Archiv des Autors: nunette

Same Old

Spannende Beobachtung. Nach zwei Monaten habe ich endlich wieder die Möglichkeit, mich mit dem Inhalt meines Kleiderschranks auszutoben und anzuziehen, was ich will. Und was will ich anziehen? Das Zeug, in dem ich zwei Monate herum gelaufen bin. Und wieder der Beweis: man braucht so wenig!!

20140604-074910-28150011.jpg

Getaggt mit ,

BREAKING: Der funkelnagelneue Greenpeace Fashion Shopping Guide ist da!

Kaum wieder in Wien, wird schon mein neuestes Baby präsentiert: Für Greenpeace habe ich im Februar und März so viele Angebote an Mode recherchiert, die umweltverträglich ist. Das heißt: Bio (und fair, das war mir ganz wichtig), Second Hand, Vintage, Upcycling, Tauschmöglichkeiten. Und tadaaa, HIER kann man dieses frisch fertigdesignte Booklet runterladen. Ich habe mich bemüht, wirklich so viele Adressen wie möglich zu recherchieren, und in Wien ist es mir mit knapp 150 auch ganz gut gelungen, finde ich. Für die Bundesländer hatte ich ja auch hier am Blog einen Aufruf gestartet, vielen Dank für eure Inputs! Mein Ziel war es zu zeigen, dass es wirklich bereits wahnsinnig viel Angebot gibt! Keine Ausrede mehr von wegen „Aber das kriegt man ja nirgends“ und „Wo gibts das schon“ lass ich gelten! Das Ding ist wahrscheinlich von Vollständigkeit doch noch entfernt, aber als erste Grundlage der Recherche, wo man Biomode bekommt, definitiv Pflichtprogramm (für mich zumindest, war nämlich ordentlich viel Arbeit).

Neben der Auflistung der einzelnen Adressen gibt es auch noch Tipps zum umweltschonenden Kleiderkauf (treue Leserinnen dieses Blogs werden nicht wirklich was Neues vorfinden 😉 ), und kurze Analysen zu den gängigsten Gütesiegeln.

Sollten sich jetzt hoffentlich ganzganz viele für diese Listen interessieren, dann gibts auch ebenso hoffentlich hin und wieder mal Updates der Liste. Daher: Weitere Inputs sind mir immer sehr sehr sehr willkommen, ob an mich persönlich hier am Blog (ichkaufnixx ät gmail dot com) oder an marktcheck ät greenpeace dot org (Sorry, muss die Adressen so schreiben, sonst regnet es demnächst Spam in die Inboxen).

shoppingguide (2)

Screenshot vom Titelblatt, Copyright (c) Greenpeace Österreich. Hach, bin ich stolz grad 🙂

 

Ps: Das war vielleicht was, im neuen Job im Februar im Home Office am Sofa knotzen und Biomode-Geschäfte recherchieren. Und dafür bezahlt werden! Das kam an den ultimativen Traumjobgedanken von mir schon verdammt nah ran 🙂

Ps2: Ich muss zugeben, stolz macht das schon, wenn die eigenen Recherchen gleich mal mitm Greenpeacestempel drauf publiziert werden….

Getaggt mit , , ,

Warum die schönsten Dinge unbezahlbar sind und Klumpert unpackbar ist

Ich bin wieder zuhause. Körperlich erschreckend geschlaucht von zwei durchgemachten Nächten (ging aufgrund der Flugzeiten nicht anders) und zwei Langstreckenflügen. Im Auge ist anscheinend beim Druckausgleich im Flieger eine Ader geplatzt, mir ist seit gestern Abend kotzübel und ich weiß nicht warum, und das mitm Schlafen ist auch so eine Sache. Kurz: Och, ich hätt noch eine Weile drüben bleiben können 🙂

Was das Schönste am Nachhausekommen war? Die Freunde und die Familie. Drei hatten es umgehend nach einer vorsichtig formulierten Statusmeldung von mir angeboten, uns samt Gepäck vom Flughafen nachhause zu bringen, danach erfuhren wir noch: Seine Mama und mein Bruder wollten uns abholungsüberraschen, getrennt voneinander. Die Oma, der am Telefon „eine Last von der Brust fällt“, dass ich wieder da bin, „weil in Amerika, da waren ja wieder Tornados und ich hab mir nur gedacht, na hoffentlich gehts den beiden gut“. Die frischgebackene Schwägerin, die nach einem halbstündigen Tratsch am Telefon meint „Du, ganz schlimm, jetzt heißts nimmer Beziehungskrise, jetzt heißts Ehekrise!“. Die Mama, die umgehenden Besuch im Weinviertel einfordert, ebenso wie die Schwiegermama, praktischerweise am gleichen Tag. Der Nachbar, der auf die Wohnung und unsere Wertsachen aufgepasst hat, und uns dann obendrein noch Starthilfe gegeben hat (das Auto hat die zwei Monate unbewegt auf der Straße stehen nicht ganz so gut überstanden), und dann: Die Freunde am Grillfest. Liebe Freunde treffen (unter anderem diese wunderbare Frau), Menschen, die man wahnsinnig gern hat, von der Reise erzählen, erfahren, was bei ihnen so passiert ist, viel essen (vielleicht ist mir deshalb so schlecht), viel lachen, ein „bissl“ Bowle gabs auch, gnihihi. Herrlich war das. Und gezeigt hats: Die wertvollsten Dinge im Leben sind einfach unbezahlbar.

Was das Erschreckendste am Nachhausekommen war? Die Wohnung. Im Grunde haben wir sie eh relativ aufgeräumt und sauber hinterlassen, und dass nach zwei Monaten eine Staubschicht über allem liegt, ja mei, damit war zu rechnen. Die Motten beim Kleiderschrank sind allerdings ein Teil der weniger guten Überraschung. Aber das Heftigste: Himmelnochmal, haben wir viel Klumpert! Was sich in so einer Wohnung in sechs Jahren alles ansammelt, ist unglaublich, vor allem, wenn man grad zwei Monate aus einem Koffer und einem kleinen Rucksack gelebt hat. Wir haben bereits während der Reise beschlossen: Wenn wir wieder da sind, wird massiv ausgemistet und umgestellt, es ist einfach Zeit für einen innerhäuslichen Tapetenwechsel. Was hatte ich Spaß daran, mir in Seattle am Morgen, wenn der Liebste noch schlief, zu überlegen, wie wir die Möbel austauschen und die Zimmernutzungen ändern, ohne neue Sachen zu kaufen. Dem Liebsten dann die Pläne fürs Wohnzimmer vorzeichnen und mit ihm diskutieren, ob der grüne Planschrank an der grünen Wand gut aussehen könnte oder nicht.  Große Vorfreude auf Erleichterung war da, dieses „Aaaaah“, wenn man sich mal wieder von einem Haufen unnötigem Klumpert getrennt hat.

Jetzt gerade sitze ich ganz klassisch wie so oft eingemümmelt in meine violette Kuscheldecke am Sofa, genieße dieses vormittäglich sonnige Platzl am Fenster und die altgewohnten Gerüche und Geräusche, schaue durchs Wohnzimmer und denke mir: Aaaaaalter Schwede, wird das viel Arbeit. Ich bin förmlich erschlagen von unserem (in meinem Blickfeld sogar hauptsächlich meinem, zu den Sachen von Flo seh ich grad nicht, aber es sind auch nicht wenig) Zeug. Zeug, überall. Die Trophäen von diversen Extremgolf-Meisterschaften (nicht lachen, das ist was total witziges und eigentlich nur eine Ausrede dafür, im Freien zu Mittag am Sonntag Bier zu trinken), der Strickzombie, die Spardosen, zwei Kerzenständer, meine gesammelten Apothekergläser, Unmengen an Büchern, unsortierte CDs, weil eh schon alles nur noch auf MP3 gehört wird – oder Schallplatte. Massen an Schallplatten. Ein sehr stylisher Bierkistenhocker, der allerdings im letzten Jahr genau einmal „besessen“ wurde. Meine diversen Wollkisten. Ein Blumentopf, nach dem Tod der Pflanze umfunktioniert zum Stifte- und Krimskramshalter am Couchtisch. Die Liste ist endlos, und die Arbeit fängt heute noch an. Weg mit dem Speck!

Eine neue ichkaufnix-Ära bricht an. So wie die liebe Susi (auf die ich mich übrigens schon sehr freu Ende des Monats, falls sie das jetzt liest! 😉 ) ein Jahr Klumpert verzichtet hat, gibts auch in diesem Haushalt mit sofortiger Wirkung nur noch weniger statt mehr. Lustigerweise hat zwar mein gesamtes Konsumverhalten sich in den letzten Jahren bereits verändert und reduziert, aber so ein paar Konsumismusleichen hab ich dann doch noch herumliegen. Zeitschriften. Bücher. Und aus Uraltzeiten, da wurde schon lang nix neues mehr gekauft: Rumstehklumpert wie eben die Apothekergläser, Kerzenständer, Vasen, Staubfänger, Horror, aargh!! Und dann auch noch so Sachen wie alte Farbkübel, Fliesen, Pflanzenerde Marke uralt, kaputte Stehlampen, die seit zwei Jahren auf Reparatur warten, leere, aber ach so hübsch anzusehende Gin-Flaschen, die Transportkiste von Biff, von der ich mich nicht trennen konnte (Marke: Kann man ja noch mal brauchen). WARGH!!!!

Irgendwie tipp ich grad seit Ewigkeiten grad so vor mich hin und palavere und monologisiere. Was solls, ich hör jetzt auf. Schönen Sonntag, ich geh räumen!

PS: Braucht wer ein altes Bettsofa mit viel Stauraum, aber hässlichem Neunzigerjahre-Muster (mit Decken drüber gehts)? Oder will gar wer ein wunderschönes altes Klavier kaufen? Fotos folgen.

xxxplanschrank

rechts der Schrank, links die Wand, also ich find es passt (und es graut mir vorm Ausmisten der Laden von Tisch und Schrank).

xxxsofa

besagtes Sofa, hier in ausgezogener Form und mit Überdecke. Saugemütlich, aber wir haben einfach keinen Platz mehr dafür.

 

James und das Bügelbrett (c) nunette colour

Im Hintergrund: Das Klavier. Laut Klavierstimmer so um die 700 wert, ich würds um 600 anbieten. Gehört meinen Eltern und die können das Geld gut brauchen, darum bin ich da streng beim Verkaufen. James ist im Preis nicht inbegriffen, der bleibt, wo er ist.

Getaggt mit ,

Zwei Monate auf Reisen…

Übermorgen gehts nachhause. Wahnsinn, wie schnell zwei Monate vergehen können. Und sowohl der Liebste als auch ich stellten fest: Wir könnten locker nochmal zwei Monate so weitermachen (würden Job und Konto es erlauben, natürlich). Ich habe zwei Monate lang genau einen Pulli und eine Fleecejacke mitgehabt. Zwei Longsleeves, ansonsten nur Trägertops. Zwei Paar Schuhe wurde gekauft, die einen, weil sie ein toller nudefarbener Ersatz für meine zwei Paar vor der Abfahrt weggeschmissenen Ballerinas sind, die anderen, weil meine Wanderschuhe (die, die ich 2011 schon ersetzen wollte) endgültig nicht mehr in der Kondition waren, mich zwei Monate durch die USA zu tragen. Einige Dinge bei Buffalo Exchange erstanden, hach, wie ich diese Shops lieben gelernt habe, und das Kleid Nr.2 auf Hawaii. Geschenke für die Brüder, die Eltern, die Neffen und Nichten, FreundInnen und ArbeitskollegInnen eingepackt. Extrem viel gesehen, von rauen Küstenlandschaften und felsigen Nationalparks über beeindruckende, teils spannende (Seattle!), teils überfordernde (Las Vegas!) Städte bis hin zum traumhaften weißen Sandstrand auf Hawaii.

Gefehlt hat mir rein materiell: Nix. Null. Gelernt hab ich (wieder, ich war ja schon mal drei Monate nur mit Rucksack durch Europa unterwegs, da waren 15kg am Rücken die Grenze): Ich brauch nur so viel, wie in einen großen Koffer passt. Aber ich gratuliere mir zu meinem Packen, das mir so verhasst ist: Es kommt kein einziges Teil ungetragen wieder zurück, es ist sich mit regelmäßigen Waschzyklen alles ausgegangen.

Und hier ein paar der schönsten Momente der letzten zwei Monate – das ist jetzt doch ein Urlaubsbeitrag, obwohl ichs ursprünglich nicht vorhatte, aber ich bin gerade auch am Verarbeiten des Gesehenen, und das würde ich gerne teilen:

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Ja, sie gelten als Schädlinge, und noch dazu als aggressiv, wenn in die Enge getrieben, aber sind sie nicht entzückend, die Racoons? Vancouver, Kanada.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Das Hotel, in dem mein liebster Lieblingsfilm gedreht wurde. Und ja, liebe Eva, auch eine Baywatchfolge. 🙂

2014-04-06 16.04.58

Das erste Mal Füße im Wasser an der Westküste. Schweeeinekalt.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Santa Monica Pier, Los Angeles.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Was am Pulli steht, stimmte in dem Moment fast hunderprozentig, abgesehen von zwei paar Socken war meine gesamte Wäsche gerade in dem Trockner (nein, wenn man in einem kleinen Apartment ist und am nächsten Tag abreist, ist nicht mit Lufttrocknen. Aber ich bin eh bös auf den Trockner, einer meiner liebsten Schals ist seither Mist.)

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Mein liebster Canyon: Bryce. Man geht zuerst runter und dann rauf. Wahnsinnsanblick, wenn man vom Wald her zum ersten Mal die Canyonlandschaft erblickt. Un. glaub. lich. Echt jetzt.

2014-04-29 16.50.16

Wir trafen uns am Grand Canyon und wurden schnell Freunde.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Augustus, der Boxer aus dem Thrift Store in Flagstaff. Es war Liebe auf den ersten Blick.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Keine Ahnung mehr, wo ich die fotografiert hab. 🙂

SAMSUNG CAMERA PICTURES

San Diego.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Mein Lieblingsbild der Reise aus Hawaii, inklusive verspieltem Labrador und selbstgenähtem Rock.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Der Liebste fand auch endlich Zeit, die Finalversion fertig zu lesen 🙂

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Der war wirklich tiefenentspannt. Zion Canyon.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Auch wenns so aussieht, als ob das Eichhörnchen niest, es stopft sich gerade das Taschentuch (ja, wäh) zwecks Transport zum Nest ins Maul. Bryce Canyon.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

An dieser Stelle beendete Forrest Gump seinen Lauf durch die USA. Wo der Hund herkam, ist mir heute noch ein Rätsel, war nämlich mitten im Nirgendwo beim Monument Valley.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Antelope Canyon. Fantastische Felsformationen, und lauter hinige Kameras, weil der Sand von oben rieselte…

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Horseshoe Bend.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Die Margarita hat mich fertig gemacht.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Nicht nur mein Kater hieß also so 🙂

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Kleiner Hinweis auf den Lieblingsfilm. 🙂

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Ein Sonderspezialfoto für meine Lieblingseva!

SAMSUNG CAMERA PICTURES

So halbwegs hab ich jetzt auf Baseball kapiert. Seattle.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

SEUFZ!!! Hawaii….

Ich freu mich trotz all der wunderbaren Eindrücke auch schon sehr auf Zuhause. Auf meine Familie, auf Freunde, und auch auf meinen Alltag. Und mein Fahrrad. Alter Schwede, freu ich mich auf mein Fahrrad. Fast noch mehr als auf meine Nähmaschine. Huiuiui….

Getaggt mit ,

Ich bin fürchterlich un-öko

Also Hawaii ist spannend. Glaub ich. Bin zwar gerade schwer im Urlaubsmodus (Strand! Wellen! Sand! Sonne – meistens!), aber so ganz kann ich nicht abschalten. Bereits am Flug (jaaa, ich weiß) ists mir in der Bordzeitschrift aufgefallen: Viele der Modefirmen scheinen wirklich noch hier auf Hawaii zu produzieren. Eine Firma hat gar einen Lagerverkauf, von dem aus man direkt in die Produktionshallen schauen kann. Was ich nicht getan hab, weil…ich auf der falschen Insel bin. Eine andere Firma, diesmal für Schuhe, brüstet sich auf ihrer Homepage mit Familienbesitz und Produktion auf Hawaii.

Natürlich gibts auch viel Schindluder mit „Made in Hawaii“ – ein Zehn-Dollar-im-Ausverkauf-Hawaiihemd mit dem Einnäher, ich weiß nicht so recht.

Ich hab beschlossen: Ich nähe selbst. Kein Hawaiihemd, sondern … ach, ich weiß auch noch nicht. Das rote (garantiert Made-in-Hawaii, handgebatikt) wird eine Bluse. Das Blaue: Noch keine Ahnung, aber ich hab nicht dran vorbei können. Wahrscheinlich wirds bei der Wohnungsumgestaltung eingesetzt. Auch made-in-Hawaii.  Und der dritte (*hüstel* Made in India, tschulligung) wird ein Taschenfutter. Ja, alle drei nicht organic. Ich weiß, ich weiß…. sorry. Ans andere Ende der Welt fliegen und dort konventionelle Stoffe kaufen. Schlimmer gehts kaum als Umweltfuzzi. Ich weeeeeeeiß.  Schwächeanfall. Aber alter Hawaiianer, freu ich mich auf meine Nähmaschine. Und darauf, davorzusitzen und an Hawaii zu denken.

SAMSUNG CAMERA PICTURES

Übrigens, einige werden sichs sicher schon gedacht haben: Ja, meine ganze Reise ist fürchterlich un-öko. Neun Flüge und drei Mietautos in zwei Monaten. Ganz schlimm. Und ich geb auch offen zu: Beim Reisen steht meine unbändige Lust, am liebsten die ganze Welt zu sehen, dem ökologischen Gedanken massiv im Weg. Da hilft auch das Versprechen, die nächsten Sommer nur noch im Burgenland oder auf  (dem in meiner Wohnung nichtexistenten) Balkonien zu verbringen, wenig. Meine Neugierde, die mich so tief in Themen hineinsinken lässt, ist eben auch eine Neugierde auf die Welt. Und für die kann und will ich mich nicht rechtfertigen. Stattdessen nehme ich es als Segen hin, dass ich so viel sehen kann und darf.

Aber ich freue mich auch schon wieder sehr auf meine kleine Welt mit Fahrrad und Nähmaschine, im Grätzl und im Garten von Freunden, mit Bio-Gemüse und herrlichem Wiener Leitungswasser, mit kurzen Wegen und ohne Benzinverbrauch, mit Alltag und Beruf(ung). Meine CO2-Bilanz ist komplett im Arsch. Aber ich sags euch: Ich werd trotzdem Pfandflaschen kaufen, biokistln und mitm Rad ins Büro. Nicht, weils besser ist, sondern weils Spaß macht!

 

Getaggt mit

Ein Tiroler bringts auf den Punkt

Mein Tag beginnt derzeit traditionell mit früherem Aufwachen als der Liebste, und durchscrollen aller Nachrichten, Facebookfeeds und Blogs, um gemütlich nachzulesen, was in Österreich tagsüber passiert ist, während hier Nacht war.

Fashion Revolution Austria hat einen Beitrag aus Tirol gepostet, der mich sehr beeindruckt hat. Werner Kräutler kritisiert das System Primark. In Tirol gibts nämlich einen Primark. Und nicht nur TirolerInnen stürmen den Laden, nein, es werden Reisebusse voll mit SüdtirolerInnen und BayerInnen vor dem betreffenden Einkaufszentrum ausgeleert.

Ich habs auch schon mal beleuchtet, dieses Problem auf der Kehrseite der Modeproduktionsmedaille. Das Fazit aus billiger und mehr ist nämlich weniger. Weniger Qualität (no na), aber vor allem: weniger Jobs, und die Jobs, die es dann noch gibt, scheiße bezahlt. Und dann raunzt Bürger und Politik, dass es keine Mittelschicht mehr gibt. Es mag zwar kein hoher Prozentsatz sein, aber einen Teil dieser Suppe haben die BürgerInnen sich durch ihr Einkaufsverhalten selbst eingebrockt.

Einerseits führt die Tiefpreislogik („Geiz ist geil“) zu einer Marktbereinigung – Konkurrenten geben auf und müssen ihre Mitarbeiter_innen entlassen, was wiederum die Arbeitslosenzahlen erhöht. Andererseits drücken verringerte Handelsspannen (der Profit darf ja um Himmels willen nicht angerührt werden) auf die Löhne. Arbeit wird zu teuer. Prekariate – das heißt Jobs mit miesester Bezahlung – sind deshalb heute schon allgegenwärtig. Aber da sorgen Konzerne wie Primark vor: Sie unterbieten sich gegenseitig, damit die Niedrigstlohnbezieher_innen auch im Wochenrhytmus neue Fetzen kaufen können. Dass wir uns mit der ‘Geiz-ist-geil’-Mentalität nur ins eigene Knie schießen, ist vielen Konsument_innen nicht bewusst.

Und wieder ein Grund mehr, mal drüber nachzudenken, ob ein Kaufrausch beim Iren es im wahrsten Sinne des Wortes wert ist. Vielleicht hilft ja dieses Argument einigen dabei, umzudenken, wenn Bangladesch und Kambodscha schon zu weit weg sind.

PS: Apropos Primark Tirol. Da war doch mal was.

 

Getaggt mit , , ,

Leere Shopping Malls

Ich war ja vor kurzen in einer riiiiiiiesigen Shopping Mall in den USA (in Scottsdale, Arizona, um genau zu sein). Hunderte Shops, insgesamt vielleicht hundert BesucherInnen (exklusive Food Court, der war rammelvoll). Und das dürfte kein Einzelfall gewesen sein, überall schließen derzeit Shopping Malls. Dem Internet sei Dank, das hat nämlich nicht nur so tolle Sachen wie das Bloggen, sondern auch das ab einer gewissen Konzerngröße so zweifelhafte Onlineshopping hervorgebracht. Ich schreib extra das „ab einer gewissen Konzerngröße“, da wohl sehr viele engagierte Designer von ökofairer Mode ohne Onlinestore so ihre Schwierigkeiten hätten, schätze ich. Aber hier gehts um Amazon & Co. – die stellen ernsthafte Konkurrenz für diese Malls dar (der Link zahlt sich wirklich aus, angeklickt zu werden, tolle Geschichte. Tolle Fotos dazu gibts dann hier. Und vor allem hier.)

SAMSUNG CAMERA PICTURES SAMSUNG CAMERA PICTURES

Getaggt mit , ,

Von Flohmärkten, Schals und Kleidern

Hui, drei Sachen noch schnell.

Erstens: Hinweis.

Ich hab ja schon mal von dem superen Flohmarkt berichtet. Der findet am 21. Juni wieder statt – und ich werde dort versuchen, von mir Ausgemistetes an die Frau zu bringen. Einige Verkaufsstandplätze sind noch frei! Mehr Infos gibts hier!

fashionistas best

Zweitens: DANKE! Ich hab ja dieses Jahr ein zweites Mal den Versuch gestartet, einen Allwetterschal zu stricken, nachdem mein Erstversuch letztes Jahr irgendwann im April versandet ist (ich bin einfach keine Sommerstrickerin). Diesmal hab ichs vor meiner Abreise der Sonja vom Strickwerk gegeben, das gute Stück, und sie strickt wirklich brav daran weiter (und jetzt ist er dann schon so lang, dass ich einfach nimmer aufhören kann :D).

Vielen vielen vielen Dank, liebe Sonja!

schal

 

Drittens: Ich gratuliere! Lieber Wewe, liebe Barbara, ich freu mich grad so unglaublich für euch! Ich hoff jedoch, dass das heute nicht der „schönste Tag in eurem Leben“ war, sondern dass da noch viel schönere folgen! Und damits in textilem Zusammenhang bleibt: Ich bin schon „fetzengespannt“ aufs Kleid, Barbara 😀

 

Getaggt mit , , , , , , ,

Was ich in Wien alles verpasse!

Langsam, aber sicher, geht es in die Zielgerade meiner Reise. Und natüüüürlich findet in der letzten Woche, in der ich nicht da bin, gleich mal sooooo viel statt in Wien, dass ich ungeduldig werde.

Am 23. nämlich, da wird der Leihladen eröffnet. Ich freu mich bereits auf meinen ersten Besuch dort!

Dafür macht am 23. ein Geschäft der Göttin  des Glücks zu. Inklusive feiner Abschiedsangebote. Die feschen Mascherln berichten.

Am 24. findet außerdem eine Kleidertauschbörse statt, die alljährliche, fast schon traditionelle Tauscherei vom Feschmarkt nämlich (den Markt selbst werd ich erleben, tirili!)

Am 25. dann ist was, bei dem ich mich besonders ärgere, dass ich nicht da bin: EU-Wahl. Nachdem wir nicht wussten, wann wir wo sein würden, konnte ich nichtmal eine Wahlkarte beantragen. Für mich eigentlich ganz schlimm, dass ich von meinem demokratischen Recht keinen Gebrauch machen kann. Liebe Leute, egal, WEN ihr wählen würdet – ich hab definitiv kein Recht dazu, euch zu sagen, wer am wählbarsten ist -. BITTE GEHT WÄHLEN. Wir Bürgerinnen haben im klassischen politischen Entscheidungslauf eh schon so wenig zu sagen, freiwillig auf das eine zu verzichten, das wirklich jede/r tun kann (abgesehen von bewusstem Konsum natürlich 😉 ), das geht einfach nicht. Find ich.

Green Expo ist auch. Aber da verlink ich nix, ich find das eher Greenwashing Expo, gemessen am letzten Jahr. Außer, dass die Susanne dort einen Stand hat.

Am 26. is was, das könnt ich eventuell sogar mitmachen, aber rein logistisch könnte es schwierig werden: Oikos veranstaltet wieder einmal ein Webinar, diesmal mit Enrico Rima von Lebenskleidung.

Am 30. dann TedX-Talks Vienna mit Vivienne Westwood und Conchita Wurst. Madeleine hat drüber geschrieben.

Am 1. ist dann noch ein Kleidertausch, und zwar organisiert von Kleiderkreisel.

Und weil der Beitrag bei mir auf Facebook so abgegangen ist (Danke für den Hinweis, Sabine), poste ich ihn auch gerne hier nochmal. Ich find ihn nämlich seeeeehr treffend: Die bittere Wahrheit: Wer Fair Trade kauft, tut nichts Gutes.

Und die Parties vom Michi und von Georg&Charlotte verpass ich auch ganz knapp. Grumpf.

Wobei, mein Grumpf hält sich in Grenzen, es wird wieder Kleidertäusche, Parties und Webinare geben:

SAMSUNG CAMERA PICTURES SAMSUNG CAMERA PICTURES SAMSUNG CAMERA PICTURES

 

Getaggt mit ,

Nunu war shoppen: DAS Kleid #2

Vor langer Zeit, im wunderbaren Jahr 2005 (glaub ich), war ich mit meiner liebsten Gina – ja, der, die auch im Buch vorkommt – auf Tour durch Australien. Ostküste. Mit einem hinigen Nissan. Und einmal waren wir in einer Stadt. In welcher, weiß ich nicht mehr. Nur noch, dass wir recht lang Parkplatz gesucht haben – und dass wir letztendlich einen direkt vor einer Boutique fanden. Ich erinner mich auch noch ans Aussteigen und binnen Nanosekunden mit der Nase am Schaufenster kleben. Nicht, weil ich stolperte, sondern weil da DAS Kleid hing. DAS Kleid war ein wunderschönes Batik-Wickelkleid in grün/petrol/braun. Ich musste wissen, was es kostete.

Es war sogar so schön, dass ich es zuerst anprobieren musste, bevor ich mich traute, auf den Preis zu schauen. Was einerseits schlau war, weil ich damals noch nie ein Kleid anhatte, in dem ich so toll aussah – und andererseits saudeppert war, weil ich mir schon dachte, dass das Kleid verdammt viel kosten würde. Tat es auch. 192 australische Dollar, das weiß ich noch genau. Boah, bin ich Gina auf die Nerven gegangen mit meinem „Soll ich? Aber es ist viel zu teuer! Aber es ist sooo schön!“. Gina meinte irgendwann: „Also wenn du es jetzt nicht kauft, mach ich das. Und du mussts mir dann in Wien zurückzahlen. Punkt. Das Ding passt dir perfekt.“

Ich gab mir einen Ruck und kaufte es. DAS Kleid. Mein erstes Kleid, das ich in Seidenpapier eingewickelt in einer Schachtel entgegennahm (eine Verpackungsart, auf die ich danach zehn Jahre wieder warten musste – bis die Göttin des Glücks mich wieder mit Seidenpapier und Karton erfreute). Was soll ich sagen, es ist immer noch DAS Kleid (weil Wickelkleider mitwachsen, glücklicherweise). Ich liebe es heiß und innig. Es kommt sogar auch im Buch vor. Als das Kleid, das ich auf eine Hochzeit anziehe, nachdem ich mir bei der Suche nach einem Kleid für eine Hochzeit genau einen Cordrock und ein Baumwollleiberl gekauft hab.

Warum ich das schreibe? Weil ich heute ein Deja-Vu hatte. Mitten auf Hawaii. Im Vorbeifahren einen Laden mit hübschen Sachen drin gesehen. Beschlossen, nach ausgiebiger Strandliegerei und Meeresplanscherei in dem Block essen zu gehen. Gleich ausgenutzt und in den Laden rein, ich hatte da nämlich so ein Kleid gesehen…. nur dachte ich: pfft. Sicher made in China und überteuerte schlechte Qualität.

Ich fand organic fashion made in California, Organic Cotton und Bambus. Und DAS Kleid #2. Es musste sein. Bambus. Anprobieren. Es passte. Gut. Lang, Batik (schon wieder! Ich erkenne da einen Trend!), mir lang genug (die meisten langen Kleider gehen mir genau bis zum Knöchel, was blöd ausschaut, find ich), schöne Nichtfarben, herrlich.

Kaum war ich aus der Umkleide draußen und ließ mich vom Liebsten bewundern, hatte ich das Deja Vu. Das Kleid musste sein. Und ich genieße mal wieder hocheuphorisch dieses Gefühl, wenn man was Neues hat, von dem man weiß, dass man es lange haben wird, es sehr lieben wird, es viel tragen wird und es einfach perfekt in den eigenen Kleiderschrank passt.

Und in Seidenpapier eingepackt wars obendrein.

SAMSUNG CAMERA PICTURES SAMSUNG CAMERA PICTURES SAMSUNG CAMERA PICTURES SAMSUNG CAMERA PICTURES

Das Kleid war nicht mein einziges Shoppingerlebnis in den USA. Es könnte sein, dass es mir (und überraschenderweise auch dem Liebsten!) die Thrift Stores wirklich ziemlich angetan haben 😉 Aber das Kleid, das ist einfach DAS Kleid #2….

Getaggt mit , ,