Was ich vom Textilschweden eigentlich will

Die wunderbare Madeleine hat nun auch ihren Beitrag über unseren Termin bei H&M gemacht. Sehr ausführlich, sehr ehrlich, und sehr direkt. Ich hab mit jeder Zeile breiter gegrinst. Sie bringts wunderbar auf den Punkt und fasst in einem Artikel zusammen, was ich in den letzten Wochen so alles angesammelt habe, von „recycletem Polyester“ über die wirklich schlechte Conscious Collection bis hin zum Marketingschmäh Recycling Week. Super schön gemachter, toll ausrecherchierter Artikel, große Leseempfehlung!

©DariadariaHMSustainabilityReportConsciousCollection-5

In meinem eigenen Beitrag zu dem Termin wurde ich gefragt, was eigentlich mein Ziel mit den Schweden ist. Das ist eine sehr gute Frage. Einerseits ist mein Ziel Informationsaustausch und wirkliches Hintergrundwissen, um nicht polemisch einfach nur auszuhauen, sondern mir wirklich anzuschauen, was die Schweden wirklich machen, wovon sie nur groß reden, und welche Ziele dahinter stecken. Und auf der anderen Seite ist mein Ziel Aufklärung. Ich möchte, dass viele, viele, viele Menschen davon lesen, was in der Fast Fashion Branche falsch rennt. Und irgendwann, davon träum ich, werden die Schweden auf öffentlichen Druck hin auch ihre Verkaufspolitik ändern und die KonsumentInnen, denen Nachhaltigkeit zwar wurscht ist, die aber trotzdem auf dem gleichen Planeten wohnen wie wir alle, einfache nicht mehr mit 10-Euro-Jeans versorgen. Aber ich träum auch von einer Weltreise mit Fahrrad im Gepäck. Man muss sich halt große Ziele stecken… 🙂

Ich freu mich gerade sehr, hoffe, dass ganz viele ihrer Leserinnen unsere Kritik verstehen und danke Maddie für die Fotos (copyright liegt natürlich bei ihr). Lustig, ich pass zum Hintergrund, eine der neuen Kollektionen, meiner Zeit voraus, oléolé!

Und über diesen Blick hab ich gerade Tränen gelacht. So schau ich also drein, wenn ich mit Textilschwedinnen rede…

maddiehm

5 Gedanken zu „Was ich vom Textilschweden eigentlich will

  1. Danke fuer diesen Beitrag.
    Ich verstehe deine Motive. Wenn du sagst „wirkliches Hintergrundwissen“ – damit meinst du vermutlich eher einen Einblick in deren Sichtweise statt echtes Hintergrundwissen, oder? Du kommst ja auch als Anklaeger zu denen und kannst nicht erwarten, dass sie dir etwas sagen, das du noch nicht weisst. Dass die die Leute „einfach nicht mehr mit 10 EUR Jeans zu versorgen“ ist ein nobles Ziel, aber natuerlich komplett realitaetsfern. Wenn die es nicht tun, tut es wer anders.
    Ich bin ja nicht in deinem Geschaeft und kenne die Instrumente, die ihr benutzt nicht – ich haette nur naiv gedacht, dass man eher versucht einen politische Willen zu erzeugen, die schlimmsten Produkte nicht mehr ins Land zu lassen oder entsprechend zu besteuern.
    Dass ein Konzern wie H&M seine humanistische Seite entdeckt ist eher unwahrscheinlich und selbst wenn sie es tun kommen 10 andere und fuellen die Luecke. Solange die Leute das kaufen, wird es Verkaufer dafuer geben.

    Keine Ahnung. Aufklaerung betreibst du damit aber allemal. Und das ist vielleicht das wichtigste unter den realistischen Zielen, die man sich setzen kann.

    Was mir als Konsumentin uebrigens helfen wuerde waere eine verstaendliche Uebersicht ueber die verschiedenen Siegel die es gibt. Was da wirklich hinter steckt, wer da wie oft kontrolliert usw. Ich lasse mir gerade ein Kleid von einer Schneiderin bei mir in der Stadt naehen (und Hauptgrund hierfuer ist, dass ich keine faire Alternative gefunden habe – in Deutschland von Schneiderinnen genaeht und dann natuerlich mit gutem Geld bezahlt ist vermutlich das fairste, an das ich rankommen kann) und diese Dame hat sich sehr, sehr zurueckhaltend ueber verschiedenste Siegel geaussert: „Die zertifizierten Haendler, bei denen ich kaufe sagen selber, dass sie nicht so kontrollieren koennnen wie sie eigentlich angeben – wenn die da ankommen ist immer alles aufgeraeumt, natuerlich sieht das da sonst nicht so aus.“ Sie haelt diese ganze Siegelgeschichte fuer einen PR Gag, mit dem man eine bestimmte Zielgruppe anspricht.
    Was mache ich als Normalkonsumentin mit dieser Info? Ich kann keine 600 Seitigen Berichte lesen, nur um ein Tshirt zu kaufen.

  2. Ruhrstyle sagt:

    Liebe Nunu,

    ich finde einfach wunderbar, dass ihr dieses Gespräch geführt habt. Es ist sehr wichtig immer und immer wieder über diese Augenwäscherei aufzuklären und du machst das sehr sehr gut! Es erschreckt mich immer wieder, wie gewissenlos Menschen mit Kleidung hantieren.
    Es ist erst ein paar Tage her, da war ich bei einer Bekannten zu Besuch…Im Laufe des Nachmittags sagte sie dann irgendwann zu mir: „Hör mal, du hast doch kein Problem mit second hand und ich habe da so einen Karton voll mit Schuhe, die ich in die Tonne haue, wenn sie keiner haben will…magst du mal gucken?“

    Als ich die Kiste geöffnet habe , war ich ernsthaft schockiert. Etliche Paar Schuhe, die so gar noch ungetragen waren. Einfach mal eben so gekauft für die Tonne. Natürlich habe ich meine Bekannte in die Mangel genommen – aber leider ohne wirklichen Erfolg.

    Nun ja, ich habe also den Karton unterm mit nach Hause genommen, habe drei Paar behalten und den Rest in meiner Nachbarschaft verschenkt. Die Freude war da groß!

    Ach Mensch, würden diese ganzen Konsumtempel endlich ihre Produktionweise umstellen und zwar gewaltig, dann wären die Preise höher und diese Käufe für die Tonne, wären zumindest ein bisschen gedämmt.

    Da musste ich ja auch vor Verzweiflung lachen, als H&M diese Recycle-Aktion durchgeführt hat. Etliche Blogger rufen dazu auf dort hinzurennen und Klamotten ohne Ende in die Container zu kloppen. Warum? Wei´s ja einen Gutschein gibt! Unfassbar.

    Übrigens, das letzte Foto sieht super aus, als würdest du denken: „Erzähl mir doch nicht son Quark.“

    liebe Grüße
    Rebecca

  3. Ansku sagt:

    Liebe Nunu,

    ganz großen Dank an dich und Maddie, eure „Kooperation“ mit H&M ist wahrscheinlich eine der coolsten Bloggeraktionen gerade. 🙂 Ich bin so froh über dein Engagement, bitte hör nie auf zu recherchieren und dein Wissen weiterzugeben! Dass das ganze über Maddies klasse Zusammenfassung in ihrem Artikel auch eine andere Zielgruppe erreicht ist großartig. Danke an euch beide und weiter so!

    Viele Grüße
    Ansku

  4. […] darüber, leider oft unkritisch. Dass es auch anders geht, zeigen Madeleine von Dariadaria und Nunu von Ich kauf nix!, die sich kürzlich mit dem Sustainability Coordinator von H&M trafen. Entstanden sind sehr […]

  5. […] Ja, der Textilschwede tut was in Sachen Nachhaltigkeit. […]

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