Happy Nunu! Die neue Kollektion von Cora Kemperman ist gestern online gegangen – und macht die Vorfreude auf mein Wochenende in Amsterdam mit Aniger gleich nochmal größer:
Bis dahin ist mir alles wurscht, aber auf das Durchstöbern dieser Kollektion freu ich mich wie ein kleines Kind. Meine zwei Tage in Brüssel, als ich in einer Stadt mit einer Cora Kemperman – Filiale war, und dort NICHT shoppen gehen durfte, das war sicherlich eine der gröberen Herausforderungen des shoppingfreien Jahres. Jetzt hin zu dürfen und die Möglichkeit zu haben, dort auch wirklich was kaufen zu dürfen, das macht es zu was ganz Besonderem. Hach, freu ich mich auf diese drei freien Tage.
Für diejenigen, die immer nach Einkaufsmöglichkeiten fragen – bitteschön, die von mir hochverehrte Kirsten Brodde und ihr Team haben auf ihrer Website Topseller-Listen veröffentlicht.
Ich werd mich da in einer freien Minute mal durchsurfen…freufreufreu!
Ich hab ein tolles Label entdeckt, bin ganz verliebt in die Teile – sind sofort im Haben?-Ordner gelandet. Lena Schokolade ist ein Label aus Deutschland, die nur mit Bio-Baumwolle arbeiten und diese in Hamburg vernähen. Und gleichzeitig auch noch aufklären:
Hier der Spruch, aber mit anderem Schnitt (ich weiß, ist im Grunde ganz leicht nachzumachen, aber so eine Idee, noch dazu aus fairen Materialien, bin ich auch bereit zu bezahlen. Irgendwann mal – hab gestern aufs Konto geschaut. Fehler. Grundsätzlich.)
Ich darf ja jetzt endlich wieder auf Dawanda stöbern, ohne nervös zu sein, weil ich was finden könnte, was mir dann gefällt und was ich dann aber nicht kaufen und überhaupt, aaah, Hilfe, Stress…. Komplett stressfrei hab ich mich gestern Abend, während der Liebste neben mir fernsehschlief, durch einige Kategorien von Dawanda gesurft. Sehr löblich: Im Modebereich gibt es eine eigene Kategorie „Grüne Mode„, in der man sogar nach den diversen Zertifikaten (Ökotex, GOTS, … ) filtern kann. Und ich musste wieder mal feststellen: Mir gefällt Upcycling oder einfach Design aus ungewöhnlichen Stoffen einfach am allerallerbesten. Ich mag die Kreativität, die dahinter herrscht.
Der Pulli erinnert mich vom Konzept her ein kleines bißchen an Anita Steinwidders Sockenmode (sozusagen deconstruct und reconstruct)…
Eine Riesenauswahl an umgenähter Kleidung gibt es im Recycling-Markt. Nicht alles mein Stil, aber immerhin überlegt sich da jemand etwas, um die Lebensdauer aussortierter Kleidungsstücke zu verlängern. Mag ich!
In dem Bereich gibt es natürlich auch sehr viel Hippieoptik-Patchwork. Mag viel Arbeit sein und auch das gleiche, ökologische Ziel verfolgen, aber mir gefällts einfach nicht so gut. Ich freu mich trotzdem, dass es so viel davon gibt. Das Teil hier ist jetzt nicht so meins, ich weiß aber, dass es beispielsweise Ena sehr gut gefallen würde..
Was wiederum mir gleich wieder viel besser gefällt, sind Kleider, die aus alten Zelten genäht sind. Über den Schnitt lässt sich noch diskutieren, aber die Idee machts einfach aus!
Also dass ich auch auf bunte Farben stehe, fällt in diesem Beitrag nicht wirklich auf 🙂 Und jetzt, jetzt muss ich nur noch wieder Lust auf Shopping kriegen. Wobei das „müssen“ da wohl das kritischste Wort in dem Satz ist. Ich freu mich einfach, dass ich jetzt völlig entspannt nach Inspiration suchen kann – und obwohl ich vor allem den Pullover ganz oben richtig gut finde, denke ich mir bei jedem Stück, auch bei dem: Näh. Brauch ich nicht. Noch nicht. Aber schön zu wissen, wo ichs dann finden kann, wenn sich das ändert.
Ich weiß, saublöder Widerspruch, weil meine neuen Stiefel konventionell hergestellt wurden. Das Spannende ist: Konventionelle Mode, also von den diversen Textilketten, ist für mich dennoch inakzeptabel geworden. Bei Schuhen muss ich wohl noch ein paar Meter am Weg in die Richtung gehen…
Der Widerspruch, vor dem ich immer öfter stehe, je mehr ich mich damit beschäftige: Einkaufsboykotts von Fast-Fashion-Marken mag den Unternehmen VIELLEICHT wehtun (wenn viele auf einmal boykottieren), aber den Näherinnen, denen tut das WIRKLICH weh. Weil die ihren Job verlieren. Andererseits: Das sind derart schlecht bezahlte und gefährliche Jobs, dass es keine Entscheidung zwischen „Haben sie ihren Job“ oder „haben sie ihren Job nicht“ sein darf, sondern eine klare Forderung nach „sie müssen einen sicheren, gutbezahlten Job haben“ sein muss.
Wer wirklich will, soll auch bei den klassischen Textiketten einkaufen gehen. Aber bitte nicht auf diesen Fast-Fashion-alle-drei-Wochen-shoppen-gehen-Wahn reinfallen. Been there, done that. Nix gut. Aber einen Haken hat die Sache in meinen Augen: Kauft man bei jenen Ketten, steht man direkt in der Verantwortung derer, die die Stücke produzieren (wir wissen, dass sie nicht fair bezahlt und gut behandelt werden, sondern dass unser Geld in der Werbung der Konzerne landet, oder?). Klingt naiv, und wirklich helfen geht von hier aus schwer, denkt man da schnell. Ein Schritt hier wäre, den Ketten zu beweisen, dass man bereit ist, für faire Mode mehr zu zahlen. Ein Euro pro Shirt mehr, und die Gehälter in Bangladesch würden signifikant steigen. So eine internationale „Bitte ich will mehr bezahlen“-Petition fänd ich angebracht (oder gibts die schon? Clean Clothes arbeitet in die Richtung, aber nicht mit dem Claim, wenn ich mich richtig erinnere). Weg von dieser „ich bin doch nicht blöd“ und „Geiz ist geil“-Mentalität…
Aber was wirklich jeder kann: Teilt das Video, ob auf Facebook oder sonst wo. Dass öffentlicher Druck einiges bewirken kann, beweist sich mir auch in meinem Job immer wieder. Je mehr Menschen Druck auf die Verantwortlichen machen, dass sich die Zustände in den Fabriken der Billiglohnländer ändern müssen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich langsam, sehr sehr langsam, aber doch etwas bewegt für die (größtenteils) Frauen, die unsere Kleidung nähen. Ich mag den Gedanken nicht, dass ich Kleidung trage, die in sklavenartigen Situationen entstanden ist – und diese Kleidung wird hierzulande auch einfach nicht wertgeschätzt, nach einer halben Saison weggeschmissen. Das muss doch verdammtnochmal auch anders gehen! Himmelnochmal! So kann man Menschen doch nicht behandeln!
Vorgestern hat er begonnen, der Ausverkauf bei Anzüglich, einem fürcherlich netten Label aus Wien, die fair produzieren, und das mit Biobaumwolle. Auf facebook gibts eine schöne kleine Doku über sie, hier zu sehen (ich kanns leider nicht am Blog implementieren).
Also, liebe WienerInnen und UmgebungerInnen: Ab in den sechsten Hieb in die Theobaldgasse, solltet ihr Lust auf neue Kleidung verspüren. Ich verspüre es grad noch nicht so, was ich persönlich doch ziemlich überraschend finde…
Oder, um die werte Bawi, die Designerin hinter dem Label, zu zitieren: „Kommen Sie, Kommen Sie!“
Ich hab ja schon mal übers Netzwerk Faire Mode geschrieben. Die heißen jetzt Get Changed und sind ein wirklich cooles Portal. Das System, das sie entwickelt haben, ist sowohl für die DesignerInnen selbst als auch für KundInnen und Fans nachhaltiger Mode spannend (es gibt so etwas wie eine Mitgliedskarte, mit der man in ausgewählten Geschäften günstiger einkaufen kann – in Österreich gibt es bisher nur einen Shop, aber ich bin überzeugt, dass das sehr bald sehr viel mehr werden).
Get Changed haben heute ihr Business Portal gelauncht. Nachdem es mich grad von einen Termin zum nächsten reißt und ich für diesen Blogbeitrag grad meine Mittagspause opfere, hab ich keine Zeit, da jetzt genauer drauf einzugehen. Ganz grob: Die Plattform ist für Händler und JournalistInnen, die dort faire Brands suchen können. ALLE können sich für den Newsletter eintragen und werden alle zwei Wochen über Entwicklungen informiert.
Klickt doch einfach mal auf das Bild und informiert euch selbst. Ich hoff und wünsch es ihnen, dass Get Changed bald der Leithammel in der Szene wird. Das Potential haben sie.
Langsam trau ich mich ja wieder zu schauen, und Die Sicherheitsnadel hat mich auf was ganz was Feines hingewiesen: Wiener Konfektion. Ich mag die Schnitte und den Materialmix sehr.
Wiener Konfektion: regional produziert, oft werden Vintagestoffe verwendet. Und gefährlicherweise genau fünf Gehminuten von meinem Büro entfernt…das ist schon SEHR regional…
Wurscht, ob Leggings jetzt cool sind oder nicht – für mich sind sie der perfekte Strumpfhosenersatz, weil selbige mir sowieso immer als allererstes am großen Zeh aufgehen (anscheinend streck ich beim Gehen meine große Zehe immer extra nach oben, was im Schuh zwar nicht auffällt, die Strumpfhosen aber verlässlich ruiniert).
Und die da find ich leiwandest. Mit einem Haken: Nur in den USA bestellbar.
Ich zitiere, warum diese Leggings so leiwandest sind:
A snug and comfortable wardrobe staple, the Birch Legging is suitable for wear in any season. A little bit of Spandex is added to the Birch to give four way stretch to our Reparel™ fabric. A covered elastic waistband and unique stitching makes the Birch a year round staple.
Jersey Fabric made from 53% pre-consumer recycled colored cotton / 44% post-consumer recycled polyester / 3% spandex
All our products are made from our Reparel™ fabric. Comfort, versatility, durability, and sustainability…you’ll look great in our Reparel™ fabric, and you can feel good about them too.
Noch nicht über den Berg…wobei, über DIESEN Berg werd ich wohl auch nicht mehr kommen: Gestern flatterte virtuell mal wieder ein Newsletter von Cora Kemperman ins Haus. Wie sehr ich diese Marke liebe, kann man hier, hier, hier, hier und hier und hier nachlesen. Die sind größtenteils bio, die sind fair, die sind nachhaltig in ihren Designs, und die sind einfach nur schön.
Und ja, diese Ausverkaufsschreierei, die mag ich nicht (mehr). Gestern war ich genau einen Häuserblock lang (vom Restaurant zur Busstation) auf der Mariahilferstraße, und wahnsinn, hat es mir gegraust. Dieses ganze Gedränge, und überall schon die roten SALE!!! – Schilder….
Aber dieses SALE-Schild, das macht mich sehnsüchtig und wehmütig und hach. Im März bin ich dann in Amsterdam, das wird dann fein. Da werde ich mir auch ein gutes Stück von dort gönnen, genauso, wie ich mir irgendwann eines dieser Kleider gönnen werde. Kein Kaufrausch, sondern selten mal sich selbst was gönnen und leisten. Darauf freue ich mich.