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Es grünt in Berlin!

Wo ich jetzt gerne wäre? Weil ich einfach einmal wirklich gern dort wäre? Weil ich einmal den ganzen Trubel miterleben will, und die ganze Szene auf einem Haufen treffen will? Auf der Berliner Fashion Week! Ich weiß, jedes halbe Jahr sag ich „Aber nächstes Mal“, aber auch diesmal ist es sich nicht ausgegangen.

Wer allerdings gerade in Berlin weilt: Lars Wittenbrink hat auf gruenemode.de das Programm ganz wunderbar aufgelistet und zusammengefasst.

Unfassbar, wie groß die grüne Modeszene inzwischen ist. Ich bin ja immer wieder hin und hergerissen zwischen „Kommt mir die nur immer größer vor, weil ich immer tiefer in das Thema eintauch?“ oder „Tut sich da wirklich extrem viel auf dem Sektor?“ – aber ich komme mehr und mehr zu der Überzeugung: Zweiteres stimmt. Toll.

 

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Das Museumsquartier wird wieder Fair(fair)!

Ja. Also eigentlich hätt ich ja gestern einen Beitrag vorbereiten wollen, aber ich wurde abgehalten. Wovon? Von meinen eigenen Stricknadeln. Diesmal ein etwas komplizierteres Projekt, aber ich bin komplett angefixt, seit ich dieses Buch vorgestern endlich gelesen habe – eine einzige Lobeshymne ans Stricken.

Dabei gibts was anzukündigen für meine LeserInnen aus WienundUmgebung! Und zwar die FairFair, die auch dieses Jahr wieder im und vorm Museumsquartier stattfindet, von 11.-13. Juli.

(c) Fairfair.at

(c) Fairfair.at

Ich freu mich drauf – auch, weils zum ersten Mal eine FairFair für mich sein wird, auf der ich nicht DesignerInnen anreden muss, weil ich sie gern für die WearFair hätte, und wo ich quasi nur „privat“ hinschauen werde.  Und die Modeauswahl beinhaltet echt ein paar Labels, die ich wirklich seeeeehr mag. Beispielsweise wird meine liebe Nählehrerin Eva Lackner dabei sein, die üblichen Verdächtigen anukoo, anzüglich, maronski und awear, die tollen ungarischen Sachen von Printa wirds geben, und noch so einige mehr.

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Auch das Rahmenprogamm ist ziemlich spannend – es liegt zwar kein Fokus auf der Mode, aber auf diese Diskussion freu ich mich sehr. Erstens, weil ich kürzlich das Vergnügen mit dem Herrn Düringer hatte (und gleich mal gemeinsam mit Greta mit ihm diskutieren musste), weil mir die Frau Seiser ein (sehr positiv konnotierter) Begriff ist, weil ich den Felix von der VGÖ für einen sehr spannenden Menschen halte,  und weil das Thema eines ist, das sich auch seit sehr langer Zeit durch mein Leben zieht.

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Ich wünsch jeder/m BesucherIn viel Vergnügen, wünsch den Veranstaltern schönes Wetter, den Ausstellern gutes Geschäft und freu mich auf ein paar bekannte Gesichter vor Ort!

Bilder übrigens von der Veranstaltungsseite der FairFair gemopst, aber das Copyright lass ich bei denen, das können sie sich behalten 🙂

 

 

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Mode und Nachhaltigkeit – ein unlösbarer Widerspruch?

So, dieses Wochenende ist Pause, aus vielerlei Gründen. Hauptsächlich deshalb, weil ich Party gemacht hab wie mit 18. Nur, dass ich nicht mehr 18 bin. Ächz.

Ich sag ja immer, der ökologische Gedanke ist bereits bis in höchste Designkreise vorgedrungen, und als Beispiel nenne ich immer Stella McCartney. Doch sogar sie sagt: Mode und Nachhaltigkeit, das geht sich nicht aus. Und ich muss ihr recht geben.

Hier das komplette Interview:

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Wenns nicht mehr Primark sein soll

Mal weg von Primark und Co.: Es ist echt unglaublich, wieviele Alternativen es inzwischen gibt. Wie unglaublich viele ProduzentInnen und DesignerInnen auf ökologische und/oder faire Produktion umsteigen. Kürzlich bin ich über eine weitere Seite gestolpert und sich dem Thema der fairen Mode widmet.

Auf Gutscheinpony (wasndasfüreinNamebitte?) gibts erstens einen Ratgeber und zweitens eine Liste an ökofairen Läden. Sind ein paar dabei, die ich noch nicht kannte, aber ich hab auch den Überblick für Deutschland sowas von nicht.

Die ÖsterreicherInnen unter euch darf ich nochmal auf meinen letzten Wurf hinweisen: Der Greenpeace Fashion Guide. Über 400 Einkaufsmöglichkeiten in ganz Österreich, von öko und fair über Second Hand bis hin zu Tauschbörsen.

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Ps: Ja, ich weiß, das war schon mal, das ist nix Neues, was ich da heut schreib, aber ab einem gewissen Alter zieht Geburtstagfeiern relativ lange Regenerationszeiten nach sich. Ich bin da grad mittendrin. Ächz. 🙂

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Die Brigitte, ein ziemlich vergessliches Magazin

Ich muss mich jetzt kurz aufregen. Jetzt, dreiviertel elf am Abend, der Liebste schaut neben mir die Spiele, ich surfe im Netz und lese ein bissl Zeitschrift, wenn ich Surfpause mach. Und ich bin über was gestolpert, was mich leider so nervt, dass ichs jetzt gleich posten muss (eigentlich blöd, könnte den Beitrag für morgen vorbereiten, dann hätt ich keinen Stress. Aber sorry, watt mutt datt mutt).

Also. Drei Player in dieser Geschichte.

Erstens: Sina Trinkwalder. Die Frau hinter manomama, die Frau, die wahrscheinlich sturer ist als mein Bruder, mein Liebster, meine Mama und ich zusammen (das will was heißen! Von den Kallers heißt es, dass sie verstärkte Stirnknochen haben vom vielen stur gegen die Wand rennen…). Und die ein tolles Unternehmen auf die Beine gestellt hat – von null auf 160 (?) Personen, die nach Arbeitslosigkeit wieder einen Job haben. Und die so radikal ökologisch in der Textilproduktion ist, dass ich mich bereits diverse Male mit ihr in die Haare bekommen hab deshalb, weil ich faire Produktion in Entwicklungsländern halt auch gelten lass 😉 Die Brigitte hat jedenfalls mal ein nettes Porträt über sie gemacht.

Zweitens: Wolfgang Grupp. Der Mann hinter trigema. Ebenfalls eine in Deutschland produzierende Textilmarke. Der – sorry – in meinen Augen es zwar mal geschafft hat, an der Produktion in Deutschland seit 1919 festzuhalten, aber kilometerweit hinter Sina ist, was Innovation und Ökologie angeht.  Kurz: Er ist einer von den Guten, aber man muss nicht alle Guten hundertprozentig persönlich gut finden (Sina mögen ja auch nicht alle, was ich so mitbekomm – was sie aber auch recht wenig juckt, wie mir scheint 😉 ). Hier ein spannendes Porträt über ihn.

Drittens: Die Brigitte. Die Zeitschrift. Bei der ich mich seit Monaten frag: Werd ich älter und spießiger oder wird die jünger und besser? Wahrscheinlich eine Mischung aus beidem. Vor zehn Jahren war sie mir noch zu verstaubt, die Frauenzeitschrift. Inzwischen blätter ich ganz gerne durch, und sie ist eine der wenigen Zeitschriften, die ich mir sogar manchmal kauf, um in freien Stunden unter freiem Himmel wenig hirnbelastendes Lesematerial zu haben.

So. Gut. Spulen wir mal zurück. Vor einigen Monaten warb die Brigitte mit riesigen Plakaten. RIESIG. Und unter anderem drauf: Sina Trinkwalder. Hier das Beweisfoto. Das Riesenplakat hing übrigens an der Fassade des Verlags, der die Brigitte rausbringt. Die RedakteurInnen habens also definitiv gesehen.

Und heute seh ich in der Inhaltsangabe der Brigitte (die ich mir gekauft hab, nachdem eine Leserin mich auf den Ökomodeteil hingewiesen hatte, da geht verlässlich in mir der „Datt muss ich mir mal jenauer anschaun“-Modus los) folgendes?!

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Ähm… liebe Brigitte. Wie oben geschrieben, ich mag euch. Ihr habt auch mal über mich geschrieben, und es war ein sehr nettes Interview. Aber seid ihr echt so vergesslich? Schade. Nein, der Herr Grupp ist nicht der einzige Textilhersteller in Deutschland. Ist Grupp nicht schon was Besonderes, weil er es schafft, die seit 1919 in Deutschland angesiedelte Produktion auch wirklich dort zu halten? Das allein ist doch schon eine Leistung, sicherlich. Warum muss er unbedingt der „letzte“ sein? Das mag vor ein paar Jahren noch gestimmt haben, aber jetzt gibts Sina. Das ist übrigens die fesche Dunkelhaarige, die von eurer Verlagswand runtergestrahlt hat.

 

Jaa, ich gebs zu. #teamsina . Ist halt so. ❤

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Ich soll ein EcoFashionVictim werden?!

Heut nur kurz (eigentlich ist gestern Abend), weil das Halsweh vom Vormittag inzwischen in Fieber übergegangen ist: Es gibt von Umweltberatung und Lebensministerium eine neue, 108-seitige Broschüre (108 Seiten! „Broschüre“!) über ökologische Mode. Ich bins heute überflogen,  und muss sagen: Definitiv übersichtlich und sehr informativ, aber auch definitiv nichts für Anfänger in Sachen Ökomode.

Ich finds super, dass da gerade soooo viel weitergeht und es bereits so viel Literatur zu dem Thema gibt, beleuchtet aus unterschiedlichsten Blickwinkeln (und juchui, Greenpeace Detox ist in der Broschüre mehrmals zitiert). Da passt diese Broschüre super rein.

Nur einen wunzikleinen Kritikpunkt hab ich. Bei dem Zwischentitel auf Seite 5 rollts mir die Zehennägel hoch (ich habe mir erlaubt, einen Screenshot vom PDF zu machen):

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Wir sind hier keine Opfer. Und uns selbst zu welchen zu machen, ist im Vergleich mit denen, die die wahren Opfer in der Textilproduktion sind, bissl sehr unfair. Der Ausdruck „Fashion Victim“ ist verdammt apologetisch: „Ich bin halt so ein Opfer, ich kann nicht anders, ich muss shoppen gehen, ich bin der Mode verfallen“ (so interpretier ichs zumindest). Dem ganzen nur ein „Eco“ davorzustellen, find ich kontraproduktiv und … naja. Aber die gesamte Broschüre ist gut, ehrlich! Tolle Recherchegrundlage, um in einzelnen Bereichen tiefer ins Thema einzutauchen, und gleichzeitig selbst schon sehr ausführlich.

 

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Christina Dean, Heldin in Hochglanz

Ich finds ja immer wieder witzig, in klassischen Frauenmagazinen Artikel über nachhaltige Mode zu finden. Einerseits freu ich mir jedesmal einen Haxen aus, und denk mir: „JA! Genau DA gehört die Thematik hin! Alle modeinteressierten  Frauen sollten drüber lesen!“. Andererseits denk ich mir auch immer wieder: „Ach, wie glaubhaft. Zuerst faire Mode auf einer Seite in den Himmel loben und dann Fotostrecken und Artikel voll von konventioneller Mode auf 30 Seiten.“

So auch in der aktuellen Maxi, die ich in der Trafik heut früh durchblätterte. Da ist nämlich ein (immerhin dreiseitiger) Artikel über Christina Dean drinnen. Die war schon manchmal in Magazinen drinnen, meist hochglänzenden. Über die hab ich auch schon mal geschrieben, die macht nämlich was ganz tolles. Erstens ist sie die Gründerin von ReDress, einer Organisation für nachhaltige Kleidung im asiatischen Raum, und zweitens hatte sie 2013 ein sehr leiwandes Projekt: Sie zog nur Dinge an, die sie aus dem Müll aussortiert hatte. Und dabei so cool unterwegs war, dass ich auch nochmal über sie schreiben möchte.

In Hongkong, wo sie wohnt, landen nämlich fast 80.000 Tonnen Kleidung pro Jahr im Müll. Wiedermal so eine hübsch schockierende Zahl, oder? ACHTZIGTAUSEND. Und sooo groß ist Hongkong jetzt auch wieder nicht, es hat in etwa die Einwohnerzahl von Österreich, bissl weniger sogar.

Sie durfte in den Kleiderbergen in den Müllhalden Hongkongs stöbern, und fand dort – mich überraschts leider nicht mehr wirklich – Kleidung, die nie getragen wurde. Auf der sogar die Preiszettel noch dran hingen. Gut, Frau Dean ist eine Frau mit Aussehen, Figur und Ausstrahlung, an der wahrscheinlich auch ein Kartoffelsack elendsstylish aussehen würde. Dennoch, das Ergebnis spricht für sich, sie war 365 Tage im Jahr wahnsinnig fesch. Coole Sache, so ein Statement, oder? Ich finds super, weil sie damit nämlich nicht nur die Ökos dieser Welt anspricht, sondern definitiv auch die Fashionistas (was auch den diversen Filtern auf Instgram zuzuschreiben ist, aber hey, ich finds cool). Und die muss man ansprechen, damit sich in der Szene wirklich was bewegt. Also, zwei Daumen hoch, werte Frau Dean! Und: Heiliger Bimbam, vermiss ich grad die Thrift Stores in den USA. Wie genial die doch waren.

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Veschmarkt Fergessen. Oder so.

Ich bin so ein Ei. Vor lauter Fussballschauen, Feiern (vom Buchgeschäftsfest bis zum Nichtengeburtstag) und Wohnung umstellen hab ich komplett drauf vergessen: FESCHMARKT IST!!!!! Liebe Wienerinnen: Genialer Markt. Heute noch bis 22h, morgen noch bis 20h, Ottakringer Brauerei.

 

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Mutter Erde im Upcycling-Look

Dies ist eine Ankündigung. Heute Abend gibt es um 20.15h auf ORF1 eine riesige Gala. „Mutter Erde braucht dich.“ Das ist wie Licht ins Dunkel, aber für Umweltthemen. Ich bin hochoffiziell eingeladen und darf von meinem Kaufnixprojekt und von meinem nunmehrigen Einkaufsverhalten erzählen: Bio und fair oder second hand oder getauscht oder …. Upcycling! Und weil letzteres vielleicht nicht für jeden Zuschauer sofort verständlich sein wird, werde ich es bebildern. Durch das Kleid, das ich anhabe. Scharfe Kombinierer wissen jetzt schon, was kommt… hm, wirds Steinwidder oder wirds km/a?

Es wird km/a.

Ich darf mir ein Kleid ausborgen, das ich bereits seit Monaten, wenn nicht sogar Jahren, extremst lässig finde. Es ist genäht aus einem alten italienischen Fallschirm. Alt heißt in dem Fall: Anfang der Sechziger Jahre. Eingefärbt, entworfen und genäht von den wunderbaren beiden Designern Katha und Michael.  Dankeschön fürs Herborgen! Die Homepage von den beiden ist zwar gerade im Umbau, aber liebe Wiener: Schaut doch mal ins Combinat, da gibt es eine große Auswahl von ihnen!

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Verloren im Gütesiegelurwald?

In meinem neuen Baby, dem Fashion Guide von Greenpeace, habe ich vier Gütesiegel dargestellt. Einmal zwei supere (GOTS; IVN best), einmal ein solalanajaaaa (EU Blume) und einmal ein bittehändewegdavondasistgarnix (Ökotex 100). Aber das sind bei weitem nicht die einzigen Gütesiegel! Im Gegenteil, es gibt einen wahren Urwald an Zertifikaten, Siegeln, Schlagmichtots, und alle schauen sie auf was anderes. Manche schauen mehr auf die Ökologie, manche mehr auf die sozialen Faktoren, manche versuchen weniger erfolgreich beides, manche schaffens besser (ich bin ein echter GOTS-Fan, merkt mans? 🙂 ), und manche schauen nur drauf, dass die eigene Firma grüner dargestellt wird.

Was letzteres angeht, werd ich nicht müde zu erklären, wie doof ich das vom Textilschwedenchef find, dass er sich hinstellt und sagt: „Wir brauchen ein internationales Gütesiegel für Fairness, das für alle gleich gelten muss.“ Lieber Herr: Das gibts schon und heißt Fairtrade (auch wenn selbiges grad ein bissl umstritten ist, aber hallo, mit denen tauschen mag ich auch nicht, ich glaub, komplizierter gehts kaum). Dabei sind die Schweden teilweise ja überraschend gut unterwegs, was Nachhaltigkeitsbestrebungen angeht. Aber das war echt ein Tiefschlag.

Wurscht. Sorry, ich bin grad in Plauderlaune. Zurück zum Gütesiegelurwald: Ich könnte mich jetzt hinsetzen und hier am Blog einen fixen Beitrag erstellen, in dem all die Gütesiegel analysiert und dargestellt werden. Aber ganz ehrlich: Nö. Ich hab zuviel anderes zu tun. Und die Analyse der Siegel haben glücklicherweise sehr nette Menschen aus der Schweiz (plus der Johannes 🙂 ) bereits für mich übernommen.

Auf Get Changed gibt es nämlich nicht nur ebenfalls sehr gute Adressen zum ökofairen Einkauf, sondern auch DIESEN Überblick. Da sind so ziemlich alle Textillabel vorgestellt und bewertet. Und falls ihr über eines stolpert, das da nicht vorkommt (was ich für unwahrscheinlich halte), gibts auf der alten Homepage meines alten Arbeitgebers noch eine alte Liste auch. Diese Liste hat der gleiche Johannes erstellt, der auch bei Get Changed dabei ist. Ich ernenne den Johannes hiermit zu meinem persönlichen Mr. Gütesiegel. Ok, ich bin grad wirklich in Plauderlaune.

Und aus.

 

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