Es ist ein Erfolg. Man sollte sich freuen. Der Mindestlohn in Bangladesch wird auf 51 Euro angehoben. Das ist ein Fortschritt, allerdings immer noch nicht ausreichend. Knappe 100 Dollar wären ein guter Existenzlohn, an unterster Grenze liegen den Aussagen von Clean Clothes nach 75 Dollar. Aber 51 Euro sind mehr als knapp 30 Euro, definitiv. Trotzdem kann ich mich grad nicht so richtig freuen. Erstens, weil der Kampf um diesen neuen Mindestlohn allein in den vergangenen Tagen durch Unruhen und Zusammenstöße schon wieder Dutzende Tote gefordert hat, zweitens, weil ich hoffe, dass eine solche Mindestlohnerhöhung sich nicht auf die Arbeitsbedingungen auswirkt („Du musst jetzt doppelt so schnell produzieren, damit der Stückpreis für die Textilunternehmen gleich bleibt“) und zweitens, weil ich irgendwie ein Damoklesschwert pendeln sehe über den ArbeiterInnen.
Beim Fashioncamp erfuhr ich von einer Journalistin, dass in Haiti damals nach dem verheerenden Erdbeben massiv Werbung betrieben wurde, in Haiti Fabriken für Exportgüter aufzubauen. Kostet ja eh nix, und die Leut sind mit nur einem minibissl mehr als nix zufrieden. An sich eine gute Idee, in Katastrophenregionen für Jobs zu sorgen – aber der Haken: Weiterlesen










