Archiv des Autors: nunette

Das Primark-Kleid: Der Tag danach

Was war denn da bitte los gestern?! Ich poste einen Beitrag, den es in englischer Form seit vier Tagen gibt, und er geht komplett viral – fast 100 mal auf Facebook geteilt. Ich hatte gestern doppelt so viele Klicks wie zu besten ORF.at- oder Spiegel.de-Verlinkungs-Zeiten. Und was mich unfassbar freut: Nicht, weil mein Projekt in einer „Oh wie kann man das nur schaffen“-Tonalität in einem bekannten Medium vorgestellt wurde (nicht falsch verstehen, ich hab mich über jeden dieser Beiträge gefreut und mich unglaublich gebauchpinselt gefühlt!), sondern, weil ich über eine Geschichte berichtete, die einer Britin passiert ist – sie fand in einem Kleid von Primark ein zusätzliches eingenähtes Label, auf dem „Forced to work exhausting hours“ stand. Eine Geschichte, die in einem einzigen Bild zeigt, welch unmenschliche Zustände bei den Billigstproduzenten für Fast Fashion herrschen. So gut, dass sie fast schon perfekt inszeniert wirkt.

Und dazu möchte ich echt nochmal dringend was feststellen: Wenn die Geschichte echt ist, dann sollen sich die, die sie anzweifeln, bitte erstmal eine Runde schämen und mal überlegen, warum wir eigentlich so zynisch geworden sind hier in Westeuropa. Wenn die Geschichte nicht stimmt, dann ist das aber bitte auch scheißegal. Warum? Weil sie gewirkt hat. Sie hat Tausende Menschen in ganz Europa zum Nachdenken gebracht. Wenn es also ein echtes Werk einer asiatischen Näherin ist, dann danke ich ihr aus vollstem Herzen. Sie hat mit einer kleinen Tat genau das Richtige gemacht. Wenn es das Werk einiger Aktivisten ist, dann danke ich ihnen ebenfalls. Weil sie einen Volltreffer gelandet haben.

And now to something completely different. Diese unfassbar vielen Klicks (das Zehnfache zum Durchschnitt!) haben mich dann auch ganz schön unter Zugzwang gebracht. Worüber schreib ich wohl am Tag danach? Ich kann mich nicht entscheiden. Im Angebot hätte ich eine (fast) neuentdeckte Teilzeitupcyclingdesignerin, mein neuestes Projekt mit Garn ausm Strickwerk, oder der spannende Artikel zu Kaufsucht auf gesund.at. Oder die Feststellung, dass ich inzwischen länger diesen Blog betreibe, als ich seit Unitagen durchgehend einen Job gehabt habe (es könnte sein, dass ich in Jobdingen so eine Art Zweijahres-rhythmus habe…) – und er sich immer noch nicht nach Arbeit anfühlt. Und mir glücklicher- und gleichzeitig erschreckenderweise immer noch nicht die Themen ausgegangen sind.

Aber morgen, da schreib ich nix. Da hab ich Geburtstag. Ja! Den ganzen Tag!

Bitte wie kann das sein, dass ich grad mal 25 Tage wieder da bin und schon wieder Fernweh hab? Oder anders formuliert: Warum liegt Wien eigentlich nicht am Meer? Würde meinen Geburtstag gern schwimmend- und schnorchelnderweise verbringen....

Bitte wie kann das sein, dass ich grad mal 25 Tage wieder da bin und schon wieder Fernweh hab? Oder anders formuliert: Warum liegt Wien eigentlich nicht am Meer? Würde meinen Geburtstag gern schwimmend- und schnorchelnderweise verbringen…. Foto: Kreta 2009. Hach, war das schön.

 

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Ein gruseliger Fund im neuen Kleid

Ich bin über das immer besser funktionierende Wiener Fair Fashion – Netzwerk gestern Abend über eine Geschichte gestolpert, bei der es mir kalt den Rücken runter geronnen ist. Eine Frau kaufte sich in England um zehn Pfund (12.5 Euro) bei Primark ein Kleid, und schaut am Abend mal nach der Waschanleitung, und findet ein eingenähtes Label, auf dem Folgendes steht:

„Forced to work exhausting hours“ („Gezwungen, erschöpfende Stunden zu arbeiten“)

Stellt euch mal vor, ihr kauft so ein Kleid (also die von euch, die noch zu Primark gehen 😉 ). Also mir würde eiskalt werden. Wurde der Dame auch.

Screenshot (c) metro.co.uk,  (Picture: Matthew Horwood © WALES NEWS SERVICE)

Screenshot (c) metro.co.uk, (Picture: Matthew Horwood © WALES NEWS SERVICE)

Ich bin WIRKLICH gespannt, wie es jetzt weitergeht. Primark will das Kleid unbedingt haben, um rausfinden zu können, wo es herkommt. Nun ja, brauchen sie es dazu wirklich, oder wollens nur sichergehen, dass die Dame damit nicht weiter an die Medien geht? Ich hoff, sie gibts ihnen nicht, ganz ehrlich. Primark muss imstande sein, auch durch ein abfotografiertes Kleid und deren Labels rauszufinden, wo es produziert wurde – sie habens schließlich in Auftrag gegeben, Himmelnochmal.

Sie selbst hat geschworen, das Kleid nie anzuziehen. Ich frag mich nur, ob sie sich stattdessen halt bei einem anderen FastFashion-Anbieter ein Kleid holt, und es stattdessen trägt, obwohls mit hoher Wahrscheinlichkeit unter ähnlichen Zuständen produziert wurde? Nur dass sie es besser verdrängen kann, weils ja im anderen Kleid nicht drin steht? Ich hoffe nicht. In ihren Zitaten wirkt sie sehr nachdenklich. Ergo darf da schon die Hoffnung keimen: Eine Person aus Bangladesch hat eine Person aus Großbritannien zum Umdenken gebracht. Schön, eigentlich. Und doch so wahnsinnig traurig.

Apropos Primark, apropos Metro: Einerseits schön, dass Primark es schafft, ein Shirt durch die gesamte Produktionskette laufen zu lassen, ohne dass jemandem auffällt, dass beatutiful statt beautiful draufsteht. Noch schöner: Metro haut in den zweiten Satz des Artikels ebenfalls einen Tippfehler rein (oder weiß wer, was afirfming heißt? Ich kenn nur affirming)

Edit: Einige vermuten einen Fake dahinter. Ich denke, selbst wenns einer ist: Es ist wirklich eine gelungene Aktion und schafft Aufmerksamkeit für die, die sonst immer ignoriert werden. 

 

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Die Brigitte, ein ziemlich vergessliches Magazin

Ich muss mich jetzt kurz aufregen. Jetzt, dreiviertel elf am Abend, der Liebste schaut neben mir die Spiele, ich surfe im Netz und lese ein bissl Zeitschrift, wenn ich Surfpause mach. Und ich bin über was gestolpert, was mich leider so nervt, dass ichs jetzt gleich posten muss (eigentlich blöd, könnte den Beitrag für morgen vorbereiten, dann hätt ich keinen Stress. Aber sorry, watt mutt datt mutt).

Also. Drei Player in dieser Geschichte.

Erstens: Sina Trinkwalder. Die Frau hinter manomama, die Frau, die wahrscheinlich sturer ist als mein Bruder, mein Liebster, meine Mama und ich zusammen (das will was heißen! Von den Kallers heißt es, dass sie verstärkte Stirnknochen haben vom vielen stur gegen die Wand rennen…). Und die ein tolles Unternehmen auf die Beine gestellt hat – von null auf 160 (?) Personen, die nach Arbeitslosigkeit wieder einen Job haben. Und die so radikal ökologisch in der Textilproduktion ist, dass ich mich bereits diverse Male mit ihr in die Haare bekommen hab deshalb, weil ich faire Produktion in Entwicklungsländern halt auch gelten lass 😉 Die Brigitte hat jedenfalls mal ein nettes Porträt über sie gemacht.

Zweitens: Wolfgang Grupp. Der Mann hinter trigema. Ebenfalls eine in Deutschland produzierende Textilmarke. Der – sorry – in meinen Augen es zwar mal geschafft hat, an der Produktion in Deutschland seit 1919 festzuhalten, aber kilometerweit hinter Sina ist, was Innovation und Ökologie angeht.  Kurz: Er ist einer von den Guten, aber man muss nicht alle Guten hundertprozentig persönlich gut finden (Sina mögen ja auch nicht alle, was ich so mitbekomm – was sie aber auch recht wenig juckt, wie mir scheint 😉 ). Hier ein spannendes Porträt über ihn.

Drittens: Die Brigitte. Die Zeitschrift. Bei der ich mich seit Monaten frag: Werd ich älter und spießiger oder wird die jünger und besser? Wahrscheinlich eine Mischung aus beidem. Vor zehn Jahren war sie mir noch zu verstaubt, die Frauenzeitschrift. Inzwischen blätter ich ganz gerne durch, und sie ist eine der wenigen Zeitschriften, die ich mir sogar manchmal kauf, um in freien Stunden unter freiem Himmel wenig hirnbelastendes Lesematerial zu haben.

So. Gut. Spulen wir mal zurück. Vor einigen Monaten warb die Brigitte mit riesigen Plakaten. RIESIG. Und unter anderem drauf: Sina Trinkwalder. Hier das Beweisfoto. Das Riesenplakat hing übrigens an der Fassade des Verlags, der die Brigitte rausbringt. Die RedakteurInnen habens also definitiv gesehen.

Und heute seh ich in der Inhaltsangabe der Brigitte (die ich mir gekauft hab, nachdem eine Leserin mich auf den Ökomodeteil hingewiesen hatte, da geht verlässlich in mir der „Datt muss ich mir mal jenauer anschaun“-Modus los) folgendes?!

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Ähm… liebe Brigitte. Wie oben geschrieben, ich mag euch. Ihr habt auch mal über mich geschrieben, und es war ein sehr nettes Interview. Aber seid ihr echt so vergesslich? Schade. Nein, der Herr Grupp ist nicht der einzige Textilhersteller in Deutschland. Ist Grupp nicht schon was Besonderes, weil er es schafft, die seit 1919 in Deutschland angesiedelte Produktion auch wirklich dort zu halten? Das allein ist doch schon eine Leistung, sicherlich. Warum muss er unbedingt der „letzte“ sein? Das mag vor ein paar Jahren noch gestimmt haben, aber jetzt gibts Sina. Das ist übrigens die fesche Dunkelhaarige, die von eurer Verlagswand runtergestrahlt hat.

 

Jaa, ich gebs zu. #teamsina . Ist halt so. ❤

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„No, we have never done that.“

Es ist eng verwoben mit dem aktuellen Report der Clean Clothes Kampagne: Die Erklärung von Bern, eine tolle NGO aus der Schweiz, fordert existenzsichernde, faire Löhne. Zeit wirds nämlich. Sehr spannend dazu auch die von der internationalen Clean Clothes Kampagne gestern gepostete Statusmeldung:

“No, we have never done that.”
— After explaining H&M’s roadmap to a fair living wage, Payal Jain, ’social sutainable responsible‘ from H&M admits H&M never attempted to calculate a concrete amount for a living wage since 1997.

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Auch Flohmärkte kann man schlecht organisieren. Leider.

Na gut, das war wohl nix. Abzüglich der (glücklicherweise vergünstigten) Standmiete und einem eigenen Drei-Euro-Kauf (es war eine kleine Geldbörse. Und sie war türkis. Noch Fragen?) habe ich gestern genau 33 Euro eingenommen, sieben Stück verkauft. Um das Geld wird der Liebste zum Essen eingeladen, der stand am Samstag nämlich brav um acht mit mir auf und führte mich mit meinen vier blauen Ikeasäcken in die Kettenbrückengasse.

Natürlich kann es sein, dass meine Sachen jetzt unverkaufbar hässlich waren, aber es kamen noch ein paar andere Dinge hinzu, die mich etwas traurig machen. Und leider muss ich das jetzt aufschreiben, vielleicht, um konstruktive Anstöße zu geben.

Der letzte Flohmarkt war einfach fantastisch, es war irre viel los, ein einziges Gedränge, gute Musik, lustige Stimmung, alles. Überall standen mobile Kleiderständer, Kisten oder Sessel herum, es fühlte sich ein bissl wie eine Tauschparty unter Freundinnen an, obwohl man sich nicht kannte.

Diesmal war alles anders. Vorgefertigte Gestelle, die Platz für nur wenige Ausstellerinnen boten. Sie sahen zwar sehr stylish aus und wirkten im ersten Moment auch praktisch (bis mir das Gestell gegen Mittag einmal entgegen kam), aber der chaotische Charme war verloren.

flohmarkt

Eine Gastgeberin (nicht Jasmine) war hantig bis dorthinaus, schimpfte herum und spazierte grundsätzlich mit brennender Zigarette in den Nichtraucherbereich zwischen all die Kleidung, die Frauen gehörte, die sie nicht mal kannte. Das Chaos im Vorfeld, ob man am Vortag schon aufbauen durfte oder nicht, hatte so unter Jasmine laut anderen Verkäuferinnen bisher auch noch nicht stattgefunden.

Jasmine jedoch verteidigte uns und war wirklich nett, das Einzige, was mich etwas wunderte, war die Ankündigung eines zeitgleich auf der Kettenbrückengasse stattfindenden Straßenfests – von dem war nämlich weit und breit nix zu sehen. Vom Flohmarkt abgesehen von zwei mit Buntstiften handbemalten A4-Zetteln in den Auslagen des Lomo-Stores allerdings auch nicht (was ich schade find, man hätt ja nur den Flyer ausdrucken und aufhängen brauchen).

Aber am schlimmsten war die Musik. Es waren Trauerklänge, unbeschreiblich. Musik, bei der einem eher danach ist, sich lemminggleich von einer Klippe ins Meer zu stürzen, anstatt fröhlich zu shoppen. Selten wurde mir so sonnenklar wie gestern, was für einen unglaublichen Einfluss Musik auf unser Einkaufsverhalten hat (einige Fast Fashion Anbieter nutzen das ja für sich, allerdings auch nicht wirklich auf die richtige Weise, find ich).

De facto wäre es ein wunderbarer Flohmarkt gewesen, und wenn ich mal wieder genug Gewand zusammenhab, mach ich auch gern wieder mit. Allerdings nicht bei Trauermusik, Zigarettengeruch auf meiner Kleidung und so schlechter Ankündigung im Laden selbst. Jasmine nehm ich weiterhin in Schutz, die hat für Ankünder gesorgt, on- und offline.

Schon klar, es ist langes Wochenende und es war klar, dass nicht so viel los sein würde wie im März. Ich hab nicht damit gerechnet, mehr als 80 Euro zu bekommen für meine Sachen. Auch die Stimmung zwischen uns Mädels in dem großen Verkaufsraum war durchgehend gut. Von Beleidigtsein kann also keine Spur sein, ich möchte mit diesem Beitrag nur bewirken, dass die betreffenden Organisatorinnen beim nächsten Flohmarkt nicht die gleichen Fehler machen. Und potentiellen Verkäuferinnen lege ich den Fashionistas Best Flohmarkt trotzdem ans Herz, wenn die Randbedingungen wieder stimmen, ist es einer der besten und lustigsten Flohmärkte für Frauen in ganz Wien. Ich bin im Endeffekt auch gar nicht bös, dass ich wenig verkauft habe – ein großer Teil meiner Restware wird entweder an Purple Sheep oder die Caritas gehen.

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Woman: Heidi Klum außen, Nunu innen

Wieder so ein mieser Tag, diesmal mehr körperlich als stresstechnisch (wobei das sicherlich zusammenhängt). Aber auch wieder eine Aufheiterung. Eine große. Bistdudeppert, eine sehr große. Es ist ein bissl irre, wenn man sich in voller Größe in der Woman bewundern darf. Also das 29-jährige Ich 😉 So, back to business. Schönen Tag, und nicht vergessen bitte: Ich würde mich sowohl über eine Stimme von euch als auch über einen Besuch freuen!

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American Apparel: Tschau mit au an den sexistischen Chef

Woran ich merke, wie tief ich emotional in dem ganzen Faire-Mode-Thema drinsteck? Ich hab heut einen richtigen Mist-Tag. Dinge, die ich mir für heute vorgenommen hatte, funktionieren nicht, und das, was ich stattdessen machen wollte, hat auch nicht wirklich nach Plan funktioniert. Aber egal. Es gibt solche Tage (an denen man übrigens echt nah am „ich muss online frustshoppen“-Gedanken dran ist. Ich kanns immer noch nachvollziehen. Aber knurrrrr, ich bleib stark).

Aber man kann mich an solchen Tagen echt wunderbar aufheitern. Wie? Dadurch: Dov Charney, dieser sexistische … Mensch, der American Apparel „erfunden“ hat, wurde aus ebendieser Firma rausgeschmissen. Endlich. Weil wegen sexueller Belästigung gegen ihn ermittelt wird – übrigens nicht zum ersten Mal, ist er ab sofort nicht mehr Vorstandsvorsitzender, und ab in einem Monat nicht mehr Präsident und Geschäftsführer. Zack, Breitseite. Vielleicht nicht wirklich unspannendes Detail: Die scheinen nur darauf gewartet zu haben, einen Grund für einen Rauswurf liefern zu können. Ich zitiere den Spiegel.de-Artikel:

American Apparel, dessen Vorgängerunternehmen Charney 1989 gegründet hatte, leidet derzeit unter schwachen Verkäufen und enorm hohen Schulden von mehr als 240 Millionen Dollar. Mit dem Wechsel in der Unternehmensführung habe das Management neue Gespräche mit den Gläubigern aufgenommen, teilte American Apparel mit, es geht um die Verlängerung einer Kreditlinie.

Von der Seite weht der Wind also! Da dürfte der Herr Charney noch ein paar anderen, wirtschaftlich nicht unwichtigen Menschen nicht zu Gesicht gestanden sein. Weg mit der Person, her mit dem Geld. Ist jetzt nicht gerade die feine Englische und gibt Charney möglicherweise die Gelegenheit, das Bauernopfer zu mimen – aber wenn das Bauernopfer gleichzeitig eben ein sexistischer … Mensch ist, kommts halt nicht ungelegen.

Bin ja mal gespannt, wie sich das auf die Kommunikationslinie von American Apparel auswirkt (abgesehen davon, dass sie übrigens genau 46 Biobaumwollprodukte im Angebot haben und ich ihnen das sweatshopfree …. doch, ich muss es ihnen abnehmen, weil ich keine anderweitigen Dinge weiß. Aber ich muss es ihnen nicht unbedingt hundertprozentig glauben. zB. Wie die Stoffe hergestellt werden…).

Nur zur Erklärung, wer hier jetzt zum ersten Mal was von American Apparel liest:

Eine ganz alte Geschichte

Eine etwas jüngere Geschichte, die ist sogar irgendwie lustig.

Dann noch: Eine wirklich schwachsinnige Idee von ihnen, mit der sie aber genau das geschafft haben, was sie wollten: In den Medien sein.

Und dann noch die Geschichte, die mich endgültig stinkend und blubbernd und rauchend sauer gemacht hat.

Tschüss, Herr Charney!

Zur Bebilderung ein paar Screenshots eines Blogs, der so wunderbar die Perspektive von American Apparel aufs Thema „unisex“ auseinandergenommen hat…

Ach ja, Abercrombie & Fitch leidet ja auch gerade….vielleicht wollen die auch ihren CEO loswerden? 🙂

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Ich will immer noch Zalandoblog werden. Und was zu verkaufen hab ich auch.

Heute mal ein Wiederholungspost:

1) Am Samstag ist in der Kettenbrückengasse Flomarkt! Ich bin schon fest am Waschen von meinen Sachen, die ich verkaufe (also hoffentlich). Von Sommer bis Winter, von 40-44, und einiges an Schuhen Größe 41 werd ich im Angebot haben.

fashionistas best

Und das Nette: An diesem Tag ist auf der Kettenbrückengasse Straßenfest. Ich hoffe also auf viele BesucherInnen, die einen Abstecher in den Lomo-Keller machen wollen!

2) Ja, es ist immer noch mein voller Ernst.

Zalando Fashion Blogger Awards 2014

Ich bewerbe mich bei Zalando als Fashionblog des Jahres. Schlicht und einfach, weil ich ein Zeichen setzen will an die Zalandos, dass eben nicht immer nur die „Schauwasichneuesgekaufthabund*kreisch*wiebilligeswar“-Mädels gewinnen. Genaueres hab ich hier schon geschrieben. Obwohl ich selbst nicht sehen kann, wie viele schon für mich abgestimmt haben (Zalando ist da etwas sehr intransparent, hach mei, dabei haben die doch eine CSR-Abteilung, die sollten das doch wissen, das mit der Transparenz und das mit der Authentizität in der Kommunikation), freue ich mich über jede Stimme. Denn irgendwer bei Zalando wird sich das schon anschauen und sich dann hoffentlich seinen Teil denken. Gewinnen jedoch fänd ich noch viel besser. Ob die dann wohl mit kooperieren wollen? 🙂  Am 22. Juni weiß ich hoffentlich mehr, denn da endet die Teilnahmefrist. Also bittebitte votet für mich, wenn ihr die Idee gut findet (müsst ihr nicht, nehm ich niemandem übel), und sagts auch anderen. Danke euch!

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Ich soll ein EcoFashionVictim werden?!

Heut nur kurz (eigentlich ist gestern Abend), weil das Halsweh vom Vormittag inzwischen in Fieber übergegangen ist: Es gibt von Umweltberatung und Lebensministerium eine neue, 108-seitige Broschüre (108 Seiten! „Broschüre“!) über ökologische Mode. Ich bins heute überflogen,  und muss sagen: Definitiv übersichtlich und sehr informativ, aber auch definitiv nichts für Anfänger in Sachen Ökomode.

Ich finds super, dass da gerade soooo viel weitergeht und es bereits so viel Literatur zu dem Thema gibt, beleuchtet aus unterschiedlichsten Blickwinkeln (und juchui, Greenpeace Detox ist in der Broschüre mehrmals zitiert). Da passt diese Broschüre super rein.

Nur einen wunzikleinen Kritikpunkt hab ich. Bei dem Zwischentitel auf Seite 5 rollts mir die Zehennägel hoch (ich habe mir erlaubt, einen Screenshot vom PDF zu machen):

eco fashion victim

Wir sind hier keine Opfer. Und uns selbst zu welchen zu machen, ist im Vergleich mit denen, die die wahren Opfer in der Textilproduktion sind, bissl sehr unfair. Der Ausdruck „Fashion Victim“ ist verdammt apologetisch: „Ich bin halt so ein Opfer, ich kann nicht anders, ich muss shoppen gehen, ich bin der Mode verfallen“ (so interpretier ichs zumindest). Dem ganzen nur ein „Eco“ davorzustellen, find ich kontraproduktiv und … naja. Aber die gesamte Broschüre ist gut, ehrlich! Tolle Recherchegrundlage, um in einzelnen Bereichen tiefer ins Thema einzutauchen, und gleichzeitig selbst schon sehr ausführlich.

 

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Ich hab ein Nähzimmer! Wie dekadent!

Der Liebste, der hat sich im Urlaub ein Eigentor geschossen. Mitten in einem Streit meinte er nämlich, dass ihn mein Chaos zuhause auch nerve. Ja, ich Chaos, er … nicht (Pedant trau ich mich jetzt nicht schreiben, stimmt auch nicht ganz). Und dass ich das halbe Wohnzimmer in Beschlag nehme mit meinen Wollen, Stoffen, Nähmaschinen, Strickmaschinen und sonstigem Pallawatsch. Meine Retourkutsche: „Liebster, du hast ein Arbeitszimmer. Das du seit Ende deiner Ausbildung eigentlich nicht mehr brauchst. Ich hab keins.“

Gesagt, getan, in den letzten Tagen wurde bei uns zuhause Möbeltetris gespielt, alle Möbel, die weniger als 80 Kilo wiegen, wurden ver-rückt. Das alte Sofa wurde verschenkt, das neuere (samt Kotzfleck von Biff, damit ich mich auch ja immer an ihn erinnere…. den hab ich ihm immer noch nicht verziehen, den Fleck) an den Platz des alten, Regale wurden ausgeräumt, Tische durch die halbe Wohnung getragen (praktischerweise alte Vollholztische von den diversen Großvätern anstelle des leichteren Möbelschwedenzeugs).

Das Ergebnis:

1) Mir tut mein Kreuz weh, und meine Schulter ist auch nicht viel glücklicher. Ich hab mich am alten Schreibtisch von Opa verhoben (der saudeppert zu tragen ist, weil man ihn nicht seitlich angreifen konnte. Warum? Weil man dann nicht mehr durch die Tür passte. War Zentimeterarbeit.)

2) Ich hab mein eigenes Nähstricklesearbeitszimmer. Und der Liebste beschallt mit seinen Gitarren ab jetzt die Straßenseite und nicht mehr den Innenhof. Was aber egal ist, man hört nach vorne raus weniger als im Hof, wo der Schall seltsame Wege geht.

3) Ich liebe den Ausblick vom Schreib/Nähtisch aus, wo ich auch jetzt gerade sitze.

4) Ich muss immer wieder grinsen. Wenn mir wer vor eineinhalb Jahren (selbst da war die Nähliebe noch nicht so groß) gesagt hätte, ich hab mal ein NÄHZIMMER…. ich hätt schallend gelacht.

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