Archiv des Autors: nunette

Verdammtnochmal, wir konsumieren zuviel!!!

Schnell, schnell ein Eintrag heute, aber das muss ich euch zeigen – hat mir eine Arbeitskollegin heute geschickt (Klick aufs Bild –> Ab zum Video):

 

Jeden einzelnen Satz in dieser halbstündigen Doku unterschreib ich. Da knallt es alle paar Minuten Hammeraussagen, es hagelt Zahlen, Daten, Fakten, und dann ist das ganze auch noch sehr gut bebildert. Und am allerwichtigsten: Es ist angreifbar, nahbar, JEDE/R kann die Message verstehen! Chapeau, NDR. Gutes Fernsehen.

 

 

Ein Foto voller Absurdität

Mein Buch erfreut sich zu meiner großen Überraschung immer noch ziemlicher Beliebtheit. Das zeigen nicht nur die Verkaufszahlen (und um es noch mal klar zu stellen: Dieses Buch habe ich definitiv nicht geschrieben, um reich damit zu werden. Meine Erträge pro Buch liegen im Cent-Bereich. Ich finds einfach nur toll, dass es ein Buch gibt, das ich geschrieben habe. Und dass da Dinge drinstehen, die manche Leute vielleicht dann doch zum ersten Mal erfahren.). Sondern das zeigen auch Momente wie dieses Foto. Gestern mitten in einem Meeting von lauter NGO-Vertretern empfangen, einen kurzen unkontrollierten Quietscher von mir gegeben, von der Seite vom WWF bissl schief angschaut worden (ich hab das genau gsehn, T.!), im weiteren Verlauf des Meetings einen Grinser drauf gehabt, was bissl blöd war, weil es um ernste Themen gegangen ist, und die Absurdität dieses Fotos sehr genossen:

IMG-20150112-WA0006

Absurd daran ist übrigens nicht, dass da Leute auf einer Schipiste ein Buch lesen. Könnt ja eine etwas schwer verständliche Skikarte sein. Nein. Das Absurde daran ist, dass das erstens die einzige Ausgabe dieses Buchs ist, die ich unbedingt in meinen Besitz zurückbekommen muss, weil der jetzige Besitzer, von mir (in)konsequent Kapitän genannt, als einziger leider durch genau dieses Buch imstande ist, mich zu erpressen, und zweitens ich nicht schifahren kann. Ja. Ich, geborene, relativ leidenschaftliche und definitiv glückliche Österreicherin (und kommts mir jetzt nicht mit Nationalstolz, der is mir wurscht, ich bin mir einfach nur bewusst, dass ich einfach eine ziemliche Sau hab, in diesem Land geboren zu sein), kann. nicht. schifahren.

Das war jetzt doch wieder persönlich.

Aber das Foto musste auch irgendwie sowas von auf den Blog hier. Ihr verzeiht. Hoffe ich.

Und dass ihr mir alle ohne Knochenbrüche zurückkommts, übrigens!!

Ein offener Kleiderschrank im Sitzungssaal

Ich mag meine Ex-Kollegen. Wirklich. Also fast alle hab ich sogar sehr, sehr lieb. Weil nachdem ich die Organisation verlassen hatte letztes Jahr, haben sie weitergemacht mit Textilthemen. Dabei war ich die Fetzentussi in dem Laden.

Gestern hatte ich einen Termin im alten Büro. Und im großen Saal unten stand das da:

2015-01-12 15.40.36 2015-01-12 15.40.42

Der offene Kleiderschrank. Ich mag die Idee. Sie ist vielleicht nicht für die Fashionistas unter uns, aber für die Oberhipsters vielleicht doch wieder. Ich glaube jedenfalls, einen Rock einer sehr gemochten ehemaligen Kollegin erkannt zu haben (in den ein halbes Knie von mir reinpasst, aber das ist eine andere Geschichte).

Wer weiß, vielleicht lässt sich das ja in einer eurer Städte ja mal öffentlich aufstellen? Ich weiß, da kann man wegen Witterung, wegen Kleidungsqualität, wegen Zielgruppe, oder wasweißich kritisieren – egal. Die Idee ist schön, ist ein weitere Schritt auf dem Weg Richtung nachhaltige Mode, und ich mag sie.

PS: Sagts es nicht weiter, aber manchmal vermiss ich sie ein bissl, die Globalis 😉 Apropos. Ich muss jetzt kurz den Blog missbrauchen und was öffentlich machen, was ich gestern in deren Büro eh schon gesagt hab, weils mich schon eine Weile fuchst. Lieber Reinhard. „Auf ein Bier gehen“ heißt nicht, mir ein Bier hinzustellen und zu gehen. 

 

Nunu goes OTS

Ich kann mir nicht helfen, ich find das immer noch cool. Seit Jahren schreibe ich in verschiedenster Funktion selbst Presseaussendungen, versende sie über OTS, sorge dafür, dass sie in den wichtigsten Redaktionen landen. Und jetzt wurde eine OTS ausgeschickt. ÜBER mich. Arges Gefühl. Next step. Apropos next step, es entsteht gerade eine Idee für eine ganz lustige Aktion von ein paar Konsumkritikerinnen. Stay tuned, wird super!

Getaggt mit , ,

Werden wir am Flohmarkt angelogen?

Eine meiner Leserinnen hat mir kürzlich in einem Kommentar einen Hinweis hinterlassen, der mich seither nachdenklich stimmt. Als ich kürzlich stolz meinen Flohmarktfund präsentierte (der immer noch an der Kastenwand hängt, anstatt vernäht zu sein), schrieb sie unter anderem dazu:

Eine Freundin berichtete mir, sie habe eine Zeit lang gezielt Kleidung billig bei Fast-Fashion-Anbietern gekauft, um sie anschließend als Second-Hand weiter zu verkaufen (zu einem etwas höheren Preis). Wohlgemerkt Kleidung, die sie nie trug, nie vor hatte zu tragen und die sie ansonsten nicht gekauft hätte.

Ich krieg das nicht aus dem Kopf. Schon klar, es konnte nicht lang dauern, dass Menschen auf solche Ideen kommen, aber na geeeeeeh!! Das macht doch den gesamten Gedanken hinter Second Hand kaputt! Innerlich hab ich grad die Arme verschränkt und die Unterlippe vorgeschoben, und meine Gedankenwelt passt zu meinem Flohmarktfund.

Das Blöde ist: Da kann man auch nix daran ändern, außer zu hoffen, dass es nicht nicht durchsetzt. Second Hand ist ökologisch gesehen wirklich die beste Wahl – wenn es WIRKLICH Second Hand ist. Eigentlich kann man nur eines raten: Augen auf, auch beim Flohmarktkauf. Auch doof, wenns „zu“ neu ausschaut, freut man sich ja eigentlich über den guten Zustand. Hach, maaaaah, ich finds so gemein!

 

Getaggt mit

Ausverkauf! Sale! Achtung! Konsumentenver***che!

Auch spannend. Ist mir noch nie passiert: Artikel fertig geschrieben, eingespeichert – und das falsche Datum reingetan. Und mich heut früh gewundert, wieso nix online gegangen ist. Und das so kurz nach dem Urlaub, oioioioi 🙂 Dann halt jetzt – hier und auf fischundfleisch.at:

Kaum ist der ganze Weihnachtskonsumwahnsinn vorbei, geht die nächste Einkaufssaison los: Der Ausverkauf. Oder neudeutsch Sale – vier Buchstaben, die uns momentan wirklich aus JEDER Auslage entgegen schreien. 99 Prozent dieser lauten Buchstaben sind entweder weiß auf rot oder rot auf weiß, damit sie ja gesehen werden. Damit die KonsumentInnen auch wirklich denken: „Boah! Billiger! Schnäppchen machen! Mal reinschaun, vielleicht find ich ja was, was viel billiger ist als ursprünglich, dann hätt ich ja total Geld gespart!“ (Dass sie in solchen Fällen genau null sparen, sondern im Gegenteil dazu sogar mehr Geld ausgeben als ursprünglich geplant, weil Ausverkaufs-Käufe selten lange geplante Anschaffungen sind, steht auf einem anderen Blatt…)

sale

Ich kann mir nicht helfen, mich nervt das jedes Jahr mehr. Hab ich mich vor einigen Jahren selbst noch auf diese Schnäppchen im Ausverkauf gefreut, graut mir inzwischen schon vor den Schildern in den Auslagen.

Ausverkauf ist schon lange nicht mehr eine Maßnahme für Händler, ihre Lager frei zu kriegen, um neue Ware anschaffen zu können, die sich aller Wahrscheinlichkeit besser verkauft als die Vorjahresmodelle. Das könnte ich ja noch verstehen, wenn Ware unter dem Einkaufspreis hergegeben wird: Lagerplatz ist teuer, und wenn gerade knallpink in ist, sich in der kommenden Saison aber erbsenspeibgrün als Modefarbe ankündigt, wird man schauen, die knallpinken Teile möglichst bald los zu werden, um mehr Lagerplatz für erbsenspeibgrün zu haben.

Bei großen Textilketten wird der Ausverkauf jedoch inzwischen wie eine eigene Saison geplant: Weil es den KonsumentInnen nicht taugt, nur noch Randgrößen wie XXS oder XL im Ausverkauf zu finden, werden ganze Kollektionen bereits bis zu ein Jahr vorher rein für den Ausverkauf bestellt. Das sind dann die Teile, die wundersamerweise mehrfach in allen Größen verfügbar sind, auf denen der „Ursprungspreis“ durchgestrichen ist und der „neue“ Kampfpreis fett aufgedruckt ist. Ich weiß nicht, wie es anderen dabei geht, ich komme mir dabei verarscht vor. Weil es das ganze System einfach auf so ungut konsumistische Weise pervertiert.

Ich finds auch jedes Jahr aufs neue wieder lustig: Ab November geht alles drum, ob das Weihnachtsgeschäft gut ist, und ob die Leute ja genug kaufen. Läuft das Weihnachtsgeschäft nicht gut, wird per Nachrichten gleich mal Angst vor der Rezession geschürt. Direkt danach folgt im Jänner der Ausverkauf (wobei, in den letzten Jahren sieht man immer öfter schon die Sale-Schilder vor Weihnachten in den Auslagen), die Leute sollen bitte wieder kaufenkaufenkaufen – und im Februar höre ich immer wieder von Händlern, dass der Monat so schlecht ist, dass das Geschäft so schlecht rennt. Ernsthaft? Kann man den KonsumentInnen auch mal bitte eine Pause gönnen? Diese großen Unternehmen agieren im wahrsten Sinne des Wortes auf Kosten der KonsumentInnen – die immer weniger nachdenken und sich immer mehr zum Geldausgeben „verleiten“ lassen. Ich wünsch mir, dass KonsumentInnen wieder eigenverantwortlicher agieren, sich überlegen, wann sie was brauchen (oder meinetwegen hin und wieder auch haben wollen) – und dass die Händler diese Eigenverantwortung auch akzeptieren und damit umgehen können (Wunschtraum, ich weiß…). So lange ich weiß, dass bei großen Unternehmen eigene Kollektionen für den Ausverkauf extra neu produziert werden, so lange werde ich innerlich bei jedem Sale!-Schild, das mich anschreit, ein „Nicht mit mir!!“ innerlich zurück schreien.

Getaggt mit ,

Vom Homo Shoppensis…

Wow. Dieser Text lässt mich Teile dieses Blogs sehr in Frage stellen, andere bestätigt er. Ich hab ihn gestern Abend gelesen und heut früh noch nicht ganz verdaut gehabt. Wer sich die Zeit nehmen will: Bitte lesen und bei dem Wunsch der Senfabgabe bitte hier abgeben.

 

Danke!

 

Getaggt mit

F**ing scheisse….

So, und schnell ein zweiter Beitrag nachgeschossen, weils mir grad eingefallen ist: Jaaa, jetzt werdens wieder schimpfen, die, die sagen, ich schimpf so viel herum, und meine Sprache, also wirklich! Aber ich sags euch, Flohmärkte sind solche Fundgruben. Ich darf mit Stolz sagen: Ich habe letztens drei Euro in ein Kleidungsstück investiert, das dafür sorgt, dass ich an Tagen, an denen ich nicht angeredet werden will, nicht angeredet werde. Subtlety is not my strong suit, würde die Britin in mir sagen. Ich find „Strong Suit“ so wunderschön, aber leider kaum adäquat übersetzbar. Für Nicht-Englisch-sprechende: Subtilität is net so meins…

2015-01-04 20.00.32

 

Leider ist mir der Pulli etwas zu kurz. Daher wird demnächst ein Rock draus. Werde euch hier updaten.

Das Coole: Nie hätte ich mir so ein Teil neu gekauft. Ist von Tally Weijl oder wie auch immer man die schreibt, bin gerade zu faul, nachzuschauen. Fast Fashion, schnelle Mode, ein kurzes Haha. Aber als Second-Hand-Stück ist es mir Gold wert. Und hat zu dem Tag, an dem ich es gekauft habe, sehr gut gepasst. Und überhaupt, f…ing scheiße, es hat endlich dazu geführt, dass ich meine Nähmaschine auspacke! 🙂

 

Getaggt mit , ,

The Future of Fashion

Ein Film über die Zukunft der Mode. Allein schon die Nahaufnahmen in den ersten Paar Minuten machen mich an. Ich liebe die Kreativität, die durch diesen gesamten Film wabert. Teilweise find ichs ein bissl einschüchternd, was Mode der Gegenwart und Zukunft alles kann, aber ist es nicht unglaublich, auf welche Arten neue Technologien in der Mode Einzug halten? Allein schon die Überlegung, wie wohl die Mode in 50 Jahren aussieht – gemessen daran, wie sie VOR 50 Jahren ausgesehen hat. Dieses völlige Umdenken von konventionellen Produktionsmethoden! Faszinierend. Ich steh auch sehr auf die Bakterienfrau ab Min. 15.

Filmtipp für alle, die keine Lust auf Schispringen haben (wobei, ich bin ja Team Kasai. Letztens meine 25 Jahre alte Röhre angedreht, und Kasai war grad in Führung. War mir nicht sicher, ob grad 2015 oder 1995 ist. Kasai springt länger auf Weltklasseniveau, als es andere Springer überhaupt gibt….wui, ich komm grad vom Thema ab!).

 

Getaggt mit

Jahresanfang oleole: Hier bleibts textil!

Lustig, Jahresanfang und die Leserzahlen schießen rauf, die Facebookfollower ebenso. Und ich schnalls mit drei Tagen Verspätung: Aaaah! Da haben andere auch noch so Jahresvorsätze wie ich vor – krass!! – drei Jahren. Mein Jahresvorsatz ist dieses Jahr ein anderer, und zwar einfach nur glücklich sein. Aber ich bin schon sehr gespannt: Gibts einige von euch, die sich für 2015 eine Shoppingdiät vorgenommen haben? Wenn ja, berichtet doch! Und ich wünsch euch nicht nur viel Erfolg, sondern ganz viel Spaß! Es ist sooo super, eine neue Modewelt zu entdecken, und die Freude am Selbermachen!

Ich hab euch ja letztens eine Frage nach der thematischen Ausrichtung dieses Blogs gestellt. Meine Entscheidung: Ich bleib größtenteils textil. Zwar hab ich immer wieder Ausreißer, die nicht so ganz textil sind, aber einfach schöne Geschichten, aber im Großen und Ganzen: Hier gehts weiterhin um faire Mode und bewussten Konsum.

Auf gesund.at gehts um Gesundheit, ich freu mich drüber, einmal pro Monat dort gastzubloggen!

Auf Fischundfleisch.at gehts um alles mögliche, was mir im Alltag so auffällt, dort darf ich seit wenigen Wochen im Bereich „Lifestyle“ bloggen und freu mich ebenfalls sehr drüber.

Aber hier? Textil 🙂

 

Und meine neue Errungenschaft, mein erstes Kleid  von Printa, für mich einem der schönsten Läden von ganz Wien. War seit Wochen, nein, Monaten verliebt in das Teil, und es tat mir den Gefallen, obwohl Einzelstück, auf mich zu warten. Handgenäht aus recycletem Baumwollstoff und danach handgefärbt.

Wollte ich es wirklich? Aber sowas von, monatelang.

Passt es mir wirklich? Ja, aber sowas von. Keine fünf Minuten damit im Büro, stieß eine Kollegin bereits Neid-Seufzer aus.

Brauchte ich es wirklich? Nein. Verdammt. Eigene Regeln gebrochen. Ab einer gewissen Kleideranzahl braucht man NIE ein neues Kleid. Aber es war halt Weihnachten, gell? Jaaa, ich bin eh ganz rot im Gsicht, sorry. Ist es nicht schön??? Hach….

 

Getaggt mit