Archiv des Autors: nunette

Akademische Wolle

Nach zwei Tagen ausgiebigen Feierns des Liebsten Geburtstags (sowie einem Einzug ins Halbfinale bei den Meisterschaften beim 4. Währing Open Crossboccia-Turnier, yeeah – dort habens mich dann leider pulverisiert, die Herren), einer aufgeräumten Wohnung, in der ich schon wieder nix find, und einer akuten Wetterverschlechterung bin ich wieder tief in den Fängen meiner Abschlussarbeit gefangen.

Ich schon. Meine Gedanken nicht. Die flattern immer noch andauernd in die Gegend von Mitte Oktober, wenn ich dann wieder wirklich. viel. Freizeit. habe. „Nur“ noch Vollzeit arbeiten, aber danach Feierabend.

Da kommt es natürlich unglaublich gelegen, dass einen Häuserblock vom Büro entfernt ein weiteres Wollgeschäft aufgemacht hat (womit ich jetzt allein in der nächsten Umgebung meines Büros DREI Wollläden habe, während es vor einem Jahr noch eines war, das ich noch dazu nicht so mag). Ich habe zwar derzeit durch diverse Ausmistaktionen von Freundinnen-Mamas und eigenen Omas sowie mein großes Pulloverprojekt mehr als genug Wolle zuhause, aber so ein Anblick macht das Strickherz einfach glücklich:

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Ich darf vorstellen: Das Wollart in der Lerchenfelderstraße.

Ich fürchte aber, ich werd trotzdem meinen lieben Pingouinen treu bleiben, für die ich auch bis in den Achten rüber fahre. Nochmal trotzdem: Ich freu mich, wie sie grad wie die Schwammerln aus dem Boden schießen, die Wollgeschäfte. Lasst uns hoffen, dass dieser „Trend“ noch lange anhält!

Doch jetzt heißts leider wieder: Studieren statt stricken. Habt einen schönen Sonntag!

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Nixkaufen in Augsburg

Yiha, man hat mich mal wieder um meinen Senf gebeten! Diesmal von einer Journalistin in Augsburg, die mich für die Onlineausgabe der Augsburger Allgemeinen interviewt hat! Lustig, wie sich mein Blog seit diesem Beitrag in Deutschland ausbreitet – muss ich jetzt aufpassen, dass ich nicht mehr Wörter wie „Spompanadln“, „Gfrastsackln“ oder „Dulliöh“ verwende? 🙂

augsburg

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Prokrastinationsbelohnungsshopping

Ich habe es doch glatt getan: Ich habe mich belohnt. Gestern nämlich einen Meilenstein 2013 abgehakt (leider wars nicht die FH-Abschlussarbeit, die mir wie ein Stein im Magen liegt). Und? Ich bin shoppen gegangen, als Belohnung – und als Ausrede, damit ich nochmal außer Haus kann, bevor ich mich wieder zu der FH-Abschlussarbeit hinsetz….Prokrastinationsshopping quasi. Eigentlich ist ersteres ein Wesenszug von mir, den ich mal viel zu oft hab hervorkommen lassen – und der mich auch zu meinem Entschluss brachte, ein Jahr Shoppingauszeit zu nehmen. Doch gestern musste es sein, ich war sehr stolz auf das Erreichte – dass man sich dann nicht gleich belohnen muss, habe ich zwar in den letzten eineinhalb Jahren gelernt, aber hin und wieder…tut es einfach gut, daran gibts nicht zu rütteln. Verdammte Glückshormone. Gekauft habe ich das hier:

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Stoff. Im Stoffsalon, bei der lieben Alex (wo es übrigens noch einige freie Plätze für die kommenden Nähkurse gibt, nur so nebenbei). Ich bin extra dorthin, weil ich Bio-Stoffe haben wollte – doch leider gab es solche nicht in schwarz und grau. Nach einem kurzen Kampf mit meinem Gewissen („Es ist nicht bio!“ „Aber du wirst es selbst herstellen, also wirds fair produziert sein!“ „Aber es ist nicht bio!“ „Aber wenn du jetzt Biostoffe nimmst, nur in anderen Farben als du es willst, wirst das fertige Teil auch nicht anziehen. Bringt also nix!“) nahm ich jeweils einen halben Meter in Grau und Schwarz mit. In nicht-bio.

Findige LeserInnen dieses Blogs werden sich schon denken können, warum. Den anderen helfe ich hiermit gerne auf die Sprünge: KLICK! Ja, den werde ich nähen. Wenn ich darf, bittebitte bei der lieben Aniger draußen am Land. Es warat wegen ihrer Overlock 🙂 *liebschau*

Hach, ich bin einfach schon so voller Vorfreude auf die viele Zeit, die ich ab Mitte Oktober haben werde – wenn die FH abgeschlossen und das Buch in Druck ist. Dann werde ich mein Pulloverprojekt beenden, den Rock nähen und einfach ganz. viel. Zeit. haben.

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Von unfertigen Kleidern und bald fertigen Stiefeln

Motzraunznöl. Ich wär ja wirklich schon gern weiter mit diesem Projekt, aber bisher ist genau das Vorder- und Rückenteil halb fertig – und der erste Ärmel genau SO lang:

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Warum? Weil ich derzeit mitten in meiner FH-Abschlussarbeit und den finalen Korrekturen hierfür stecke. Ächz. Dabei würd das Wetter grad so perfekt passen für das Pulloverkleid….

Aber zurück zu meinem Schuhgemosere von letztens: Erstens mal danke für die vielen Hinweise hier am Blog und auf Facebook, einige ganz gute Marken, so rein optisch, gibts ja doch. Nur: Ich bilde mir grad ganz fest solche Schuhe wie die unten am Foto ein – wo find ich die in bio und fair? Ich weiß, die schauen jetzt nicht besonders ausgefallen aus, aber ich (ich!) werde mich demnächst von einigen (einigen!) Schuhen trennen (!!), und hätte gerne solche. Und: weiter Schaft, ganz dringend! Ich habe nach eingehender Begutachtung übrigens leider festgestellt: Meine Lieblingsteile sind sehr abgelaufen und haben bereits an zwei Stellen Ansätze von Löchern (!), so niedergeritten hab ich die in den letzten drei Jahren. Das gibt noch Traueranfälle, wenn der Schuster mir die harte Wahrheit überbringt…

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Gefunden auf Pinterest, dieser zeitfressenden Teufelserfindung 🙂 Ich find ja das ganze Outfit cool, aber ich werd nie verstehen, wie es bequem sein kann, Taschen SO zu tragen.

Edit: WOW, Jonnys hat sie ja wirklich alle (nur noch nicht auf ihrer eigenen Homepage 🙂 )!! Ich habe hiermit offiziell eine neue LIeblingsmarke. Jetzt muss ich nur noch schauen, von welcher Ecke ich mir die 130 Euro abspare…

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Kaufrausch und Verkäuferschmähs, dokumentiert

Also wenns nicht gerade um Sitcoms a la Big Bang Theory oder 2 Broke Girls oder – ich gestehe – Sozialporno a la Shopping Queen zum Hirnabschalten (Immer noch: Eine Sendung wie ein Autounfall, und der kommentierende Designer liefert überraschenderweise manchmal echte Wuchteln ab) geht, bin ich ja kein so großer Fan von deutschen Privatsendern.

Doch gestern war – zwar auch mit diesem klassischen Privat-Skandal-Reportage-Kolorit, aber trotzdem – eine sehr lässige Doku auf RTL. Es ging um sogenanntes Schnäppchenkaufen und den klassischen Kaufrausch: „Nicht mit uns! die große Schnäppchenlüge“ der natürlich höchst plakative Titel… hier kann man die ganze Sendung nochmal anschauen.

Einiges kannte ich schon, was vor allem in großen Ketten abgezogen wird, aber so gehäuft war es dann doch wieder überraschend und schockierend. Um den Absatz zu steigern, werden

  • Produkte künstlich verknappt (damit man es gleich kauft, weil man gelernt hat, dass das Zeug weg ist, wenns weg ist, und nicht nachgeliefert wird).
  • Stressmomente ausgelöst („Nur jetzt!“ „Angebot des Tages!“), was den Blutdruck steigert und dem Körper suggeriert: Überlebensmodus, raff an dich, was geht, du hast keine Zeit zum Denken.
  • Rolltreppen mindestens acht Meter vom Eingang entfernt aufgebaut, damit man eine ganze Strecke durchs Geschäftslokal zurücklegen muss – und rechts und links starren einen am Weg die Verführungen an.
  • in Schuhgeschäften Parfums mit Ledergeruch versprüht, auch wenns dort nur Plastikschuhe gibt (und das wird dann „Air Design“ genannt, unglaublich)
  • falsche „statt“-Preise angegeben („Jetzt 1,99 statt 3,49!“ – dabei hat das Teil nie mehr als 1,99 gekostet)
  • Fenster abgehängt und mit Kunstlicht „warmes“ Licht geschaffen
  • Illegalerweise Störsender eingebaut, damit man nicht an der Kasse stehen kann und sagen kann: „Bitte auf Geizhals steht, dass es das Teil dort und dort um 20 Euro billiger gibt.“ bzw überhaupt gleich in den anderen Laden schaut). Schwer illegal, weil wenn alle Handys nicht funktionieren, funktioniert bei einem Notfall das Rufen einer Rettung auch nicht.

Aber das Allerirrste ist die Familie, die damit Geld verdient, dass sie im Bekanntenkreis verdeckterweise Produkte anpreist. Anschauen!

Das Schöne kam dann danach: Mein Lieblingsfilm – typische Amikomödie, aber mit unglaublich vielen Lachern und vor allem einer grandiosen Sookie (ich merk sie mir einfach nur unter dem Namen) sowie einem männlichen Hauptdarsteller, dessen irischer Akzent (unbedingt auf Englisch schauen, den Film) mich damals im Kino zum Schmelzen gebracht hat. War ein bissl peinlich, der Holde ist direkt neben mir gesessen…. Tut zwar jetzt genau nix zur Sache, was diesen Blog angeht, aber … mei. Mir ist grad danach. Ich mag nämlich nicht FH-Abschlussarbeit schreiben. Merkt mans? 🙂

 

 

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Offiziell, die zweite: WearFair & mehr

Tadaa, unsere neue Aussendung:

www.wearfair.at

Aviso: WearFair & mehr 2013 – DIE Messe für Mode und Lifestyle – ökologisch, fair, nachhaltig

Die WearFair & mehr macht Linz von 27.-29.09.2013 zur europäischen Hauptstadt der Nachhaltigkeit. Das Angebot kann sich sehen, fahren, tragen und schmecken lassen: Vom Elektrozweirad bis zu Taschen, die aus Feuerwehrschläuchen upgecyclet wurden, vom Natursauerteig aus dem Fichtenholzfass zum Sonnenstrom und vom Bio-Nagellack zum ökofairen Baby-Shirt.

Bunt ist das Angebot – aber der rote Faden quer durch das Sortiment ist grün und fair. Über 130 Ausstellerinnen und Aussteller aus ganz Europa kommen heuer nach Linz und garantieren durch von uns anerkannte und auserwählte Gütesiegel die ökofaire Nachhaltigkeit ihrer Produkte“, erklärt Messeorganisatorin Uta Varty das Konzept der WearFair & mehr.

Diese geht heuer schon zum sechsten Mal über die Bühne. „Bis dato lag der Schwerpunkt auf Bekleidung – durch die jährlich wachsenden Besuchszahlen haben wir aber gesehen, dass wir über den Tellerrand hinausschauen und das Angebot ausweiten sollten. Heuer findet man hier so ziemlich alles, was das Herz für Nachhaltigkeit begehrt & mehr – von Bekleidung, über Ernährung bis zu nachhaltigen Geldanlagen!“, freut sich Varty.

Aber nicht nur zum unbeschwerten Kaufen soll die WearFair & mehr anregen. Parallel zur Messe wird in den denkmalgeschützten Räumen der Linzer Tabakfabrik auch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm geboten, das zum Diskutieren, Zuhören, Austauschen und Informieren einlädt. Bei Diskussionsveranstaltungen tauschen sich ExpertInnen, UnternehmerInnen und JournalistInnen über die Möglichkeiten alternativer Lebensstile aus, bei Filmvorführungen, Seminaren und Workshops können die BesucherInnen hautnah erfahren, welche Ansätze es zu nachhaltigen Lebensstilen gibt.

Das neue Team, bestehend aus MitarbeiterInnen von Südwind, GLOBAL 2000 und dem Klimabündnis Oberösterreich, hat sich für die WearFair & mehr 2013 ein klar definiertes Ziel gesetzt: „Mit der WearFair & mehr 2013 in Linz zeigen wir auf, was man alles tun kann, um mehr Nachhaltigkeit ins Leben zu bringen: vom bewussten Konsum bis zu den vielfältigsten Handlungsmöglichkeiten im Alltag, 365 Tage im Jahr!“

Weitere Informationen zur WearFair & mehr 2013 finden Sie unter www.wearfair.at/messe und auf Facebook unter https://www.facebook.com/WearFair

Fotomaterial zum Downloaden
Fotos 2013 in der Tabakfabrik
Impressionen der WearFair 2012

Tickets:
Vorverkaufstickets sind in allen Sparkassen und Erste Banken erhältlich.
Ermäßigte Eintrittskarten erhalten: BesitzerInnen der Familienkarte OÖ und der Linzcard, AK-Mitglieder mit der Leistungskarte, InhaberInnen des Aktivpasses, SchülerInnen, Studierende, Arbeitslose, Zivildiener, AsylwerberInnen, PensionistInnen
Kinder bis 15 Jahre zahlen keinen Eintritt.

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Faire Schuhe. Blödes Thema.

Leider leider. Im Netz gefunden: Ökoschuhe.de.

An sich eine tolle Idee. Wirklich. Gute Biohändler zusammengefasst zu einem Store, große Auswahl, alles fein.

Aber es wird leider nicht besser, diese Optik. Wieso können Ökoschuhe nicht einfach „normale“, aktuell moderne Leisten haben? Sehe ich das falsch? Wenn man aufs Material und die Produktionsweise achtet, warum kanns dann nicht egal, sein, nach welchen Zuschnitten man arbeitet?

Mit sehr wenigen Ausnahmen – hier (aber zu hoch für gemütliches Gehen für mich), hier (aber für meine Verhältnisse viel zu teuer) und hier (gut, die find ich wirklich schön) – find ichs einfach fürchterlich, diese Optik – ich habe mich grad wirklich durch alle Kategorien bei den Damenschuhen geklickt. Ein bißchen mehr Auswahl an Schuhen, denen man ihre Ökoherkunft nicht sofort ansieht, gibts bei Maas Natur, finde ich.

Die Ausnahme: Ökoschuhe, denen man das Öko nicht ansieht.

Die Ausnahme: Ökoschuhe, denen man das Öko nicht ansieht.

Trotzdem, ich kapiers nicht. In der Mode bemüht man sich seit Jahren, dass Ökomode den Jutesack-in-blassen-Naturfarben-Look endlich loswird – und ist dabei auch erfolgreich, die diese herzige Taxigeschichte (letzter Absatz) auch beweist. Warum ist es dann den Schuhmarken, die gut und fair produzieren, so wichtig, dass man ihren Look kilometerweit im Nebel erkennt?

 

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Prokrastinationsideen in Hülle und Fülle

Na eh klar. Was passiert, wenn ich vier Tage intensivst über meiner FH-Abschlussarbeit brüten sollte? Ich entdecke, nachdem mich die Hinweise eigentlich immer genervt haben, Spotify für mich  – natürlich gleich mal in der Premiumversion, ich mag schließlich vor allem unterwegs streamen können, ich beschließe, nicht mehr wegen einem Tablet herumzuraunzen und stattdessen mehr Funktionen an meinem Handy zu testen (und beginne, bis vier in der Früh Bücher am Handy zu lesen…blöder Nebeneffekt), und mir fallen unzählige Projekte ein, die ich machen könnt, wenn ich nicht an dieser blöden Arbeit sitzen müsste, von der gradmal die Hälfte geschafft ist. Ein Ergebnis meines kauffreien Jahres ist definitiv die sehr große Lust aufs Selbermachen – selbst stricken, selbst nähen….

Erstens: Mein selbstgestricktes Bändchentop wird zum Kleid, als Top hab ichs nämlich nie an, und dafür ist es zu schade. Gemeint ist das zweite von rechts:

2013-07-25 17.40.41

Ich möchte mir unbedingt genau so einen Rock nähen, die Anleitung wirkt ja wirklich watscheneinfach (Klick aufs Bild -> ab zur Anleitung):

rock

Ich ärgere mich, dass ich diese Anleitung nicht vorm Sommer schon gefunden hab – weil ein ganz ähnliches Kleid auf Dawanda mir schon verdammt gut gefällt:

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Sechskommasechs Minuten

Ich les schon seit einer Weile dort mit, hab allerdings noch nie drüber geschrieben: Beyond Fashion ist ein echter Lesetipp für Fans von FairFashion-Blogs. Bin dort über eine spannende Auflistung gestoßen (meine Kommentare in schräg):

  • bis zu 60 000 km hat ein Kleidungsstück schon zurückgelegt, wenn es bei uns auf dem Ladentisch liegt (eineinhalbmal um die Erde)
  • mehr als 6 kg Chemie kommen auf die Herstellung von einem Kilo Textilien (siehe hier)
  • 7 000 textile Ausrüstungsstoffe und 4 000 verschiedene Farbstoffe kommen in der Bekleidungsindustrie zum Einsatz
  • ¼  des Gewichts eines Kleidungsstückes sind Chemikalien (oft auch mehr, siehe wiederum hier)
  • 35€ Monatslohn erhält eine Näherin in Bangladesch (hat sich eigentlich irgendwas getan seit Rana Plaza? Es wurde ja wieder eine Erhöhung des Mindestlohns angekündigt, was nicht nur aufgrund der Inflation von 8% bitterst nötig ist, es ist einfach immer noch insgesamt viel zu wenig.)
  • lediglich 0,5 bis 1% des Verkaufspreises geht als Lohn an die ArbeiterInnen
  • 6,6 min darf die Fertigung eines Sweatshirts dauern (das war mir neu. Wenn ich daran denk, wie bescheiden meine Ergebnisse werden, an denen ich mindestens eine Stunde und mit viel Ungeduld arbeite…)
  • oft bis zu 17 h beträgt ein Arbeitstag der NäherInnen
  • 90 % der in Deutschland verkauften Kleidungsstücke werden in Billiglohnregionen produziert
  • 11 % aller Pestizide und 24 % der Insektizide weltweit werden für den Baumwollanbau verwendet
  • 10 000 Bauern sterben jedes Jahr beim Einsatz von Pestiziden im Baumwollanbau (mehr, da bin ich mir sicher)
  • 750 000 Tonnen Altkleider landen jährlich in Deutschland in der Kleidersammlung

Viele der Zahlen kannte ich schon, aber so, in aller Härte aufgelistet, übt das immer noch gewaltige Kraft auf mich aus. In anderen Worten: Das fetzt rein, immer noch.

Guter Blog.

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Dreiste erste Straße

Beim Recherchieren von Blogs im Textilbereich bin ich auf die Corporate-Seite von Street One gestoßen. Lese den Einleitungstext.

Unsere Marke

Eine Vision von aktueller und schneller Fashion

Die Unternehmensgründer der Marke Street One hatten 1983 eine Vision. Sie wollten aktuelle Fashion kurzfristig und schnell liefern können. Das haben sie geschafft und diese Aufgabe wird heute noch jeden Tag und immer wieder aufs Neue vom gesamten Street One Team gemeistert. Mit einem Gespür für Fashion und einem kompletten Fashion-Sortiment.

Mit viel Disziplin und bestens durchorganisierten Prozessen. Denn nur so können 12 Kollektionen im Jahr an über 4.000 Verkaufspunkten in ganz Deutschland und Europa so schnell geliefert werden.

Überall dorthin, wo die Marke Street One für hohe Aktualität und Kombinierbarkeit von Fashion steht, gepaart mit hervorragenden Passformen und Qualitäten sowie einem optimalen Preis-Leistungs-Verhältnis.

Denn bei Street One stehen die Wünsche und die Bedürfnisse der Kundinnen immer im Mittelpunkt allen Handelns. Das ist die von allen konsequent gelebte Markenphilosophie. Die Marke lebt und liebt die Marktnähe.

Deshalb ist Street One auch so attraktiv für ihre Handelspartner und Kundinnen. Für die einen wegen der abverkaufsstarken Produkte, des hohen Lagerumschlags und des kontinuierlichen Wachstums. Für die anderen wegen der modischen, abwechslungsreichen und aktuellen tollen Outfits. Das alles macht Street One heute zu einer der führenden und erfolgreichsten Young-Fashion-Marken für Frauen.

Bisher dachte ich, dass Textil-Unternehmen die paar kleinen grünen Schritte, die sie tun, sehr laut kommunizieren, aber den ganzen Rest, der – sagen wir mal – sehr ungrün ist, einfach verschweigen. Dass ein Unternehmen auch noch so stolz erklärt, dass sie mit 12 Kollektionen im Jahr Mitglieder der mörderischen Fast-Fashion-Bewegung sind, und stolz sind auf abverkaufsstarke Produkte (ist ein Unterschied zwischen abverkaufsstark und verkaufsstark oder kapier ichs nur einfach nicht?) und mit keinem einzigen Wort auf Verantwortung, Nachhaltigkeit oder wenigstens irgendein Scheiß Ökotex 100-Siegel-Gedöns eingehen, das find ich schon heftig.

Oh. Sorry. Hab grad weitergeklickt. Da steht dann doch was von Verantwortung. Und als ob ichs gerochen hätte: Weiterlesen
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