich super – Noch vor wenigen Jahren gab es im sogar danach benannten „Garment District“ in New York Unmengen an Schneidereien, Nähereien und so weiter (falls demnächst mal jemand hinfährt – und mich damit sehr neidisch machen will – zwischen 6th und 9th Ave – also west – und 34th und 42nd Street), die bereits in den Neunzigern reihenweise eingingen, die Rezession der vergangenen Jahre hat den übrig gebliebenen dann meist auch noch den letzten Rest verpasst. Aber ich verplapper mich schon wieder. Zurück zu CONSTRVCT:  Shirt 200 Dollar, Kleid 250.

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Die Selbstmord-Baumwolle

Gestern mal über den ersten Schritt am Weg zum Baumwollshirt nachgelesen: Dem Anbau.

Ich versuch, das hier mal möglichst vereinfacht zusammenzufassen:

Früher: Anbau schwierig, arbeitsintensiv, und der böse Kapselwurm hat sich sehr sehr gern durch die Baumwolle durchgefressen, bevor sie geerntet werden konnte. Die Ergebnisse waren in etwa gleich hoch wie heute, aber damals wie heute reichte das nicht. Die Nachfrage war groß, der Wunsch der Baumwollbauern in Indien nach einer Erhöhung ihres Lebensstandards ebenfalls.

Dann kam Monsanto, der weltweit größte Saatgut- und Pflanzenschutzmittel-Konzern – remember „Agent Orange“? Ja, auch von denen, genauso wie „Roundup“. Viel Spaß beim googlen… Jedenfalls fand Monsanto durch Genmanipulation der Baumwolle ein Saatgut, das resistent gegen den Kapselwurm war.

Pfuh, leiwand? Nix da. Monsanto machte fett Werbung für das viermal so teure Saatgut, das man obendrein nur einmal aussäen konnte und somit jedes Jahr neukaufen musste. So richtig mit wunderschönen Bollywood-Schauspielern und komplett absurden Gewinnversprechungen. Und Indiens Bauern, noch nie so wirklich die Reichsten unter der Sonne, fielen der Reihe nach drauf rein. Viele verschuldeten sich, um größere Felder anzukaufen, um mehr von dem Monsanto-Saatgut anzubauen. Diese Großkopferten hatten schließlich in der Werbung versprochen, dass man locker doppelt so viel ernten könnte – weil einfach der Kapselwurm keinen Riss mehr haben würde.

Doch der gute Kapselwurm ist kein Depperter nicht: Der wurde sehr bald resistent gegen diese gentechnisch veränderte Art der Baumwolle.

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Der Werbeeinschaltungs-Virus

Ok, ein Schuss Koffein später sah die Welt dann schon anders aus. Und ich blickte etwas wacher durch die Gegend. Doch was sah ich? Kaputte Schuhe! Meine heißgeliebten Sandalen fallen auseinander, meine roten, schweineteuren Römersandalen (aus Rom, man muss ja stilecht sein, nicht?) haben beim Zehensteig einen Riss, meine türkisfarbenen Converse sind bei der Ferse drei Zentimeter weit aufgerissen, und von meinen blauen Converse fang ich jetzt mal gar nicht an.

Und dann besitzt das Internet auch noch die Frechheit, mir per-ma-nent Zalandowerbung ins Gesicht zu schmeißen. Wenigstens ist dieses nervige „Haptchuuu“ und auch das noch viel nervigere Kreischen nicht zu hören, aber egal auf welcher Page, ob ORF, Standard, Facebook oder sonstige Nachrichten/Bloggingportale: Überall sind die Einschaltungen zu sehen, die meisten sogar noch personalisiert auf haar-genau die Paar Schuhe, die ich mir zufälligerweise vor ein paar Wochen mal angeschaut habe.

Ich kann gar nicht sagen, wie sehr mich das nervt. Aber andererseits muss ich denen bei Zalando gratulieren:

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Ein ganz ein neues Shoppingerlebnis

Metro, 21.00h – hallenweise Mampf, aber auch sonstiges von Fahrradschläuchen über Autowarnwesten bis hin zu Orchideen und bepackten Schultüten. Pro gefühlt kilometerlangem Gang maximal ein Kunde. Und wir mittendrin, einkaufen für eine Festivität.

Erstens: Ich geh nie wieder einkaufen, ohne mir vorher überlegt zu haben, was ich eigentlich brauche.

Zweitens: Schon gar nicht zum Metro. Heillose Überforderung.

Shopping, das keinen Spaß macht. Zu einer sich sehr seltsam anfühlenden Uhrzeit.

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Nähcafe

Esther Weinberger ist eine Designerin, die mit „abgelegter“ Mode arbeitet. Sie bietet auch in ihren sogenannten Nähcafes an, mit einem gemeinsam altes mitgebrachtes Gewand umzudesignen.

So ein Nähcafe findet morgen wieder statt, und zwar in der Neulechenfelderstraße 6-8, ab 18.00h.

Wenn ich bis dahin nicht umgefallen bin vor Müdigkeit (die letzten Nacht war migränetechnisch um einiges zu kurz), werd ich vorbeischauen. Bin noch am Überlegen, was ich mitbringen soll….. hab da so einige Kandidaten, die darauf warten, dass ich wieder reinpass – vielleicht lassen sich zwei davon ja kombinieren?

 

 

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„Mode-Erfahrungen abonnieren“

Ich war gestern insgesamt über drei Stunden mit dem Zug unterwegs – wie gestern schon beschrieben, vorher kurz Zeit am Westbahnhof. Und wie immer, wie das Amen im Gebet, und wenn ich drei Bücher eingesteckt hab, eine Zeitschrift muss sein. Ich brauch das Blättern, das Schauen, die kurzen Geschichten.

So auch diesmal. Und in einer Zeitschrift mit einem weiblichen Vornamen (soviele gibt es da inzwischen gar nicht mehr, habe ich festgestellt) ein Interview mit Michael Schragger gelesen. Dieser Herr Schragger ist seines Zeichens „Experte für Nachhaltigkeit und Gründer der Sustainable Fashion Academy. Der Amerikaner lebt in Stockholm und berät Mode-Unternehmen in ganz Skandinavien, darunter H&M, Fjällräven und Filippa K.“

Und der Mann sagt spannende Sachen. Beispielsweise, dass einem, wenn man neue Kleidung haben will, in der man sich attraktiv fühlen will, es plötzlich völlig wurscht ist, ob diese Kleidung aus Bio-Baumwolle ist oder nicht (was halt leider leider die diversen Studien, wonach nachhaltige Mode auf dem Vormarsch ist, bissl weniger glaubhaft macht. Nachhaltige Mode ist schon auf dem Vormarsch, aber ich sehe grad, dass das leider in dem erwünschten Tempo nicht ganz so leicht geht, wie man glauben könnte, wenn man sich auch nur ein bissl mit der Thematik beschäftigt…). Und er sagt, dass es einem immer noch schwer gemacht wird, in den meisten Shops ökologisch zu handeln.

Ganz grundsätzlich klingt der Mann sehr sympathisch. Auch, was er über die Veränderung des Konsums in Zukunft sagt – wir werdens uns nämlich nicht mehr leisten können. Und weniger shoppen.

Und jetzt kommts, der Herr Schragger liefert eine Idee, von der ich einerseits restlos begeistert bin, andererseits ….. grausts mir ein bissl. Er schlägt vor, „Mode-Erfahrungen zu abonnieren“.

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Dabei sein ist alles?

Schaut ihr auch grad Olympia? Ich bin ja immer wieder beeindruckt, nicht nur vom Herrn Bolt, sondern auch von mir bisher unbekannten Sportarten wie Dreisprung. Sehr interessant auch Diskus- oder Hammerwurf der Damen – bei einigen könnte ich in der Dämmerung wohl nicht gleich feststellen, ob es sich wirklich um eine Dame handelt. Kurz: Zur Hirnabschaltung zwischendurch rennt bei uns Olympia. Schade nur, dass mein hochgeschätzter Nachbar die Quali im Wasserspringen nicht geschafft hat, dem hätt ich alle verfügbaren Daumen gehalten.

Aber, worauf ich hinaus will: Dass dieses positive, friedliche, komplett durchvermarktete Image so mirnixdirnix nicht machbar ist, wird jeder feststellen, der eins und eins zusammenzählt. Die Clean Clothes Kampagne hat da noch etwas weitergeschaut und einen Bericht über die Arbeitsbedingungen in den Zulieferfirmen, die Produkte wie etwa Merchandiseartikel herstellen.

Wenig überraschend: Der Bericht liest sich nicht wirklich positiv. Das Sprichwort „Dabei sein ist alles“ bekommt einen sehr schalen Beigeschmack – die Fabriksbosse sind da wirklich anscheinend um JEDEN Preis dabei. Und auf Kosten der Rechte ihrer ArbeiterInnen….
Ein Klick auf den Screenshot bringt euch direkt zu dem Bericht:

(c) cleanclothes.at // Screenshot

(c) cleanclothes.at // Screenshot

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Selbsttest, mal wieder

Hatte heute früh etwas Zeit, bevor mein Zug gen Westen ging. Darum hab ich mich am Westbahnhof mal wieder einem Selbsttest unterzogen und bin in verschiedenste Fetzengeschäfte rein, hab einzelne Kleidungsstücke angeschaut, den Preis begutachtet, ganz so wie früher.

Nur mit dem Unterschied, dass mich kein einziges Teil angemacht hat, während ich früher fast schon mit dem Gedanken „Ich muss was finden“ derartige Unternehmungen startete.

(c) nunette colour

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Sogar beim bunten Spanier war ich drin. Nicht ein einziges Teil hat mich angemacht.

(c) nunette colour

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Netzwerk Faire Mode und die Clubmeisterin

Ich muss euch heut einen wirklich coolen Blog ans Herz legen: Das Netzwerk faire Mode.

netzwerk faire mode / screenshot

netzwerk faire mode / screenshot

Die Website bildet einen echt tollen Überblick, was in der „Szene“ grad abgeht, und liefert immer wieder mal spannende Geschichten. Ich selbst hab heut keine Zeit zum Nachlesen (und Bloggen), die Arbeit ruft recht intensiv nach mir. Und eigentlich wollte ich euch ja heute einen Erfolg des Wochenendes, eine selbstgenähte Knotzhose, zeigen. Nachdem ich den Tag gestern bei 36 Grad jedoch stundenlang in einer Schottergrube golfend verbrachte (und mich nun Clubmeisterin 2012 dieser Sportart schimpfen darf), lag ich ab 19.30h jedoch nur noch wie eine erschlagene Fliege am Sofa und sah großen Männern beim schnell Laufen zu, anstatt an meiner Nähmaschine zu sitzen und produktiv zu sein. Kommt noch. Bald.

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