Sorry für das Chaos gestern. Hier gehts bald weiter. Derzeit dringend Pause benötigt. Eine Zwischenrückkehr wirds am 9. September geben, mit einer Überraschung. Bis dann.
Für eine Woche. Ja, ich weiß, reißerischer Titel. 🙂 Es war einfach zu verführerisch. Ich hoff, jetzt sagt niemand: „Na endlich“… 😉
Kein Laptop kommt mit. Kein Strickzeug. Und sogar … ich glaube es ja selbst fast nicht… kein Sachbuch zum Thema. Nur Belletristik.
Kein straffes Programm wie auf der USA-Reise, sondern einfach Seele baumeln. Aber ich warne euch gleich mal vor: von einer ebensolchen Reise vor zweieinhalb Jahren bin ich mit der Kaufnix-Jahr-Idee zurück gekommen 😉
Am Weg ins Büro in der Früh ist es mir heut aufgefallen: ich hab ein #shbtdootd an, ein Second-Hand-Bio-Tausch-DIY-Outfit-of-the-Day. Und ich fühl mich grad auch echt stylish – also genauer gesagt: Ich fühle meinen eigenen Stil erfüllt, fühl mich daher wohl und bin happy. Und die zweite Feststellung: Es gibt sehr viele Dinge, die Menschen, die nur diesen Blog hier lesen, nicht wissen. Ich schreib nicht über meinen Seelenzustand unterhalb der Oberfläche, ich schreib nicht drüber, wenn mir jemand am Nerv geht und ich ihm/ihr das öffentlich ausrichten möchte (ok, einmal wars nah dran, zugegeben, aber selbst da…. nö), ich schreib nicht über Erlebnisse, Partys usw, die nix (oder gut, wenig) mit KleidungModeTextilFairfashionKonsumwahnsinn zu tun haben. Mit wenigen Ausnahmen – und dann nur, wenn ich wirklich Sinn drin seh oder Spaß dran hab, drüber zu bloggen. Aber meinen Kleiderschrank, den kennt die Welt bald echt gut 🙂
Von oben nach unten:
Jacke: Second Hand vom Flohmarkt Anfang letzten Jahres, einer Modebloggerin abgekauft.
Shirt: Selbstgenäht
Unter dem Shirt noch ein Shirt: Getauscht.
Kette: Von der Piratin.
Gürtel: Ein gefundenes Stück vom Liebsten, nachdem meiner kaputt war.
Rock: Selbst upgecyclet.
nicht am Bild: Leggings, geschenkt von Mama, weil ihr zu klein.
Neben mir, auch nicht am Bild: Selbstgenähte Tasche.
Und außerdem nicht am Bild, aber schön das Ganze ergänzend: Ein Schal von Maronski, bio und fair.
Aber damits auch ein bissl böse zugeht: Schuhe: Converse.
Uh.
Verdammt.
Ich bin doch nicht heilig.
Ich hab mir was unnötiges genäht. Unnötig im Sinne von: Eigentlich brauch ichs nicht. Aber ich wollts ausprobieren, ob ichs zusammenbring. So ganz ohne Nähkursnachhilfe. Nur mit Video. Auf dem Video schauts sooo einfach aus, und außerdem dauert das ganze Video nur eine halbe Stunde – ich dachte, na, an einem Abend schaff ich das easy.
Fehlanzeige. Zwei Abende, einiges Fluchen, zweimal Zippverschluss säumen, weil beim ersten der Zipp mitten im Nähen selbiger meier gegangen ist, und das eine oder andere Mal hab ich mich doch etwas vertan – was man auch am fertigen Tascherl merkt. Es ist ein bissl…. schief. Aber irgendwie auch nett. Und ich wie immer stolz, wenn ich was fertig gekriegt hab. Auch wenns schief und verwoardacklt ist: Tom Hanks-artiger Stolz.
Die ganzen Fäden muss ich noch wegschneiden, und dann ists ab Samstag mein maritimes Necessaire. Ja genau, ein Tag noch, und dann:
Es geht doch nichts übers eigene Netzwerk. Mein Handy lag ja schon seit längerer Zeit im Sterben, gegen Ende letzter Woche wars dann endgültig soweit, dass ich daran dachte, die lebenserhaltenden Maschinen abstellen zu lassen. Permanent neustarten müssen, Anrufe nicht bekommen, Apps, die abstürzen, alles kein Spaß mehr. Ich wollt mir jedoch kein neues kaufen. Also mal auf Facebook einen Aufruf gestartet, ob mir jemand denn sein altes Handy (ok, gut, altes Smartphone, ich häng halt doch sehr dran, unterwegs fotografieren und Emails checken zu können) überlassen wolle.
Das Ergebnis: Ich hab jetzt ein gebrauchtes Fairphone. Ökologisch korrekter gehts ja kaum 😀 Vielen Dank, liebe Wollprinzessin. Sie hat es mir im Gegenzug für ein bissl Texterei und Mitarbeit bei diesem wunderbaren Onlineshop vergleichsweise günstigst überlassen. Ich finde, so funktioniert Netzwerken einfach: Gegenseitig sinnvolle Dinge füreinander tun. Und so nebenbei dabei Ressourcen schonen 🙂

Bei der Jasmin bin ich heut über einen Beitrag in der Huffington Post gestolpert, den ich gekürzt und übersetzt hier wiedergeben will. Einfach, weils so wahr ist. Nichts davon ist mir und LeserInnen dieses Blogs neu, dennoch, gehen wirs mal an, was die Huffington Post da so schreibt. Achtung: Das ist keine wörtliche Übersetzung dieses Beitrags, sondern auch von mir ein bissl in freien Worten kommentiert.
Also.
Die fünf Wahrheiten, die die Fast Fashion – Industrie uns nicht wissen lassen will
Ja, so ist das alles. Nicht mehr neu, aber immer wieder aufs neue schockierend. Ich hab beschlossen, mir viiiiiiel mehr selbst zu nähen. Erstens, weil Übung den Meister macht, und zweitens, weil dann wenigstens nur ich leide. Gestern hab ichs, blöder Zippverschluss am Tascherl.

Gestern war blöd. Gestern hab ich fulminant verschlafen, mein Handy zeigte mir um 09.21h an, dass die App „Wecker“ abgestürzt sei und fragte, ob ich sie schließen oder doch warten wolle. Schließen, blödes Teil, du. Jedenfalls bin ich fast zwei Stunden nach meiner normalen Aufstehzeit aufgewacht. Und diesen zwei Stunden bin ich gestern den gesamten Tag nachgelaufen, daher auch kein Blogbeitrag, keine Zeit. Und zu berichten hatte ich eigentlich auch nicht viel. Gestern Abend war ich nochmal auf einer kleinen Tauschparty mit viel Essen (blubb) und leider vielen Sachen in sehr kleinen Größen -mit Ausnahme einer Bluse, die mir sehr taugt, und die ich demnächst mal bei einer Art Tausch-Haul präsentieren werde.
Was mir allerdings in den letzten Tagen mal wieder wirklich aufgefallen ist, ist das schlechte Gewissen, das andere Leute mir gegenüber haben. Folgendes Gespräch ereignete sich beispielsweise am Montagabend:
ich: „Schönes Outfit!“ zu einer Frau in coolen Boots, Lagenlook, buntem Schal und grünem Parka. Eh das klassische Herbstoutfit. Aber es gefällt mir einfach sehr gut.
sie: „Ja, aber du wirst mich hassen für das Outfit, das ist alles H&M und Zara.“
Nein, nein und nochmal nein. Ich hasse niemanden für die Art, wie man sich kleidet. Ich mein, sorry, aber es wird doch wohl niemand absichtlich zu Primark und Co. gehen, damit er oder sie auch wirklich sichergehen kann, das auf alle Fälle ein paar Leute für die Herstellung der Kleidung leiden mussten, und auch bitte mindestens ein Fluss in China komplett vergiftet wurde. Als ob das ein Einkaufskriterium wäre.
Aber ich will auch nicht missionieren. Ich will informieren. Der Groschen muss bei jeder/m selbst fallen. Das hab ich ja auch bei mir gemerkt. Dass da bei der Textilproduktion was nicht so ganz korrekt zugeht, naja, im Hinterkopf hab ichs eh immer gehabt. Aber erst durch meine Shoppingdiät und meinen sehr bewussten Umgang mit dem Thema hat in mir erst so richtig dieser Paradigmenwechsel stattgefunden, der mich inzwischen seit über zweieinhalb Jahren erfolgreich davon abhält, die Filialen von Textilschwede und Co. zu betreten.
Also bitte, liebe Leute, nehmt mein (fast) tägliches Geblubbere bitte nicht als Gebot hin – und glaubt nicht, dass ich was Besseres bin (oder zu sein glaube). Was ich absolut und sowas von nicht bin – jede/r hat Schwächen, meine liegen wahrscheinlich im Ernährungsbereich, da bin ich manchmal ganz schön schludrig. Sondern seht diesen Blog einfach als Portal, auf dem es zu einem großen Teil monothematisch dahingeht – Fetzen, Fetzen, Fetzen, aber bitte in fair und öko. Mehr will ich doch gar nicht 🙂
PS: Nein, das heißt nicht, dass ichs jezt super finde, dass Leute sich mit fairer Mode beschäftigen und trotzdem zum Textilschweden rennen, aber ich werfe es niemandem vor!! Das ist ein Unterschied: Jede/r hat selbst ein Gewissen und ein Hirn und die Entscheidungskraft, sein/ihr Geld und damit seine/ihre Macht bewusst einzusetzen.
Liebe Leute, nein, dieser Titel ist keine Übertreibung. Ich schreib doch immer wieder über das Strickwerk. Der Wollladen mitten in Wien, der in Europa echt einzigartig ist: Dort gibt es nur Garne und Wollen (dass zwischen den beiden Wörtern ein Unterschied herrscht, hab ich erst vor kurzem gelernt. Wollen = tierisch, Garne = pflanzlich), die ausnahmslos alle garantiert tierqualfrei oder aus biologischem Anbau sind. Und was für witzige Garne es dort auch gibt, darüber schreib ich dank meiner allerliebsten Lieblingskooperation mit der Wollprinzessin auch immer wieder: Wolle aus Mais, aus Jeans, aus Saris, und und und….
Gut, das Strickwerk ist nix neues. Das gibts jetzt schon ein paar Monate. Aaaaaaaber (und daran bin ich nicht ganz unschuldig, weil ich der Dame unabsichtlicherweise durch die Verkündung dessen ein bissl einen Stress gemacht hab, hihi): Das Strickwerk hat jetzt einen Onlineshop!! Ihr könnt jetzt aus aller Welt bestellen, ja, liebe deutsche Stammleserinnen, die ihr immer wieder danach verlangt habt: Sogar aus Deutschland! 🙂 Also ihr Lieben, die ihr danach verlangt habt: Jetzt aber auch brav bestellen bitte, das Einrichten von dem Shop war nämlich gewaltig anstrengend, was ich so mitbekommen hab…. und falls das eine oder andere noch nicht so ganz passt: Bitte um Geduld! Aber es wird nicht nur alles gut, alles, was es in dem Shop zu kaufen gibt, IST gut!
Ich hab übrigens mal wieder teststricken dürfen fürs Strickwerk. Und zwar ein best-of-öko-Pflanzengarn überhaupt – es ist nämlich von der Frau Wolle gefärbt. Und ich habs erstmal auswickeln können – ein Job, den ich nicht allzu sehr mag… in anderen Worten: Grmpf….fluch….

Gefärbt wurde mit Indigo und das Gelbe hab ich vergessen 🙂 Geworden sinds Socken. Und ich hab sogar halbwegs kapiert, wie man Fersen strickt. Und noch was ist während des Strickens dieser Socken mit mir passiert: Das Stricken mit diesen Ökogarnen ist so herrlich, dass mir „normale“ Wolle, wo in den meisten Mischungen Polyester drin ist, gar nimmer taugt. Natur pur ist einfach viel feiner.

Und der Fernseher im Hintergrund ist der Beweis, wie sentimental ich sein kann. Der ist vom Bruderherz, geschätzt mindestens 25 Jahre alt und spricht nur polnisch im Menü. Und die Fernbedienung hab ich auch schon lang verschustert. Und eigentlich schau ich nie fern damit. Aber hergeben? Nö.
Heute wurde wiedermal getauscht, und hach, ich liebe einfach private Tauschparties! Die Zutaten sind einfach: Platz, gute Laune, ein paar Leute. Diesmal kamen noch die geheimen Zutaten „Bowle von L.s Mama“, „draußen“, „Hund“ und „Lachanfälle in einer Tour“ dazu.
Ich wurde nicht nur einen Großteil meiner mitgebrachten Sachen los, sondern fand auch das eine oder andere Teil für mich. Bei einem Paar Stiefeletten wollte ich mir sogar die Fersen abhacken, aber leider – 37/38 ist mir einfach zu klein. Die Stiefel waren dann irgendwann verschwunden…. eh besser so. Hach, waren die hübsch!
Hier ein paar Fotos, einfach mal nur zur Inspiration – Tauschparties sind nämlich seeeeeeeeeeeeeeeeehr nachahmenswert! Woran ihr denken solltet dabei, hab ich hier mal zusammengefasst!

Caro, Teresa und mein absolutes Lieblingsfoto des Tages. Die grüne Jacke – rechts auf Teresa – war übrigens von mir und ging dann doch an Caro, links im Bild.
Irgendwann kippte das Ganze dann doch Richtung Kostümparty…..

O-Ton Teresa: „Caro, du schaust aus, als hättest du einen Lampenschirm an!“ – ja, es kippte. Aber es war lustig, und alle gingen mit ein paar Sachen nachhause, die wirklich tragbar und hübsch waren. Ehrlich!

L. (ich hab aufgrund dieses Fotos versprochen, ihren Namen nicht auszuschreiben 😀 ), der Putzfrauenschreck. Auf dem Bild hat sie nur Tauschsachen an. Ich hab sie regelrecht angefleht, mindestens die Hälfte davon wieder auszuziehen, einfach nur des Anblicks wegen. Nein, sie ging sogar so Zigaretten holen. Mutige Dame! Mein Favorit der Rock, der war nämlich von „Cesigual“ (kein Tippfehler!)
Ich darf präsentieren, heut mach ich mal auf dicke Blog-Hose (oder dicken Blog-Rock, wie mans nimmt). Ich habe umgenäht, frei nach meinem großen Vorbild, und dabei auch ganz brav dokumentiert. So richtig auf toller DIY-Blog – der ich aber nie werde. Viel zu fotografieuntalentiert. Und viel zu interessiert an Themen wie dem um sich greifenden Konsumwahnsinn und der Textilproduktion.
Geht in letzter Zeit viel ums Nähen, ich weiß. Schlicht und einfach, weils mir einfach auch grad ein bissl zuviel ist. Weltschmerz und so. Da beschäftig ich mich lieber mit meinen kreativen Adern.
Also. Seit Ewigkeiten im Schrank, aber nie an, weil sie mir schlicht nicht gepasst hat – war so ein „im Ausverkauf beim Textilschweden“-Teil. Und lag dort immer noch, weil ich seit Eeeeewigkeiten einen Rock draus machen wollte.
Gesagt, getan. Nachdem ich einen kompletten DIY-Tag hatte gestern, und ich von meiner neuen Nähmaschine einfach nicht genug bekommen kann, kam endlich auch die Hose dran.
Im Endeffekt ist es ganz einfach. Auftrennen:
Feststellen, dass dieses kleine Auftrenn-Ding einfach unbezahlbar ist beim Nähen:
Auflegen:
Richtig auflegen und feststellen, dass es da einen Stoffeinsatz vorne braucht. Lange danach suchen, das Stückl Jeansstoff, das ich auch schon für diese Jeansreparatur gebraucht hab, in der Tasche von der Omaschine finden (und sich nicht wundern, was es dort macht, weil man weiß, das ist einfach mal beim chaotischen schnellen Aufräumen dort gelandet). Dann das ganze feststecken:
Nähen:
Fluchen, weil da anscheinend trotz jeder Menge Stecknadeln was schiefgegangen ist, und nochmal auftrennen:
Nochmal nähen, diesmal richtig, und mit Unterstützung der wunderbaren Phoebe (wieso fand ich die früher nicht so genial? Die Frau ist echt so steil 🙂 ) :

Und sich einfach sehr freuen, weil man eigentlich immer schon SO einen Jeansrock haben wollte, weil dieser Jeansrock einfach viel cooler ist als der klassische grad genähte im Kleiderschrank und sich selbst total cool fühlen. Und ignorieren, dass er hinten ein bissl wegsteht. Ist doch wurscht. Eigenes Teil, cool schauts aus. Hab ich schon geschrieben, dass der Rock total cool ist?