Levi’s Vintage oder: Wie ver..sche ich meine Kunden am besten

Boah, ey. Boah boah boah boah boooah ey! War gestern mit Kathrin vom Green Ground auf der Seek. Das ist die Modemesse für die Oberhipster, die dann erfahren, was sie nächsten Sommer hip tragen werden, bzw. die für ihre hippen Shops bestellen. Das eine oder andere faire Label ist auch dabei, daher wollten wir hin schauen. Bei einem Stand packten wir beide unser Leben nicht mehr, ich meine, wie dreist kann man sein?

Levi’s hat eine neue Sublinie namens Vintage. Wir blieben stehen, gingen zum Stand und fragten, ob es sich hierbei wirklich um Vintage-Kleidung, also alte, getragene, noch gut in Schuss seiende Sachen handelt. Weit gefehlt. Levi´s schneidert nach alten Schnitten, lässt die eigene „Vergangenheit wieder aufleben“ und entwickelt „zeitlose Artikel, die unserem Anspruch und dem unserer Fans gerecht werden„.

Nach alten Mustern zu schneidern ist ja per se nichts Schlechtes. Das Ganze dann aber Vintage zu nennen ist frech und führt jene, die wirklich aus ökologischen Gründen nach Vintagebekleidung suchen, in die Irre – sie kaufen ein neu produziertes Kleidungsstück, die Lieferkette liegt im Dunklen. Gut, diejenigen, die sich wirklich damit beschäftigen, lassen sich davon auch nicht verarschen, aber ich mags einfach nicht, wenn die konventionelle Modeindustrie Begriffe verwendet, die für etwas komplett anderes stehen.

Aber der Oberhammer: Und SO schaut das dann aus!

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Das Ding hängt so am Messestand und kann von Händlern für nächstes Jahr geordert werden. Inklusive der Löcher. Nicht falsch verstehen, ich mag den „ogfetzten“ Look, aber der soll bitteschön selbst erarbeitet sein. Bei der Qualität der Shirts reicht wahrscheinlich eh ein, zweimal Waschen mit einer Jeans, bei der der Zipp offen gelassen wird….

Um jetzt nicht nur zu schimpfen, gibts noch eine schöne Nachricht, für mich halt. Meine gute alte Jeansjacke, echt bald im Eimer, und so groß, wie die Löcher sind, wohl auch unrettbar – die ist einfach schon hauchdünn an vielen Stellen. Ich hatte die letzten Wochen echt schon Bauchweh, weil ich einfach unbedingt wieder ein so gut passendes Teil finden will. Nicht so lala, nicht ok, sondern so perfekt wie meine. Und dann wenn geht auch bitte ohne Kompromisse, also nicht konventionell. Tataaa, gefunden bei Nudie Jeans! Dieser Schnitt IST ES! Und es gibt sie immer im Programm. Das heißt, ich hab nichtmal Stress, kann mir die echt dann kaufen, wenn meine endgültig auseinandergefallen sein wird. Sehr beruhigend –  ach, wie lieb ich das Konzept von Slow Fashion. Da gibts einfach Sachen wie solche Jeansjackenklassiker dauerhaft lieferbar und nicht nur eine halbe Saison lang.

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Aber die Seek, ich sags euch: Hipsteriger als dieser Anblick, den ich vom stylishen Liegestuhl auf einem Steg in die Spree „genießen“ konnte, wirds nicht mehr (wobei ein Bekannter angemerkt hat, dass der Bart fehlt. Der Bart!):

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Ethical Fashion Show also.

Ethical Fashion Show also, und Green Showroom. Heut mal nur ein kurzes, allgemeines Blabla dazu, ich muss das selbst erst setzen lassen Wow, war das gestern interessant. Nicht nur, so viele Labels auf einem Haufen zu sehen, denen es allen um wirklich gute Produktion geht, Neues entdecken (richtig verknallt bin ich in das – nicht wirklich massenfähige – Konzept, alte einzelne Waisensocken einzusammeln und gemeinsam mit Baumwollresten neu zu verspinnen – und daraus dann wieder Kleidung zu stricken, und richtig RICHTIG fesch finde ich die Sachen von Miss Green, es gibt außerdem auch richtig gute Sonnenbrillen bei Langbrett), alte Bekannte treffen, neue kennenlernen (die Jungs von Recolution sind coole Socken! Mindestens genauso cool wie das Team von bleed.) und ganz, ganz viele Eindrücke einer unglaublich dynamischen, blubbernden Szene zu bekommen.

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Was mich richtig, richtig umhaute, ich vor lauter BOAH, EY, GEIL aber nicht fotografierte (ich konnte mich nicht drauf konzentrieren), war die Modeschau von Jan’n’June feat. Ina Budde. Die haben eine Kollektion entworfen, die komplett im Kreislauf steht, also 100 Prozent verrottet, beispielsweise. Und da waren Schnitte dabei, Kleider, Tops, Blusen, ich bin aus dem Sabbern nicht mehr rausgekommen. Die Mädels haben versprochen, mir Bilder zu schicken, und ich freu mich schon darauf, sie euch vorzustellen. So leiwand. Wahnsinn. So Avantgarde, chic, weit vorne. Ein Traum.

Spannend war auch, die Farben des nächsten Sommers zu sehen. Ich bin ja nach meinen so-schaut-anders-aus-Bildern manchmal für meine fade Farbauswahl (schwarz, olivgrün, grau,..) kritisiert worden. Naja, nächsten Sommer werd ich glücklich werden 😉

Heute gehts noch weiter auf andere Messen, um mir mal einen Eindruck zu verschaffen, „wie es wirklich rennt in der Modewelt“ (Zitat Lars Wittenbrink). Ich bin ja mal gespannt.

Berlin ist übrigens auch ein Traum. Ich liebe Berlin ja. Augsburg ist eine wunderwunderschöne Stadt (das schreib ich jetzt, damit Sina nicht wieder sauer ist 😀 ), aber Berlin in seiner Vielschichtigkeit und mit seiner bewegten Geschichte, diese Dynamik, die hier herrscht, ich steh einfach drauf (und wenns schon um deutsche Städte geht, muss ich das jetzt leider auch schreiben: Gehts mir weg mit München…). Und Berlin hauts grad so richtig raus, stimmungstechnisch. Wahnsinn.

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es ist so.

Heute gibts mal wieder was Persönlicheres. Ich hab nämlich heute Jahrestag. Heute vor einem Jahr bin ich unterm Messer gelegen und hab zwei fette Drähte ins Schlüsselbein sowie ein paar Schrauben, Muttern und Drähte in die Schulter bekommen (zweitere sind dort immer noch, leider pieps ich nicht bei der Flughafenkontrolle, wär doch lustig). Beim Aufwachen nach der OP dachte ich, jemand hätte mir eine Axt in die Schulter gejagt und sie dort stecken lassen. Damals, vor einem Jahr, sagte mein Körper mir STOP. So ging es nicht weiter. Ich war gestresst, scheiße drauf, im Job lief es nicht, ich hatte gerade erst einen Mitbewohner rausgeschmissen, der mir ein halbes Jahr lang auf der Geldtasche und der Laune gelegen war, privat wars grad immer noch eine arge Umstellungs- und vor allem lange Sichselbstwiederfindungsphase nach der Trennung (anstrengend, aber sehr gut!), ich war zwar wirklich umgeben von den tollsten Freunden der Welt, aber doch wollte ich in vielen Bereichen einfach Dinge nicht wahrhaben, bin darüber hinweggehudelt, hab viel Party gemacht, und nahm in Bezug auf ichkaufnix jedes Angebot, das sich mir in den Weg stellte, an, Vorträge, Gastartikel, weißderTeufel. Stressig wars. Und dann gings ZACK, ich kippte einfach so ohnmächtig um und schon wars durch, das Schlüsselbein..

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Ich hab seither viel gelernt. Viel darauf geachtet, was eigentlich wirklich wichtig ist. Und es sind die kleinen Momente. Und die Tatsache, dass man sich selbst akzeptieren und lieben muss. Das ist gar nicht so leicht!

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Ich liebe ja meine Handykamera, alle paar Minuten muss ich Fotos machen – und das, obwohl ich Instagram verweigere. Heut früh bin ich in Berlin am Sofa einer Freundin aufgewacht und hab mal wieder durchgeblättert, das mach ich ganz gern. Und es waren wirklich viele echte Momente dabei. Was mir auffiel: Auf keinem dieser Bilder geht es um was Neues, was Gekauftes, was Materielles „haben“ (ok, mit Ausnahme der Badewanne und der Hängematte, mein (gemietetes) Zuhause ist eine meiner größten Glücks- und Kraftquellen. Und mein Fahrrad. Geliebtes, langsam in die Jahre kommendes Fahrrad.). Ich brauch kein tolles Auto, ich brauch nicht den neuesten Elektronikscheiß, ich brauch keine Markenkleidung, ich brauch keine Urlaube im Fünfsternhotel (das Sofa bei Mella ist tausendmal besser!) – das alles hat nix mit Glücklichsein zu tun! Es geht um Kuscheln mit der Katze einer Freundin, vom Hund einer anderen Freundin geknutscht werden, Lichtstimmungen, Sonne, Stolz auf sportlich Erreichtes, gute Abende mit Freunden, in denen man einfach dem Hedonismus frönt, Lachanfälle, Entspannung.

Ich will jetzt nicht angeben mit meinem ach so tollen Leben – so toll ist das nicht. Es ist nicht immer gut, dass bei mir Arbeit und Privates so komplett ineinanderzahnen, ich werde es wohl nie schaffen, anständige Geldbeträge anzusparen (wobei ich zugeben muss: Das ist mir rasend wurscht), ich hab immer wieder meine hauptsächlich gesundheitlichen Sorgen rund um meine Familie, es gibt immer wieder argen Gnatsch mit mir sehr nahestehenden Personen, der mir den Schlaf raubt, überhaupt, das mitm Schlafen können ist so eine Sache, ich hab immer wieder Issues rund um meinen eigenen Körper, find mich selbst an bestimmten Tagen nicht unbedingt die Miss Vienna (und an anderen denk ich mir: Pah. Ich bin echt. Echt schön.), neinnein, mein Leben ist nicht nur Sonnenschein. Aber es ist so. Es geht nicht um Konsum, es geht nicht um Habenhabenhaben, es geht um Momente, Stimmungen, schöne Dinge, die dir begegnen und Gutes, das dir geschieht, das du aber auch anderen schenkst (Alles im Leben kommt zurück. Alles. Drum bitte brav Karmapunkte sammeln, gell?).

Und ganzganzganz wichtig: Es geht darum, dankbar zu sein für das, was man hat!! Ich weiß, dass das von mir aus aus einer verhältnismäßig elitären Perspektive daherkommt. Aber ich weigere mich, irgendetwas für selbstverständlich anzunehmen. Es ist weder selbstverständlich, dass ich einen Job habe, der mich inzwischen wieder sehr glücklich macht, ein Dach über dem Kopf, das mehr ist als nur dieses, Freunde, die für mich und für die ich durchs Feuer gehen würde, Liebe, eine Familie, die zusammenhält und immer weiter zusammenwächst, das ist alles nicht selbstverständlich. Jederzeit kann ein Schicksalsschlag mir eine Person für immer wegnehmen, ich kann einfach so plötzlich alles verlieren. Alles kann passieren, und nichts ist selbstverständlich. Aber auch dann ist es so.

Und ich hab mir selbst was geschenkt. Neben der Narbe was zweites Dauerhaftes. es ist so.

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Lieber Körper, ich verspreche dir, ich tu dir das nie wieder an, dieses dich-komplett-ignorieren und es dann mit Medikamenten bekämpfen. Ehrlich. Und liebes Inneres: Ich werd auch weiterhin versuchen, wach zu bleiben und mich nicht per Konsum zu trösten, zu belohnen, abzulenken. So wie ich es früher gemacht hab. Das macht nicht glücklich.

Die riesige Shopping-Lady…

Asien ist ja lustig. Die sind dort so auf Turbokonsum unterwegs, dass es ärger kaum geht – also überall dort, wo ich in den letzten Jahren war und es mir aufgefallen ist. Nicht ganz unlogisch ist die Folge, dass gerade dort derzeit immer mehr an Gegenbewegung passiert. So auch von Greenpeace, in diesem Fall in Hongkong: Sie haben uns letztens eindrucksvolle Bilder eine Aktion geschickt:

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Eine zweieinhalb Meter große Riesenfrau trug ein Kleid, das aus dutzenden gebrauchten Kleidern, Schirmen und Plastikbechern zusammengenäht wurde, und hielt Einkaufstaschen mit dem Schriftzug „100 Kleidungsstücke, aber nix anzuziehen?“ in der Hand. Diese Performance war eine Kollaboration mit einem lokalen Künstler, und fand statt, um auf die Schlüsselergebnisse einer Umfrage rund um die Mentalität von Konsumenten in Hongkong und Taiwan (sowie deren Einkaufsgewohnheiten) hinzuweisen.

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Die Umfrage zeigte, dass ein in Hongkong lebender Mensch durchschnittlich 100 Kleidungsstücke besitzt – und dass 16 Prozent dieser Kleider selten oder nie getragen werden.  Pro Jahr geht diese Person durchschnittlich 10 Mal shoppen und gibt über 1.100 Euro für neue Kleidung aus. Die Giant Lady sollte darauf hinweisen, dass ein nachhaltiger, modischer Lifestyle durch die Reduktion unnötiger Ausgaben möglich ist.

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Ich find sie toll, die Giant Lady. Hätte gerne gesehen, wie die PassantInnen so reagiert haben…

Schuhe. Europa. Nicht ok.

Vor ein paar Tagen veröffentlichte die Clean Clothes Kampagne in Kooperation mit meiner hochgeschätzten Ex-Kollegin von GLOBAL 2000 eine neue Untersuchung, zur Schuhproduktion in Europa. Ganz abgesehen, was gerade sonst noch so in Europa abgeht (ich mag nur noch weinen…), ist es einfach heftig. Ich kann mich echt nur permanent wiederholen: Schuhe kann man auch am Kleiderkreisel kaufen, oder woanders Second Hand, oder tauschen. Echt jetzt. Und dann: so lange wie möglich tragen. Und die Schuster in eurer Umgebung nicht sterben lassen.

Ich zitiere hier aus der Presseaussendung, und habe mir erlaubt, ein paar Facts, die mich echt umhauen, zu markieren:

Über 24 Milliarden Paar Schuhe wurden 2014 weltweit hergestellt. Die ÖsterreicherInnen kauften davon im Durchschnitt pro Kopf sechs Paar. Der größte Teil wird in Asien produziert, doch gerade bei hochpreisigeren Lederschuhen ist auch der europäische Anteil bedeutend. Rund 120.000 Menschen sind in den Studien-Ländern Albanien, Bosnien-Herzegowina, Polen, Rumänien, Slowakei und Mazedonien in der Schuhindustrie beschäftigt.

Die arbeitsintensivsten Schritte der Schuhproduktion werden oft in mittel- und südosteuropäischen Ländern durchgeführt. Der Bericht „Labour on a Shoestring“ zeigt die Realität in den Schuhfabriken von sechs europäischen Ländern. „Das Hauptproblem sind die viel zu niedrigen Löhne“, erklärt Kathrin Pelzer von der Clean Clothes Kampagne. Der gesetzliche Mindestlohn in Albanien, Mazedonien oder Rumänien liegt mit 140 Euro, 145 Euro und 156 Euro pro Monat sogar noch unter dem von China. Die Löhne müssten vier bis fünf Mal höher sein, damit Albanerinnen, Mazedonierinnen oder Rumäninnen – die Beschäftigten in Schuhfabriken sind vorwiegend Frauen – und ihre Familien davon leben könnten. Weil viele Arbeiterinnen pro Stück statt pro Arbeitsstunde bezahlt werden, leisten sie zudem unbezahlte Überstunden oder verzichten aus Produktivitätsgründen auf Sicherheitsmaßnahmen, die sie vor Chemikalien und Unfällen schützen würden. In vielen Fabriken ist es im Winter sehr kalt und im Sommer so heiß, dass immer wieder Arbeiterinnen kollabieren. Eine Familie zu gründen scheint für viele ArbeiterInnen nicht finanzierbar. „Meine Frau und ich arbeiten beide in einer Schuhfabrik. Wir sind froh, dass wir eine Arbeit gefunden haben, aber mit unseren niedrigen Löhnen können wir keine Kinder großziehen“, erzählt ein rumänischer Arbeiter im Interview.

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„Unsere Unternehmensbewertung macht deutlich, dass sich Schuhunternehmen zu wenig Gedanken über die Menschen machen, die ihre Schuhe fertigen“, so Elisabeth Schinzel von der Clean Clothes Kampagne. Das gilt auch für die sieben österreichischen Unternehmen unter den 29 Firmen, die im Auftrag der AK Wien und AK OÖ befragt wurden. Erhoben wurde unter anderem, ob existenzsichernde Löhne für ArbeiterInnen vorgesehen sind und welche Arbeitsschutzmaßnahmen vorausgesetzt werden. Die befragten Firmen wurden in fünf Kategorien eingeteilt: Nichts zu sagen, Zögerliche erste Schritte, Kommt in die Gänge, Auf gutem Weg, Im Laufschritt voraus. Von den 29 Unternehmen konnte keines der besten Kategorie „Im Laufschritt voraus“ zugeordnet werden. Die Marken El Naturalista, Eurosko und Adidas schafften es zumindest in die zweitbeste Kategorie. Bei den in Österreich ansässigen Unternehmen schnitt die Firma Legero am besten ab, die mit ihrem Think! Chilli Schnürer einen Schuh mit dem Österreichischen Umweltzeichen im Angebot hat. Weiterlesen

Und ich bin ja doch käuflich. Und liebe es.

So. Die erste Stressphase im Job ist fürs Erste mal erledigt, ich verzupf mich jetzt mal ein paar Tage. Heut sondere ich aber noch einen ganz besonderen Blogpost ab, und zwar einen so richtig gesponserten. Ja! Ich! Gesponsert! Ich, die immer dahinblökt, dass der Blog geldfrei ist und überhaupt. Ich habe mich kaufen lassen. Wobei, nein, das muss man anders ausdrücken: Ich bin käuflich (ha.ha.). Und zwar vom Indy. Mit Makava.

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Dazu muss ich jetzt ein bissl ausholen, das ist nämlich eine längere Geschichte: Ich habe Jahrzehnte meines Lebens Red Bull getrunken. Kaffee nie, weil ich davon Magenschmerzen bekam, aber Red Bull in rauhen Mengen. Mindestens eine Dose pro Tag. Irgendwann hab ich mir vor Jahren schon ausgerechnet, dass ich dem Herrn Mateschitz allein durch meine Dosen wahrscheinlich bereits einen Kleinwagen gesponsert haben muss. Noch dazu: DOSEN!

Das Zeug war für mich, was für andere Rauchen ist: Ich war abhängig. Ich weiß noch, wie Gina mich bereits 2005 auf einer Reise durch Australien der Sucht bezichtigte, und ich ihr nur erklären konnte, dass nix besser gegen Kopfschmerzen hilft als diese Kombi aus Zucker und Koffein. Dass diese Kopfschmerzen eigentlich Entzugserscheinungen von genau dem Zeug waren, wollt ich natürlich nicht wahrhaben.

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Seit ziemlich genau einem Jahr bin ich „clean“, von ganz wenigen Ausnahmen, wenns wirklich sehr kurze Nächte waren, mal abgesehen. Die kann ich aber an einer Hand abzählen. Ok, an zwei Händen. Egal, ich will auf was anderes raus: Wenige Monate nach meinem „Entzug“  war Friedensflotte, dieses unglaubliche, wunderschöne, geniale Projekt, dessen diesjährige Wiederholung ich gar nicht erwarten kann (nämlich echt nicht, auf Facebook hab ich mich gestern ganz offiziell über „nur noch zwei Monate“ bis dahin gefreut, dabei sinds drei…hmpf).

Und auf der Flotte ist auch der Indy dabei. Weiterlesen

Ein So schaut anders aus geht sich doch noch aus.

Ok, ein kurzes „sie lebt noch“ geht sich aus, bevor ich wieder in die Tiefen der Arbeit abtauche. Aber ich muss mein allerallerallerallerallerallerallerliebstes Sommeroutfit zeigen: Das Teil zieh ich an und bin glücklich. Es ist bequem bis dorthinaus, hat superfeine Farben, man kann die Form des Kleids durch die Kordel im Saum verändern, es ist fahrradtauglich, herrlich angenehm für wirklich heiße Tage, man kann darin den Lokalbesitzern von allyoucaneat-Buffets echt Stress machen, und ….. es ist aus einem alten Fallschirm. Man sieht noch die Originalnähte. Und es ist von meinem liebsten Label km/a. Upcycling, wie es besser nicht geht. Dazu die unvermeidliche Jeansjacke, die inzwischen auch am Rücken schon ziemlich licht wird – das nächste große Kleidungsprojekt wird wohl das Finden einer Nachfolge-Jeansjacke, die genauso perfekt ist – und Birkenstocks. Was bin ich froh, dass Birkenstocks wieder „in“ sind, erstens gibts viel mehr Modellauswahl als früher, und zweitens: so. bequem. Und hergestellt in Deutschland. Und ich hab keine Ahnung, wieso ich diese seltsam verkrampfte Zehenstellung hab – in echt schauen die nur halb so arg aus, echt jetzt. Naja, embrace your flaws…

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Ich selbst bin heut übrigens heiser und ab jetzt für Island. Geht sich eigentlich ein Finale Island gegen Italien aus?

Pause.

Sorry, hier ist jetzt mal noch für ein paar Tage Pause, ich komm zu nix und mir schnell was Gstelzes aus dem kleinn Finger zu zutzeln, über dies Phase des Bloggens bin ich auch schon hinaus ….

Bald, BALD gibts hier gute News, die Liste der zu berichtenden Themen ist eh schon wieder recht lang.

Bis dahin: Genießts die schönen Tage! Ich tus (und robotte dabei….hmpf).

Demut, Dank, Pleite und Zara im Überblick

Es passiert schon wieder so viel, und ich hab überhaupt keine Zeit zum Bloggen. Es überschlagen sich die Ereignisse, einerseits beruflich (ich hab grad eine Höllen-Deadline schon ziemlich nah in Sicht), und andererseits beruflich (Juni ist der Monat der Abendveranstaltungen). Nachdem ich keine Zeit hab, mich den einzelnen Themen in jeweils eigenen Blogbeiträgen zu widmen, aber euch aktuell „versorgen“ möcht, hier ein kleiner Überblick:

  1. Die Gebrüder Stitch sind pleite. So ein ganz kleines bisschen kann ichs verstehen, die Jeans waren einfach sehr teuer (und ich habe mich schon gefragt, warum es ein Geschäftslokal in einer der geschäftslokalmietentechnisch teuersten Straßen von Wien braucht, für eine Maßjeans fährt man auch in eine Seitengasse…als Kunde zahlt man dieses Geschäftslokal ja auch mit), andererseits finde ich es unglaublich schade, dass sich zeigt, dass ein ökologischer Gedanke nicht funktioniert. Sie wollen aber weiter machen. Ich halte ihnen die Daumen.
  2. Ich mag Lukas Zimmer. Ich weiß nicht, wer das ist, aber jedesmal, wenn ich mir denke: Pfoah, geil ausrecherchierter Artikel auf orf.at, dann steht ziemlich sicher Lukas Zimmer drunter. So auch diesmal, er hat sich das Geschäftsmodell von Zara angeschaut – und ich musste feststellen, dass ich die, obwohl sie wirklich die Größten sind, viel zu wenig am Schirm hab. Werd mich da mal reintigern.
  3. Vorgestern war ich bei einer tollen Veranstaltung. Einige ganz engagierte, coole Mädels machen mit Zero Waste Austria sehr coole Aktionen. Diesmal stand im Zuge des Zero Waste Labs, das den Sommer über stattfinden wird, Zero Waste Fashion im Fokus – und ich war als Rednerin eingeladen. War sehr spannend, da ich bei sowas immer frei redete, ich wusste also selbst nicht, was ich da alles erzählen würde, und zweitens war ich aufgrund einer anderen Veranstaltung am Vortag  (die supercoolen Jungs und Mädels von Makava hatte den TRIGOS gewonnen, das wurde reichlich befeiert) doch etwas …. müde. Haute trotzdem super hin! Es war super organisiert, interessierte ZuhörerInnen, eine Tauschparty dabei, gutes Essen dabei (ich bin komplett verhungert dort angekommen, hui, war das gut). Als gestern dann die Fotos veröffentlicht wurden, war ich unglaublich gerührt: Da steh ich vor meinem eigenen Buchcover, vor fast drei Jahren erschienen, erzähle aus meinen Erfahrungen, und die Leute hören mir immer noch zu. Mich macht das wahnsinnig dankbar und demütig, dass ich erstens mal so authentisch 24 Stunden am Tag leben kann, ich muss mich für keinen Job und nix verbiegen oder mit meiner Meinung hinterm wasauchimmer halten, ich bin total zufällig in dieses  ganze Thema hineingerutscht und nun hat es mein ganzes Leben im Griff. Was mich echt glücklich macht. Ich hab eine Message, und unglaublicherweise wird mir immer noch zugehört. Danke.

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Fotos (c) Zero Waste Austria / Viki Pichler

Heute: Zero Waste Austria feiert in der Brotfabrik

Gestern ist lang geworden, heute ist Stress im Büro, also überlass ich dem Profil das Wort:

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Heute Abend, 18h, Brotfabrik (im 10.), wir sehen uns!