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Was Rana Plaza und Second Hand-Mode miteinander zu tun haben.

Meine liebe Hamburger Frau Gastgeberin Isabel Bogdan hat mich auf dieses Video hingewiesen. Anschauen, Gänsehaut haben, transparente Lieferketten fordern.

Die Opfer von Rana Plaza dürfen nie vergessen werden. So pathetisch dieser Satz klingt, er ist auch motivierend für mich. Wenn ich anfange, Schwächen zu zeigen (so wie kürzlich passiert), dann hilft mir der Gedanke an Rana Plaza ungemein. Nein, ich will das nicht mehr unterstützen. Nein, nein, nein.

Und Leeeute, es gibt sooooo viele tolle Alternativen! Es gibt faire Mode, inklusive transparenter Lieferkette und einem tollen Ausschnitt, es gibt – zumindest hier – so unfassbar viel Second Hand, von Top Design bis zur Salvation Army. Kein Wunder, die Amis sind uns mode- und shoppingtechnisch etwas voraus, ergo sind auch die Second Hand Läden viel besser gefüllt. Ich habe hier Second Hand Läden gesehen, aus denen man aber sowas von uptodate den aktuellen Massentrends entsprechend rausspazieren könnte …

Wenn ich eines in den letzten Wochen gelernt habe, dann, dass es einfach kein Argument gibt für den Neukauf von Fast Fashion. Einfach nur ein paar Wochen warten, dann landet das Zeug (hoffentlich) in Second Hand Läden (und hoffentlich nicht auf den diversen Müllbergen). Und dann musste auch die Näherin in Bangladesch nicht extra nochmal ans Werk. So schließt sich der Kreis. Stark vereinfacht.

Eigentlich wollt ich grad nur das Video posten, bin wohl etwas abgeschweift. Das ist echt grad so eine Sache. Urlaubsmodus: on. Konzentrationsfähigkeit: gering.  Fokus: null. Genuß: hoch. Tschulligung.

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Arbeiten zwischen Bergen an Wolle

Wir sind gerade in Seattle, die bei Sonnenschein wohl schönste Stadt, die wir bisher besucht haben (wobei, Vancouver war auch sehr fein). Modetechnisch gibts genau gar nix zu berichten, wir machen nur klassisches Touriprogramm und treffen einen Freund, der es geschafft hat, zeitgleich mit unserem Aufenthalt hier seine hier wohnende Familie zu besuchen. Fein, sowas.

Also hol ich mir halt die Nachrichten von zuhause.

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Das Laniato sucht Verstärkung!

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Butterick – und wieder was gelernt!

Was man beim Trivial Pursuit spielen nicht alles lernt…. ich bekam letztens die Frage, seit wann es die Butterick-Schnittmuster denn gäbe. Aha. Butterick. Hab ich ein paarmal beim Onlinesurfen gesehen, in Österreich noch nie (hab aber auch nicht sooo genau geschaut, geb ich zu). Hier gibts Butterick-Schnittmuster in Massen.

„Naja, so 1920er, 30er herum?“

„Seit den 1860ern!“

Ich war echt beeindruckt. Hab bei Wiki ein bissl nachgelesen – anscheinend gab es auch schon vorher Schnittmuster, aber immer nur ein Modell in einer bestimmten Größe, und anscheinend nicht in Massenproduktion. Butterick änderte zwei wichtige Komponenten an den Schnittmustern: Erstens verwendeten sie ultradünnes Papier, das gleich stapelweise geschnitten werden konnte (–> Massenproduktion) und das günstig verschickt werden konnte, weil sehr leicht, zweitens begannen sie – wenn auch erst in den späten Vierzigern, vorher waren die Schnitte größengenau fertig zugeschnitten – die Schnittmuster nicht vorgeschnitten in mehreren Größen auf ganze Bögen zu drucken (so wie wirs heute kennen). Schlauer Mann!

Und dieser Herr Butterick, der verstand die Frauen (oder hörte einfach auf seine eigene Frau): Zuerst als Promotion für die hauseigenen Schnitte gedacht, brachten sie vierteljährlich ein Magazin raus, das sich nach und nach (und nach einigen Namensänderungen und Nuepositionierungen) zum ersten wirklichen Frauenmagazin in den USA mauserte.

Ergebnis: 1876, nach 13 Jahren im Business, hatte Butterick bereits hundert Filialen USA- und  Kanadaweit, und über 1000 „Agencies“. Die Firma ist heute noch riesig. Und ich finds super, wie man aus einer Notwendigkeit eine Firma gestalten kann, die sich seit 150 Jahren am Markt behaupten kann, auch wenn DIY von einer Notwendigkeit für den Großteil der Menschen ein Hobby wurde.

Alle Bilder (c) Wikipedia

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Eine apokalyptische Buchrezension

Hach, wenn man in einem Bus sitzt, der vier Stunden durch die Dunkelheit fährt, sind vier Stunden plötzlich verdammt lang. Da kommt man trotz aller Urlaubseindrücke dann doch ins Grübeln….wie man den Blog eigentlich weiterführen möchte, wenn man wieder in Wien ist. Nach zweieinhalb Jahren muss doch mal die Luft aus dem Thema draußen sein, oder?

Naja, lang nachdenken musste ich nicht, um mir das zu beantworten: Nein, ist sie nicht. Ich gehe schon wieder über vor Ideen, was ich noch alles schreiben, machen, lesen, produzieren, tun will in Sachen fairer Mode und dergleichen.

Im Zuge dieser Nachdenkerei dann festgestellt: Hoppala, ich hab ja auch auf was vergessen! Nämlich auf eine Buchrezension. Die mir sehr sympathisch erscheinende Greta Taubert kontaktierte mich letztes Jahr, als sie auf mein Projekt gestoßen war. Sie schrieb gerade an einem Selbstversuchsbuch (die scheinen irgendwie gerade in Mode zu sein, kommt mir vor 😉 ) und interviewte mich. Das fertige Buch erschien vor einigen Monaten und kassierte gleich mal Rezensionen in Spiegel und Co: „Apokalypse, jetzt!“. Greta geht von dem Gedanken aus: Was ist, wenn was ist. Wenn alles crasht. Wenn die Versorgung zusammenbricht. Wenn kein Geld mehr da ist.

Und sich einfach mal theoretisch mit dem Gedanken herumspielen, wie das denn dann wohl so wäre, das ist ihr zuviel Konjunktiv. Nein, sie probierts gleich mal aus. Nix kaufen. Ernährung nur mit Vorräten, wie sie die deutsche Regierung empfiehlt. (In dem Kapitel steht übrigens mein Lieblingssatz: „Einzig der Zwieback mit seinem bisschen Zucker krümelt mir ein wenig Endorphin ins limbische System.“) Urlaub ohne Geld. Pilzezüchten in Keller und Dusche (boykottiert von ihrem Holden, muss sagen: verständlicherweise). Selbstnähen. Kräuter in der Stadt sammeln. Kein Fleisch mehr essen. Jagen lernen. Tauschen. Komplettausstieg und ab in eine Selbstversorgerhütte, in der wenig zur Selbstversorgung zur Verfügung steht.

Ich muss zugeben, ich hab das Buch förmlich gefressen. Nicht nur, weil ich neugierig endlich zu der Stelle kommen wollte, in der auch ich vorkomme (yippie! Ich tue es! Nur das mitm begehbaren Kleiderschrank, das stimmt nicht. Das HÄTT ich gern gehabt, HAB ich aber nicht. Wobei, gemessen an meinen diversen MountMcWäschebergen war früher wohl meine halbe Wohnung ein begehbarer Kleiderschrank, so irgendwie theoretisch gesehen), sondern weil Greta es drauf hat, mir gleichzeitig den Hals zuzuschnüren vor lauter Zukunftssagenwirmaldunkelgraumalerei und mich zum Lachen zu bringen. Und warum das Buch trotzdem ein schönes ist? Weils in meinen Augen ein wunderschönes Happy End gibt. Samt Hollywoodschaukel!

Kurz: zwei Daumen hoch, große Empfehlung!

Taubert-Apokalypse-jetzt-org

Foto (c) http://www.luebbe.de/Eichborn/1/10

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Nachdenklich, musikalisch und offtopic.

Länger nix berichtet (für mich sind vier Tage ohne Blog lang, spannende Selbstbeobachtung), weil: Nix zu berichten. Wir sind inzwischen im Norden der USA, in Seattle, angelangt. Der Holde ist musiktechnisch glücklich – die Stadt von Eddie Vedder, Chris Cornell und ganz wichtig: Nirvana (und in my humble opinion – und die Foo Fighters. Die übrigens KEIN Fahrstuhlmusiknirvanaabklatsch sind. Das war mal ein Kommentar im Standard-Forum, über das den ich mich seltsamerweise hochemtional immer noch ärgere. Pfft. Soll mal das 2011er-Album hören, vor allem „I should have known“, mit Krist Novoselic am Bass. Sorry, abgeschweift.).  Kleidungstextilundsoweitertechnisch gibts keine nennenswerten neuen Beobachtungen. In San Diego, wo wir bis heut früh waren,  gabs genauso wie in jeder größeren Stadt unglaublich viel an Second Hand und Läden, die Bestandsware abverkaufen (Ross – Dress for less. Dort hängt alles herum, was in den Ursprungsläden nicht gegangen ist). Hauptsache günstig. Und das ist auch wirklich wichtig hier. Neuware bei Target oder Walmarkt ist doch noch ein paar Prozenterl teurer als in den Goodwill-Stores und sonstigen Second Hand Läden (ja, ich hab sie entdeckt, die Shops, in denen es Kleider um ein bis fünf Dollar gibt). Warum das wichtig ist? Besonders in den Städten fällts auf, und ich hab schon mal drüber geschrieben, aber es beschäftigt mich halt sehr: Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten herrscht Armut. Jetzt nicht komplett und für alle (im Gegenteil, die Richie Richs in ihren fetten neuen Mustangs gibts auch mehr als bei uns die BMW-Fahrer, die die Pferde unter ihrem Hintern nicht beherrschen), aber die Armut und die Menge an obdachlosen, bedürftigen Menschen, die einem hier begegnet, ist in jeder Stadt aufs Neue schockierend und wahnsinnig traurig.

Österreich ist so eine unglaubliche Insel der Seligen, ich hoffe wirklich inständigst, dass dieser Teil der Amerikanisierung es nicht über den Atlantik schafft. Natürlich pissts mich unglaublich an, dass ich, obwohl ich über meinen Job bei Greenpeace voll versichert bin, wahrscheinlich aufgrund der Bucheinnahmen haarscharf über der Zuverdienstgrenze von 4500 Euro sein werde und brav zweitausend (!) Euro – also fast die Hälfte! – für die SVA ablegen werden darf. Ich hab das Buch quasi für eine Krankenversicherung geschrieben, die ich nichtmal brauche. Aber wenn ich mir anschaue, wie es hier so ganz ohne Versicherung zugeht, bin ich zwischenzeitlich wenigstens nur noch halbsauer (und ja, auch und vor allem im Vergleich mit denen, über und für die ich schreibe, ist das ein Luxusproblem höchster Stufe, ist mir sonnenklar. Ich hab das Buch übrigens definitiv nicht aufgrund des Geldes geschrieben…. aber halt auch nicht aufgrund der SVA!).

Nur nur was ich nicht verstehe: Hier in den USA sind 46 Millionen US-Bürger nicht krankenversichert. Dann setzt Obama sein Obamacare endlich durch, was ich für einen tollen Schritt in Sachen sozialer Gerechtigkeit halte – und dann melden sich „nur“ acht Millionen an? Und das ganze Ding ist verrufen wie nur? Ich kapiers einfach nicht…

Sorry, der Beitrag ist etwas offtopic geraten….ich bin halt grad sehr nachdenklich.

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Langeweile auf 180.000 Quadratmetern

Einige werden jetzt sagen: No, des hätt i dir oba scho friara sogn kenna. Trotzdem, ich habs getan. Ich war in einer der 30 größten Fashion-Malls der USA, die größte im Südwesten der Staaten. 180.000 Quadratmeter. Fashion Square Scottsdale. Wir sind hin und einfach mal losspaziert, angefangen im Nordstrom, in dem man direkt von der Garage aus reinfällt. Und wir sind gegangen….und gegangen… und gegangen…. und haben wahrscheinlich grad mal ein Drittel der gesamten Mall gesehen. Und: Es war unglaublich langweilig. Nicht nur uns, sondern augenscheinlich auch den VerkäuferInnen – es war wenig bis nix los, nur unten in der Fressmeile waren Menschen zu sehen – und, wie in jedem Einkaufszentrum auf der ganzen Welt: Den Männern. Die sich in den Sitzgruppen vor den Geschäften kollektiv langweilten.

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Es gibt dort unendlich viele Shops, wirklich unglaublich, und gut 90 Prozent davon Mode. Alles wirkt unecht, die Pflanzen sinds sogar, und auch unglaublich: In jedem einzelnen Shop hängt das Gleiche, ehrlich! Das ist nicht nur eine Feststellung vom Liebsten, dessen Modeempfinden nicht ganz so entwickelt ist wie das diverser Modemädels, nein, es ist wirklich so! in jedem Bademodengeschäft: Die Bikinis mit Vorhang (was ist denn das für ein Trend bitte, sich vor den Vorbau noch einen Fetzen drüberhängen – als Serviettenersatz beim Pommesessen im Freibad?!), überall die gleichen Farben, die gleichen Schnitte, in Preislagen von Forever 21 bis Barneys New York (gut, und viele Vokuhila-Kleider, ich gebs ja zu…aber keines wirklich verführerisch). Fetzen, wohin das Auge reicht, und obwohl ich mich ansonsten wirklich gerne von Auslagen inspirieren lasse – selten so was riesiges Uninspiriertes gesehen wie dort. Nach etwa einer halben Stunde sind wir wieder raus, am Pool ist es halt doch netter.

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Und nachdem W-Lan in dem Land quasi überall vorhanden ist, hab ich am Pool (in dem sturzbilligen, blitzsauberen Motel in Scottsdale, sehr lässig) dann gleich mal Inspirationsausgleich betreiben müssen. Thrift Style Thursday – mein neuer Lieblingsbloggertrend zum lange herumklicken und Bilder anschauen…nachdem ich hier nicht viel an fairer Mode finde (und auch nicht wirklich suche, zugegeben, hier haben Nationalparks, das Meer, das Pool oder spannende Städte Vorrang), und die Second Hand Läden hier einfach nur genial sind, bin ich voll auf der Thrift-Welle… nur meine Nähmaschine vermiss ich. Snüff.

 

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Allem kann ich widerstehen, nur der Versuchung…grad doch noch.

Heute mal wieder ein kleines Beispiel in Sachen „Man ist auch nach zwei Jahren bewusstem Kleiderkauf vor nix gefeit“. Zum ans Hirn klatschen.

Also. Wir waren im Target. Das sind solche Superstores, wo es von Lebensmittel über Spielzeug und Kleidung hin zu Kosmetika und Kochtöpfen und Vorzimmerteppichen einfach ALLES gibt. Unglaublich. Und natürlich bin ich auch durch die Textilabteilung, Trends schauen.

Und dann….. oidaoidaoida. Da war ein Kleid. Lang, grau, vorne kürzer als hinten, quasi ein Vokuhilakleid, wie sie grad so in sind (und auch mir so gut gefallen, nachdem ich auf die Rückseite meiner Beine jedes Jahr weniger stolz bin). Genäht aus einfachem, dünnem Jerseystoff und mit Ringerrücken. Auf den ich jedesmal wieder reinfalle. Ich find sie uuurschön, diese Ringerrücken, aber es schaut jedesmal saudeppert aus, wenn daneben der BH rausschaut, find ich.

Ich hab sogar so ein Vokuhilakleid in Fair, von der Frau Fröhlich nämlich. Ich liebs, aber es ist obenrum – Ringerrücken halt – nicht so ideal geschnitten. An genau dieses Kleid dachte ich auch, als ich am Vormittag desselben Tages (!) in dem riiiiesigen Geschäft voll mit Wolle, Stoffen die riesigen Kästen mit den Schnittmustern entdeckte. Und einen Schnitt für genau so ein Kleid entdeckte, OHNE Ringerrücken. Die Schnitte hier kosten echt fast nix, und waren sogar noch verbilligt. Sechs Dollar also für so einen Schnitt.

Den ich in der Tasche hatte, als ich das 25-DollarKleid im Target anstarrte. Es sah wirklich gleich aus. Und ich hab mir echt überlegt, mir das Kleid zu kaufen, weils ja so fesch ist, nur halt der Ringerrücken, aber wenns eh so billig ist… ich schwöre, es sind diese Gedankengänge von wegen „wenns eh so billig ist“ in mir losgegangen. Ich schäme mich, es ist echt fürchterlich, aber ich glaub, vor solchen Verführungen bin ich nie gefeit. Ich muss nur rechtzeitig, also VOR der Kassa, mein Hirn einschalten.

Ist mir diesmal wieder gelungen, aber peinlich wars mir schon sehr, als ich dann im Hotelzimmer die Tasche auspackte und mir der Schnitt entgegenplumpste. Doppelt gut, dass ich nicht schwach geworden bin – im Juni näh ich mir das Teil einfach selbst. Ohne Ringerrücken.

Himmelnochmal, ich sollt doch wieder zurück in die Nationalparks, wo es außer Steinen und Eidechsen und Eichhörnchen nix gibt.

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15 Dollar in Schnitten. Und im Sommer versuch ich mich dann an dem rosafarbenen Kleid (in einer anderen Farbe), an einem Hemdblusenkleid und an kurzen Hosen 😉

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Ich häng wirklich an der Nadel…und sie ist türkis!

Ok, über drei Wochen hab ichs durchgehalten. Bis gestern. Da musste es sein. Wolle, Stricknadeln, Hirnentspannen. Wir gehen an den Abenden noch so oft aus, weil wir vom Tag meistens müde sind, aber in sechzig Kanälen nix zum Anschauen finden, ist ohne Stricknadeln in der Hand gleich nochmal langweiliger. Wie konnte ich nur glauben, dass ichs zwei Monate ohne Stricken aushalte?

Die Entscheidung war aber nicht einfach. Es gab quasi nur Acryl oder Wollacryl-Mischungen. Und obwohl ich ganz und gar kein Acrylfan bin, hab ich hundertprozentige gekauft – wenigstens ist da sichergestellt, dass keine Schafe für den 20prozentigen Wollanteil leiden mussten. Und: Türkisfarbene Stricknadeln. Schon cool, ich gebs zu.

Und es ist einfach unbeschreiblich, Stricken löst wirklich im Hirn was aus und setzt irgendwelche Botenstoffe frei. Drei Reihen waren gestrickt und schon war ich im Zen. Das Aua im Bein (Seitenband überlastet): nicht mehr spürbar. Aufregen über die viel zu kalte und laute Lüftung im Bad – wozu? Einfach Zen 🙂

Und sonst so? Nix neues. Tolle Landschaft, unfassbar tolle Nationalparks, vorgestern in der Wüste losgefahren und im Schneesturm angekommen nach zweieinhalb Stunden.

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Der Schneesturm war dann doch etwas überraschend. Auch für meinen Kofferinhalt. Aber ich habs getestet: Es passen sieben Schichten übereinander 🙂

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Aber ich mag die Stadt 🙂

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Hach. Ich probier mich mal in diesem Muster/Farben/Mischmaschding. Entweder es wird wirklich cool oder es wird sehr Eighties…

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Fashion Revolution Day – ein verkehrter Nachtrag

Ich hätt so gern mitgemacht in Wien beim Fashion Revolution Day, bei all den Aktionen! Stattdessen – jetzt auch nicht so übel – hab ich mich in diversen Nationalparks herumgetrieben. Und natürlich hat genau gestern in dem Motel das Internet nicht funktioniert, grade an dem Tag, an dem ich viele #insideouts machen wollte. Naaa toll. Aber mei, hier der Nachtrag – und nie vergessen, mit dem einen Tag ist es nicht getan. Es geht darum, dass weltweit eine Bewegung entsteht, die eine Änderung der aktuellen Produktionsverhältnisse, ökologisch und sozial, fordert. Mode muss langsamer werden. Dringend. Und ja, mit dem #insideout konnte man ein Zeichen setzen, das einem nicht wehtut, sondern sogar Spaß macht. Aber es muss auch weitergehen als die Spaßfotos…. Setzt ein Zeichen, kauft fair und bio, kauft weniger, seid laut!

Hier aber  noch zwei Spaßfoto-„Beweise“:

Erstens: Hier, auch faire Sachen sind im Gepäck! Das Cape von WearPositive zum Beispiel! Da steht zwar Ego ist innen, aber für den Tag wars außen. War wirklich der 24.

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Zweitens: Übereifrig bin ich auch am 23. schon #insideout herumgelaufen. Nur „leider“ weit und breit kein Shop oder kein Händler, die ich zum Umdenken hätte auffordern können. Der Nationalpark (Canyonlands) war übrigens so groß wie halb Vorarlberg.

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Go #insideout am Fashion Revolution Day!

Meine Fresse, juckts mich grad in den Fingern!! Nicht nur in dem Sinne, dass ich immer noch echt gern stricken würd, sondern auch, dass ich mich ein klitzekleines bisschen ärgere, dass ich grad nicht in Wien bin. Jaaaa, ich bin mir dessen bewusst, dass ich eigentlich grad den totalen Luxus lebe – ich reise, habe neue Eindrücke am laufenden Band, und werde nachhausekommen in mein feines Zuhause, zu meinem feinen Job, zu meinen tollen Freunden, zu meiner geliebten Familie. Aber wäre ich jetzt gerade in Wien, ich würd sowas von mitorganisieren beim Fashion Revolution Day in Österreich. So bleibt mir „nur“, die größte Aktion von ihnen zu teilen: #insideout

Es ist wirklich nicht schwer. Man dreht seine getragene Kleidung nach außen, zeigt das Label und die Nähte – und zeigt damit Solidarität im Kampf um faire Kleidungsproduktion. Warum gerade am 24. April? Weil das der erste Jahrestag des Zusammenbruchs des Fabriksgebäudes Rana Plaza ist, ein anscheinend nicht legal aufgestocktes Gebäude, das bei seinem Zusammenbruch über 1100 Menschen unter sich begrub und Tausende verkrüppelt, verstört und arbeitslos zurücklies. Zeigt die Nähte her. Sie wurden sehr wahrscheinlich von Menschen genäht, für die wir kämpfen wollen.

Derzeit sind wir gerade irgendwo mitten in Utah – wo man stundenlang fahren kann, ohne dass man irgendetwas menschenbewohntes und -benutztes sieht (abgesehen von den Straßen selbst natürlich). Wenig Grundlage zur Demonstration also, aber schwer beeindruckend. Stundenlang … nichtmal eine Tankstelle (was mich dann doch etwas gestresst hat, aber alles gut). Also bleiben mir nur die Fotos. So einfach, dass ihr es auch machen könnt. Ein Foto mit Label draußen mit den Hashtags #insideout und #austria (oder #germany) und @fash_rev auf Twitter und Facebook posten. Und damit weltweit ein Zeichen setzen, dass man eine neue Modewelt haben will. Weniger Fast, mehr Fair.

Zum Beispiel so:

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Ein #insideout – Selfie! Ich trage die Jeansjacke, die ich mal auf einer Tauschparty bei Christina, also beim Quautschen, ertauscht habe!

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Ein #insideout, wie es mir besonders gut gefällt – da steh ich gerade mitten in einem Nationalpark, der außer beeindruckend nur irre war. Samt verkehrtem Shirt, auch H&M, uralt (acht Jahre?). Übrigens, wenn man H&M per Twitter fragt, wie ihre Conscous-Collection-Shirts eigentlich produziert werden, verweisen sie dich auf ihre CSR-Seite. Auf der sich zwar sehr viele spannende Statenemts befinden (der Textilschwede ist definitiv weiter als andere Fast Fashion Hersteller), aber auch sehr viele leere Stehsätze. Macht euch selbst ein Bild.

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Der Liebste hat dem #insideout auch gleich mal ein #upsidedown hinzugefügt. Sehr motiviert!

Also, zeigt eure Solidarität! Nehmt teil an der Fashion Revolution! #insideout!

PS: Die Clean Clothes Kampagne hat zu Rana Plaza auch  ein Video gemacht!

PS2: Ja, ich hab auch faire Mode mit, nicht nur Textilschwede 🙂 Aber ich such meine Kleidung derzeit hauptsächlich nach „praktisch“ aus und nicht nach Style. Und nein, ich habe weder zuhause einen komplett fairen Kleiderschrank (wie sinnlos wär das denn gewesen, all meine Sachen einfach wegzugeben und gegen Faires auszutauschen, ökologisch gesehen), noch habe ich nur faire Sachen mit. Vielleicht gibts ja morgen noch ein faires Insideout! So lange fordere ich meinen werten Textilschweden eben zum weiteren Umdenken auf!

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