Archiv des Autors: nunette

Unfassbar: Nunu auf Spiegel.de

Unglaublich. Mein Artikel ausm enorm-magazin wurde von Spiegel.de übernommen (leider noch ohne Hinweis auf mein Buch, also bitte, liebe LeserInnen, die ihr jetzt denkt: „Hm! Nunu Kaller! Mal googlen! Hui, ein Blog!“ – und meine Statistik verrät mir, dass das grad ziemlich viele von euch tun: In exakt einem Monat erscheint mein Buch!).

Spiegel.de.

Ich fass es nicht.

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Da, bitte, weil ichs so gar nicht pack: Das ist ein Screenshot. Mein Name. Auf Spiegel.de.

Seufz...

Das steht da wirklich. Auf Spiegel.de

Und auf der Startseite ist „mein“ Artikel gleich mal über dem neuesten Greenpeace-Test (übrigens wiedermal eine Wahnsinnsstory….). Das ist fast so cool wie damals, überm Lugner. 🙂 🙂

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Merkt man, dass ich mich grad freu? Ein wirklich wunderschönes Herbstwochenende samt Vier-Stunden-Spaziergang, einem endlich wieder funktionierenden Magen sowie einer irre lustigen Party geht gerade wirklich perfekt zu Ende….

Schulligung, wenn ich euch damit auf die Nerven geh. Meine fünfzehn Minuten Ruhm, die ich nie wirklich ernst genommen habe, dauern inzwischen schon über eineinhalb Jahre an. Blog, Buch, ORF, Spiegel.de – ehrlich, ich wollt das alles nicht (na gut, doch, das Buch, das wollt ich, und wie ich das wollte!). Und ich finds immer noch unglaublich, jedes Mal aufs Neue.

Liebe Leute, danke. Ihr seid da nämlich schuld daran, dass ich so „gefragt“ bin. Dankedankedanke. Ohne euch wärs nix gewesen mit Buch und so…

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Langsames: Und tschüss!

So. Was für eine Woche. Die guten und schlechten Nachrichten überschlagen sich derzeit, es passiert wahnsinnig viel in meinem Leben, das nix mit Textil und Co. zu tun hat, und ich! brauche! jetzt! eine! Pause!

Die mach ich jetzt. Ab ins Funkloch mit mir, morgen werden dort gemeinsam mit der Frau Klumpert, dem Liebsten und noch vielen anderen die guten Nachrichten der Woche (FH! GESCHAFFT!) gefeiert. Und in der Zwischenzeit lege ich euch einen brandneuen Blog ans Herz: Von Prada nach Bio – eine (mir bekannte und von mir hochgeschätzte) Frau, die mir stresstechnisch um nichts nach steht, wenn sie mir nicht sogar noch voraus ist, hat beschlossen, ihr Leben Schritt für Schritt zu verlangsamen. Und ich werd versuchen, ihr bei einigen Schritten zu folgen. Mein Magen wirds mir danken.

Und den ersten Schritt mach ich genau JETZT.

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1000e km und 6 Monate weit weg – ganz nah

Der heutige Tag war – und das ist keine Anspielung auf meine Magenprobleme  – ein Schlag in ebenjenen. Zumindest ein Moment.

Der Moment kam, als ich bei Kollegin Christina von Südwind saß und wir etwas WearFair-Nachbearbeitung betrieben. Am Boden vor mir lag ein Plastiksack. Ich hob ihn auf, um nicht mit dem Bürosessel drüber zu rollen, und legte es auf den Tisch. Erkannte es. Und mir wurde schlecht. Rana Plaza. Tausende Kilometer und sechs Monate weit weg, plötzlich direkt vor mir auf dem Tisch.

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Die Shirts, die in dem Plastiksack waren, hat Christina bei einem Lokalaugenschein auf dem Gelände von Rana Plaza gefunden. Die Kärtchen (KiK, Verona Pooth) waren schon dran – staubüberzogen und zerknickt. Ich kann nur sagen: Das geht rein. Gänsehaut und tief ins Herz. Die Menschen, die diese Shirts genäht haben, sind entweder tot oder schwer traumatisiert, weil über ihnen ein achtstöckiges Gebäude zusammengebrochen ist. Es gibt Filmmaterial, das Christina beim Einsammeln der Shirts zeigt – bis kommenden Montag online.

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Bei dieser Gelegenheit: DANKE für die tolle Zusammenarbeit in den letzten Monaten, liebe Christina! Du machst einen tollen Job!

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Dreifach kritisch, dreifache Freude

In den letzten Tagen habe ich eine interessante Beobachtung gemacht – es ist zwar schon öfter vorgekommen, dass ich auf shopping/Fast-Fashion-kritische Beiträge von überraschender Seite gestoßen bin, aber noch nie bin ich innerhalb von 24 Stunden auf ganze drei derartige Artikel gestoßen.

Darum gibts heut ein paar Lesetipps:

1) Vienna Wedekind, eine Wiener Fashionbloggerin, war Zuhörerin bei der von mir moderierten Podiumsdiskussion am Fashioncamp. Einige der Zahlen, die ich dort präsentiert habe, dürften sie beeindruckt und zum Nachdenken gebracht haben. Was mich sehr freut – mein Wunsch, dass sich Fashionbloggerinnen über ihre Vorbildwirkung bewusst(er) werden, ist in diesem Fall in Erfüllung gegangen. Schön, und vielen Dank, Vienna Wedekind!  Danke an Maria für den Hinweis, übrigens!

2) Maria selbst hat sich auch zu dem Thema geäußert, und zwar auf kräftige Weise, mir haben beim Lesen die Ohren geschlackert. Toller Beitrag! Mehr davon bitte! 🙂

3) Auch Modejournalistinnen gehen gedanklich den Weg zur Reduktion. Und auch wenn sich in den Kommentaren einer über ihre Abneigung zum Second-Hand-kaufen aufregt – ich kann es bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen und verurteile sie deshalb nicht. Der gedankliche Ansatz ist trotzdem gut.

 

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Sie verdienen es nicht

Heute ist MEIN Tag. Seit gestern darf ich mich akademisch zertifizierte CSR-Managerin schimpfen, das Buch befindet sich bereits im Druck, die WearFair, das größte berufliche Projekt dieses Jahres, war megaerfolgreich, und ich bin exakt so fertig und müde, wie man es sich nach so einem Höllenritt von einem Jahr vorstellen kann. Ich zahle gerade eine Rechnung nach der anderen für das, was ich meinem Körper angetan habe an Stress. Doch jetzt kann mal – zumindest für ein Monat – Ruhe einkehren. Das zelebriere ich heute. Ich werde alles tun, was so ein wirklich WIRKLICH freier Tag mir bieten kann. Heute habe ich nur eine Verpflichtung: Der Spaziergang der etwas anderen Art.

Doch darauf freue ich mich. Denn egal, wie müde, fertig und arbeitsfrei ich bin und sein will – eines habe ich in den letzten zehn Monaten gleich nochmal festgestellt: Diese Sache mit der Textilproduktion, die ist sowas von beschissen und unfair und unmenschlich, dass ich nie aufhören werde, dagegen zu mobilisieren und meine Meinung dazu preiszugeben – ob man es hören will oder nicht.

Nehmt die Katastrophe von Rana Plaza – sie nimmt kein Ende. Nicht nur, dass über 1100 Menschen gestorben sind, nein, die Überlebenden kämpfen derzeit ebenfalls einen Kampf, den sie nicht gewinnen können. Oder stellt ihr es euch einfach vor, einfach mal schnell wieder einen Job in einer Näherei zu finden, nur halt ohne Arm oder Bein? Und ob man so einfach in solchen Gebäuden weiter arbeiten kann, wenn man schon einmal im Schutt gelegen ist, begraben von Beton, Nähmaschinen und Menschen?

Im Kurier rechnet Südwind den finanziellen Bedarf in Bangladesch vor. Der Lohn reicht sowieso nicht zum Leben – und die Überlebenden, Geschädigten haben weder von staatlicher Seite noch von Textilunternehmens-Seite auch nur einen Cent an Entschädigung erhalten. Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass der Mindestlohn auf mindestens das Doppelte erhöht werden muss, damit diejenigen, die für Geld arbeiten, von diesem Geld auch überleben können. Nichtmal das ist gesichert! Die Clean Clothes Kampagne hat dagegen eine Petition ins Leben gerufen. Ich hab schon unterschrieben. Auf dass so viel zusammenkommt, dass wir ein Zeichen gegen die Unmenschlichkeit der Fast Fashion setzen können.

Mir ist schon klar, dass effektive Hilfe vielleicht anders aussieht – hinfliegen und anpacken wäre vielleicht die Devise. Nur bin ich mir sicher, dass das leichter gesagt als getan ist, ich glaube, ich wäre in Dhaka komplett hilflos, und dann wäre genau niemandem geholfen. Aber ich möchte wenigstens meinen sehr kleinen Teil dazu beitragen, dass ein Zeichen gesetzt wird. Sie verdienen es nämlich einfach nicht, im doppelten Wortsinn.

Eines ist mir noch ein großes Anliegen: Liebe Leute, es ist nicht nur Bangladesch. Es ist genauso Pakistan, Vietnam, Indien, Kambodscha und sogar die Türkei. Ein Label „made in Turkey“ kann ebenfalls für menschenverachtende Arbeitssituationen stehen. Aber eines ist wahr: Es scheint nirgendwo schlimmer zu sein als in Bangladesch.

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Ichkaufnix macht Karriere

Während ich gerade zuhause hocke, nicht fähig bin, vor meiner Abschlussprüfung etwas ins Hirn zu kriegen, mein Blutdruck wieder an der Decke klebt und ich mich ärgere, weil eine vor wenigen Monaten gekaufte Hose ordentlich zu weit ist (was ja super wäre, wenn Verdauung und Magen endlich wieder in Ordnung wären), wird mein Blog wieder supernett vorgestellt – diesmal auf karriere.at

Bitteschön, hier nochmal rüberkopiert (mit Klick auf den obigen Link findet ihr auch andere vorgestellte Blogs):

2. Ichkaufnix.com – Ein Jahr ohne Kleiderkauf

Seit wann gibt es deinen Blog?

Nunu Kaller

Nunu Kaller

Nunu Kaller: Den Blog gibt es seit Mitte Jänner 2012, als ich mit meinem Kaufnix-Projekt begann. Nach Ende des Projektjahres habe ich weitergebloggt, weils einfach so viel Spaß macht!

Um welchen Themenbereich dreht sich dein Blog?

Nunu Kaller: Im Jahr 2012 begleitete der Blog mein Projekt, mir ein Jahr lang keine neue Kleidung zu kaufen. In dieser Zeit schaute ich mir die Hintergründe der konventionellen Kleidungsproduktion an, suchte nach Alternativen und testete mich selbst, in dem ich beschloss, mir Kleidung selbst herzustellen. Da war ich einige Male heillos überfordert 🙂

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Was ist dein persönlicher Lieblings-Blog?

Nunu Kaller: Mein persönlicher Lieblingsblog ist refashionista – weil die sehr wohl nähen kann! – knapp gefolgt von twentyonedayswithout – seehr coole Selbstversuche 🙂

 

 

 

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Morgen, ja morgen fang ich …

Wofür hab ich grad keine Zeit? Eigentlich für alles, was nichts mit meiner morgigen Abschlussprüfung auf der FH zu tun hat.

Und worauf hab ich grad unstillbares Verlangen? Eh klar. Gnagnagna.

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Das Foto ist schon etwas älter, ich bewege mich erst von meinem Laptop weg, wenn die Präsentation für morgen endlich fertig ist. Ich bitte um Daumenhaltung morgen um 15h. Mir ist grad ziemlich schlecht. Ich mag stricken…

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Nimm mich jetzt, auch wenn ich stinke!

Ich habs natürlich nicht lassen können und bin vorhin gerade rein in die gestern eröffnete Filiale von Ernstings Family bei mir ums Eck. Und ich hab wiedermal eine neue Entdeckung gemacht: Wenn man wirklich, WIRKLICH lange nicht in dementsprechende Geschäfte geht – zur Erinnerung: In den letzten eindreiviertel Jahren war ich genau zweimal beim Textilschweden drin, einmal heiße drei Minuten, dann flasht es einen auf überraschende Weise.

Ist euch schon mal aufgefallen, wie unglaublich es stinkt in diesen Filialen? Instant-Kopfschmerzen, diese Mischung aus seltsamen künstlichen Gerüchen, allem vorgelagert Polyestermief und Formalin. Unglaublich, wie ungewohnt das ist, wenn mans lange nicht erlebt hat. Die Verkäuferinnen tun mir leid.

Wusstet ihr, dass es Studien gibt, die den starken Pestizideinsatz bei Schnittblumen mit schweren Erkrankungen von Blumenverkäuferinnen in Zusammenhang bringen? Ich vermute und bin überzeugt, dass Verkäuferinnen, die tagein. tagaus in so einer Textilfiliale arbeiten, ebenfalls unbekannten gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt sind….

Tut mir leid, vielleicht übertreib ich jetzt, aber hat die Evolution uns unser Riechorgan nicht mal entwickelt, damit wir für unseren Körper Schlechtes als unangenehm riechend identifizieren? Schon klar, es gibt stinkende Sachen, die sind fantastisch, wieder Ziegenhartkäse, der mir grad den ganzen Kühlschrank vollstinkt, aber so rein grundsätzlich müsste man sich doch auf seine Nase verlassen können. Wieso finden wir dann Formalin- und sonstige Lösungsmittelgerüche nicht alarmierend?

Bin gespannt, ab wann es in der Filiale nur noch nach synthetischen Düften riecht. Die übrigens auch gesundheitsgefährdend, tw. mit krebserregenden Inhaltsstoffen, sind.

 

Mir stinkts.

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Fangt den Blick!

Hat wer grad Geld übrig?

Hat wer Bedarf nach neuen Sachen?

Hat wer Zeit heute?

Ist wer mode- und designinteressiert?

Dann ab zur Blickfang!

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Nachdem bei mir ersteres, zweiteres und dritteres gerade nicht der Fall ist, trifft man mich dort nicht – aber ich wünsch allen viel Spaß, einige meiner liebsten Labels a la km/a und Fröhlich sind auch vertreten!

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Grüne Enttäuschung

Ich mag sie, die Grünen, und ich habe sie auch diesmal wieder gewählt. Nach den Wahlen gab es selbstkritische Stimmen, was falsch gemacht wurde. Ja, find ich gut. Sowohl, dass es solche selbstkritischen Äußerungen gibt, und auch, was und wie kritisiert wurde.

Doch was ich bei Klaus Werner-Lobo las, schockierte mich:

Das ließen wir uns in Marktforschungen abtesten, kommunizierten in einem eigens definierten sogenannten Markenkanal (als Vorbild für die Notwendigkeit, die Grünen zu einer Marke zu machen, nannte man uns unter anderem die Hautcreme Nivea), zogen uns hellgrüne Softshelljacken (26 Euro, made in China) an, die besonders Fleißigen kauften sich sogar hellgrüne Uhrbänder und hellgrüne iPhone-Hüllen, und verteilten tausende „Bio macht schön“-Sackerln namens Sieglinde (made in India, trotz Billigstpreis von ca. ein Euro Fairtrade), die uns das Subproletariat am Viktor-Adler-Markt mit einer Intensität aus den Händen riss, dass wir diese Wahlen einfach gewinnen mussten.

Taschen Fairtrade, Jacken nicht? Und kommt mir jetzt nicht mit dem Kunstfaser-nicht-zertifizierbar-Argument. Es geht um die Fertigung.

Echt, leider, bin enttäuscht.

Und ja, trotz allem: Ich bin auch überrascht.

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