Schlagwort-Archive: shoppingfrei

Gemeinsam stark

Nachdems in den Kommentaren einige diesbezügliche Aussagen gegeben hat: Falls es Frauen (ich setz das jetzt mal voraus, dass Männer dem weniger abgewinnen können) gibt, die ebenfalls ihr Einkaufsverhalten zumindest mal reduzieren wollen – gemeinsam ist das leichter!

Ich habe eine Emailadresse eingerichtet, und wer von seinen Erfolgs- oder Schwächeerlebnissen in interessierter Runde berichten will, de füge ich gerne einer Verteilerliste zu. Schreibt doch einfach an ichkaufnixx@gmail.com (Achtung, zwei x, alles andere war schon vergeben…) und berichtet!

 

 

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Lagerkoller

Ich bin krank. Ein böserböser Darmvirus kettet mich grad ans Schlafzimmer (bzw. ans direkt danebengelegene Bad). Ich sumpfe in Schlabberklamotten herum, kann nix machen, weil nach fünf Minuten „Action“ ist mir erstens schwindlig und zweites düse ich eh schon wieder in Richtung Klo. Sämtliche TV-Theken bin ich langsam durch. Mir ist unglaublich langweilig und ich fühl mich allein und ungeliebt (obwohl Freunde anrufen, wie es mir geht, die Mama mir Cola und Soletti vorbeibringt, und überhaupt).

Ein leidiges Thema kommt mal wieder auf: Onlineshopping. Ich weiß, ich bin inzwischen komplett schizophren – einerseits schimpfe ich über die Produktionsverhältnisse großer Textilanbieter, andererseits: Das Kleid hier mit meinem schwarzen Blazer und noch nicht gekauften nudefarbenen Schuhen wäre doch ideal für die Hochzeit, auf die ich in zwei Wochen eingeladen bin, oder?

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Überforderung

Und wiedermal schlägt die Wahrheit der Verdrängung einen rechten Haken ins Gesicht. Bin gestern über diesen Bericht gestolpert. Ja, es ist keine Überraschung, dass es auf Lederfarmen so zugeht. Wir alle haben Lederschuhe (ok, Hella, fast alle…) – es sind Bekleidungsgegenstände, die aus den Kleiderkästen der Menschen kaum wegzudenken sind. Ich kann mich natürlich für den Gedanken erwärmen, darauf zu verzichten – ich mag Lederschuhe und -jacken, zugegeben. Wenn ich nicht darüber nachdenke, aus was sie gemacht sind.

Ich trage oft auch Alternativen zu Lederschuhen. Dazu gehören bei mir sechs Paar Chucks, von superverlatscht über bissl zu klein bis hin zu selbstdesignt. Doch auch von den Produktionsstätten von Converse liest man nichts gutes. Außerdem glaube ich, dass bei dieser massiven Plastik/Gummi-Produktion sich die die Fabriken umgebende Umwelt auch nicht wirklich freut. Oder die optische Seuche namens Crocs – die meisten der Billigkopien haben sehr hohe Schadstoffrückstände im Material..und Crocs-artige Schuhe trägt man bekanntlicherweise ja meist barfuß….

Es gibt Alternativen. Es gibt vegane Schuhe, die gar nicht mal so sehr nach Öko ausschauen wie gedacht. Es gibt Waldviertler – die mir persönlich aber dann doch wieder zu Öko ausschauen. Außerdem bin ich schlicht überfordert. Genauso, wie im Biogemüse der EHEC-Keim nachgewiesen wurde, im Biohendl die antibiotikaresistenten Keime, oder man auf dem Gemüse und Obst Spritzmittelrückstände hat, dass es einer Sau graust, oder Hühner in der Freilandhaltung kaum mehr Platz haben als solche in normaler Bodenhaltung, kann ich nicht wissen, was eigentlich bei der Produktion meiner Schuhe oder Kleider abgeht. Ich bin dem Produzenten im Grunde ausgeliefert.

Leute, ich bin überfordert. Was kann ich eigentlich noch anziehen, essen, trinken und ganz schlicht kaufen? Selbst wenn ich mich noch so bemühe, es wird immer etwas geben, das ich in sozialer oder ökologischer Hinsicht falsch mache. Ist es dann eine Lösung, auf gar keinen dieser Aspekte mehr zu achten, drauf zu pfeifen und einfach zu kaufen, was ich will? Schade ich damit nicht mir selbst am meisten (siehe „Schmutzige Wäsche“ von Greenpeace)? Oder soll ich aufs Land ziehen, in einem Hochbeet meine eigenen Karotten und Zucchini anbauen, fünf Hendln herumlaufen haben, meine Schuhe selbst herstellen, meine Kleidung aus selbst gewobenem Stoff selbst nähen, unbedingt noch ein paar Schafe haben – wegen des Käses und wegen der Wolle? Wo ist der Mittelweg, den ich gehen kann, ohne – vorsicht, ums Eck gedacht – mir dabei bewusst sein zu müssen, dass ich gerade verdränge?

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gnaaaa….

Heute war der erste Morgen seit Beginn des Shoppingboykotts, wo ich vor einem Kleiderkasten voller nichts anzuziehen gestanden bin. Irgendwie gehts heut nicht. Ich bin müde, ich hab Magenschmerzen, und nix gefällt, nix entspricht der Laune. Ohne Boykott würd ich heut nachmittag auf der Mariahilferstraße flanieren, soviel ist sicher.

Waren heut vormittag auch bei einem Siebzigerjahreflohmarkt. Kleidung und Schuhe vom Flohmarkt gehen gaaar nicht, deshalb dachte ich, ich sei auf der sicheren Seite und würde nur nach Deko und Möbeln schauen. Weit gefehlt. Diese Tasche. In grün. Cord. Mit fake Horngriffen. Mit langem Träger. Kurz: gnaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa………….

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Jagd auf roter Oktober…ääh…rotes Kleid

Na toll. Ich habe es gestern geschafft, in meinen aufgeräumten (!) Kästen alles nach einem ganz bestimmten Kleid umzudrehen, beide Schmutzwäscheeimer auszuleeren, bei einem gleich mal den Deckel zu ruinieren, und im „Kleiderfach“ des Kastens jedes Kleid rauszuräumen – um das gesuchte rote Teil (übrigens mein erstes Cora Kemperman-Stück) dann ganz brav aufgehängt an der Stange zu finden. Wo ich bereits dreimal nachgeschaut hatte. Ich will mein Chaos wieder zurück, aus den „Mount McWäschebergen“ hab ich die gesuchten Objekte meistens binnen fünf Minuten rausgekramt gehabt…

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Noch 300 Tage – zur Feier des Tages wird eingekauft

Heute sind es noch genau 300 Tage bis zum Ende meines Boykotts. Und was macht die Nunu an so einem Tag? Richtig, sie kauft sich einen neuen Kleiderschrank (für die vielen neuen Kleidungsstücke, haha)! Die Cousine der Frau Mama will Paxe loswerden, und ein halber Meter Pax mit Spiegeltür wird demnächst das Badezimmer behübschen. Dann sind auf die Wohnung aufgeteilt zwei Meter Pax plus zwei Kommodenladen plus ein alter Eichenschrank, der derzeit auf zwei von drei Regalen Winterjacken und Pullover beherbergt plus mein heißgeliebtes Saftschubsenkastl für Unterwäsche und die heiligen Strumpfhosen (hier hergeborgt für ein Shooting). Die Handtücher sind zwar noch in einem Extrakastl, aber ansonsten ist alles, von Taschen bis Jacken, Hosen bis Röcke, Shirts und Kleider und auch ein paar Paar Schuhe, darin verstaut. Im Vergleich zur Lieblingsnachbarin natürlich wenig, aber im Vergleich mit einigen anderen Bekannten im (hell)grünen Bereich. Was meint ihr?

(c) nunette colour

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Wieviel Kastenbreite habt ihr so?

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Lockere Schrauben

Mir fällt grad selbst auf: Regelmäßig schreibe ich über Kleidung, von der ich mir einbilde, dass ich sie brauche und wie ich das in diesem Jahr wohl lösen werde und dass ich doch so unbedingt dringend unpackbar ohne gehts nicht wie mach ich das nur…..

Ich geh mir damit ja sogar schon selbst auf die Nerven, wie muss es euch erst gehen? Einige Schrauben in meinem Hirn müssen da wohl im Laufe des Jahres noch etwas nachgezogen werden, die sind schon ein bisschen locker, besonders die „Ich brauch das“-Schraube….

 

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Das Leggings-Paradoxon

Ich hab ein neues Problem, und es hat mal wieder mit Beinkleidung zu tun. Diesmal: Leggings. Ich besitze drei Paar schwarze Leggings. Alle haben sie jeweils 9.90 bei H&M gekostet. Und: Ich halte einen Kater. Der regelmäßig während der Kuscheleien meinen Schoß mit einem Kratzbaum verwechselt. Also besitze ich drei löchrige Leggings. Zugegeben eine der drei Leggings geht nicht auf sein Konto – die hab ich mir beim Wandern auf Teneriffa zerlöchert.

Wie auch immer: Leggings sind wichtig. Im Frühling und Sommer im Büro die einzige Möglichkeit, Röcke zu tragen, ohne bereits vorher im Südseeurlaub gewesen zu sein. Außerdem habe ich nicht die wunderbar durchtrainierten Beine einer Cameron Diaz – im Gegenteil, an schlechten Tagen erinnern sie sogar eher an eine Landkarte mit Relief (von Holland, hihi – einige Flüsse, aber wenige Erhebungen…). Nähen ist schwer, weil bei den Löchern aufgrund der fabelhaften Qualität der Produkte natürlich Laufmaschen entstanden sind.

Ein Jahr ohne schwarze Leggings? Sündigen? Betteln, welche geschenkt zu bekommen? Schlägt die Kategorie: „Brauch ich, weil wichtig und kaputtgegangen“ eigentlich die Kategorie „keine Kleidung kaufen“? Ich fürchte, in diesem Fall werd ich wirklich den Joker „Mama“ einsetzen müssen…

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2/12

Gestern waren zwei Monate Shoppingboykott um. Und gestern habe ich mich auch selbst überrascht – ich denke, ich habe so wahnsinnig viel Bedeutung ins Shoppen in meiner Lieblingsboutique gelegt, dass ich gar nicht mehr wahrgenommen hatte, dass mir die Teile der neuen Kollektion nicht gefielen oder vom Schnitt her einfach nicht für mich gemacht waren.

Was mich ebenfalls überrascht hat: Es hat gar keinen Spaß gemacht, mich dort umzusehen, im Gegenteil, ich war regelrecht gestresst. Dabei war es das erste Mal seit zwei Monaten wieder in einem Bekleidungsgeschäft. Und? Nix.

Shopping selbst geht mir also nicht ab, mein Kleiderschrank ist weiterhin randvoll, und ich sehe den kommenden 10 Monaten sehr gelassen entgegen. Allerdings freue ich mich auch wieder darauf, wenn ich dann danach ein Teil entdecke, das ich dann unbedingt haben will, das ich mir leiste, und über das ich mich dann lange freue. Jaja, Sockenpullis und so…

Ich freue mich, dass es mir selbst mit dem Boykott so gut geht, lese weiterhin wie verrückt thematisch Passendes und weiß jetzt schon, dass das Fazit nicht nur sein wird, dass ich Geld gespart habe…

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Ich habe es getan. Ich war dort.

Nun ja. Ja, ich war dort. Ich war schwach. Der Gedanke, in Brüssel zu sein und NICHT dort reinzuschauen, war leider nicht zu ertragen. Gedacht, getan – nach zwei Tagen Konferenz plus Meeting direttamente (ok, mit kleinem Umweg, blöde Metro) in Richtung Grand Place. War mir jedoch sogar auf den letzten Metern nicht sicher, ob ich nicht doch im letzten Moment daran vorbeigehen sollte. Der Puls begann bei diesem Anblick jedoch massiv zu steigen:

(c) Nunette Colour

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Und ich gestehe: Ich bin hineingegangen. Ich habe mir meine Jacke ausgezogen, weils warm war drin, habe mir das gesamte Angebot angeschaut, habe Stoffe befühlt, Preise verglichen, Farben und Schnitte bewundert.

(c) Nunette Colour

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Und jetzt muss ich noch etwas gestehen: Ja, es könnte unter Umständen sein, dass ich mir mit meinem CK-Wahn da was eingebildet habe. Vielleicht. Allerdings könnte es auch sein, dass mich schlicht nichts ansprach, weil ich irgendwie aus der Übung bin? Oder weil ich schon den ganzen Tag vermutlich vor lauter Stress Magenschmerzen hatte und ergo nicht „in Stimmung“ war? (nur so nebenbei: Wieso überschlägt es sich zuhause eigentlich immer, wenn man gerade mal drei Nächte weg ist? Dafür tut sich nichts, wenn man drei Monate weg ist?)

Jedenfalls habe ich den Laden nach knapp zehn Minuten wieder verlassen, ohne etwas anprobiert, geschweige denn gekauft zu haben.

Wie auch immer, ich muss noch etwas gestehen: Ich bin trotzdem verdammt stolz auf mich. Härtetest bestanden.

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