Schlagwort-Archive: Fast Fashion

Ein böser Wunsch ans Christkind

Ich schwöre, es hat harmlos angefangen, meine Surferei im Netz. Ich hab nach Schuhen geschaut, einfach aus Sehnsucht, weil ich neue Schuhe am meisten vermisse. Und ich hab mich auch ganz ehrlich zuerst nur bei fairen und ökologisch korrekten Schuhen umgeschaut, aber ich werd weder mit der Optik von GEA noch von Veganova noch von Terra Plana so richtig warm. Also einfach so drauflosgegooglet. Und dann war es da, das Paar, das ich vor dem 16.1.2012 ohne auch nur mit der Wimper zu zucken bestellt hätte. Und bei denen ich hoffe, dass es sie nach dem 16.1.2013 noch gibt, weil pfwoah sind die toll. Sie sind zwar nicht grau, sondern beige, aber stylingtechnisch ist das für meine Winteroutfits gar nicht so der Riesenunterschied.

Sie sind bösen Ursprungs, von denen mit der wahrscheinlich nervigsten Schreiwerbung, die es grad gibt. Ich hab auch ehrlich ein schlechtes Gewissen, aber bei Schuhen steh ich wirklich vor der Problematik, dass mir die meisten Biomarken einfach überhaupt nicht gefallen. Bei der Mode ist das was ganz was anders, da freu ich mich schon sehr auf so manche Marken der Fair Fashion. Aber diese Schuhe, hach…  Was soll ich tun?

http://www.zalando.at/spm-oklahoma-stiefel-cuoio-sp611c03l-708.html?size=42

Liebes liebes liebes Christkind, ich hab 41-42, gell?

Getaggt mit , ,

Lob von Expertenseite

Pfwoah, ich bin grad stolz. Nicole von der Sicherheitsnadel hat mir auf Facebook einfach nur ein Riesenkompliment ausgesprochen:

ein wahnsinn…bei fairfashion recherche stoße ich immer wieder auf dasselbe gesicht … dein experiment Ich kauf nix – ein Jahr ohne Kleiderkauf bewegt zum bewussten selbst-an-der-nase-nehmen 🙂

Mich freut das deshalb so sehr, weil die Sicherheitsnadel einfach ein megacooles Projekt ist für mich Wienerin: Ein Einkaufsguide für nachhaltiges Shoppen in Wien. Quasi „da kauf ich“ auf regional.  So fein. Bald. Baldbaldbald. Und: sehr cooles Video, toll gemacht!

Getaggt mit , ,

Beziehungsende

Ich hab Schluss gemacht. Endgültig.

Wer kennt es nicht, wer ist nicht schonmal drauf reingekippt: Dinge woanders kaufen, weil sie von woanders kommen, und dann zuhause damit sich ganz besonders fühlen. Weils nicht von zuhause ist, und weil die Wahrscheinlichkeit, dass andere zuhause auch dieses eine Teil haben, geringer ist. Kombiniert mit Markenbewusstsein ists gleich nochmal ein Level schärfer. Pfoah, die hat was von xy? Das gibts in Österreich ja gar nicht im Handel, wo hat die das her, das muss ja schweineteuer bei der Bestellung gewesen sein!

Mir gings mal mit dem bunten Spanier, also mit Desigual, so. Als man die Sachen in Österreich noch nicht kaufen konnte, beneidete ich jede, die vom Urlaub in Spanien zurückkehrte. Die Teile waren so schön bunt, und gleichzeitig doch irgendwie sophisticated (mir fällt ehrlich grad kein deutsches Wort ein, das sophisticated exakt übersetzt). Halb Spanien rannte damit herum, und hier war es exklusiv und passte irgendwie zum Auftreten von Universitätsprofessorinnen für diverse Geisteswissenschafterinnen (sorry Martina: Und passt immer noch…). Irgendwie wie mit den Muratti. Als es die in Österreich noch nicht gab (und ich noch rauchte), war Muratti in Italien das Kraut für den Arbeiter auf der Baustelle abwärts und in Österreich das Kraut für genanntes höhergestelltes Universitätspersonal aufwärts. Und ich war extrem glücklich, dass mein Bruderherz praktischerweise grad auf Auslandssemester in Bologna war….

Aber zurück zu Desigual: Abgesehen von der Tatsache, dass Desigual nicht nur keinen Nachhaltigkeitsbericht, ja nichtmal einen Code of Conduct vorzuweisen hat, sondern auch auf keine einzige meiner vier (!) Anfragen im Frühjahr 2012 reagiert hat, wird mir der bunte Spanier auch optisch immer unsympathischer – einfach, weils jetzt überall verfügbar ist. Ginge ich zu Fuß in die Arbeit (mit kleinem Umweg, zugegeben), hätt ich einen kleinen und einen Riiiiiiiiiiiiesenstore zur Bewunderung. Und in den nächsten Jahren soll es noch weitere dieser Riiiiiiesenstores geben.

Irgendwie unsexy, oder? Klassisches Prinzip von „Man will immer das haben, das man nicht so leicht haben kann“. Meine Fresse, mir dämmert grad: Mit Männern hab ichs jahrelang genauso gehalten. Wär ich doch besser mal monatelang damals Desigual nachgejagt anstatt dem Tiroler (oder dem Waldviertler oder dem…. lassen wir das), was hätt ich mir Herzschmerz erspart…

Kurzfassung: Ich liebe meine Mäntel und werd sie tragen, bis sie mir vom Leib fallen, aber was Neues vom bunten Spanier wird mich nächstes Jahr nimmer interessieren. Desigual wirkt auf mich inzwischen wie die Eine an der Bar, die es eindeutig nicht auf alleine schlafen gehen abgesehen hat: Zu schrill und viel zu leicht zu haben….

Getaggt mit , ,

Zwei Drittel Shirt, ein Drittel Chemie

Ohrenschlackern gefällig? Selbige hab ich nämlich gewaltig angelegt, als ich den Greenpeace-Bericht „Giftige Garne“ las. Die NGO-Kollegen kauften in 29 Ländern 141 Kleidungsstücke und testeten sie auf Nonylphenolethoxilate (böse) und Phthalate (sehr böse). NPE wandelt sich nämlich im Abbau zu NP ab, einer giftigen, hormonell aktiven und persistenten Chemikalie. Die in der von Greenpeace getesteten Kleidung gefunden Phthalate – Weichmacher – gelten laut europäischer Chemikalienverordnung als „sehr gefährlich“ – und wenn bereits eine Behörde das sagt, dann hats das in sich.

Und jetzt kommt der Oberschmäh: Ein getestetes Shirt bestand zu 37,6% aus Phthalaten. Mehr als ein Drittel des Gesamtgewichts eines Shirts besteht aus sehr gefährlicher Chemie. Absurd, oder?

Und damits wirklich schlackert: Das Shirt war erstens von Tommy Hilfiger – haha, immer noch der Meinung, dass teurer gleich besser ist? – und zweitens in Österreich gekauft.

Ich hab den Report gestern zum Glück nach dem Abendessen fertiggelesen. Neben der Giftshirtstory bleibt man auch bei kleinen Nebensätzen hängen:

  • NPE wurden in insgesamt 89 Kleidungsstücke gefunden (63%). Alle getesteten Modemarken hatten Produkte mit NPE-Gehalt.
  • Deutsche Verbraucher haben heute im Schnitt vier Mal so viel Kleidung wie noch 1980 im Schrank.
  • Darunter im Schnitt 20 Teile, die nie getragen werden.
  • Weltweit werden jedes Jahr rund 80 Milliarden Kleidungsstücke produziert – im Schnitt elf Stück für jeden Menschen.
  • In Deutschland wurden im Jahr 2011 rund 5,97 Milliarden Kleidungsstücke verkauft (…) – dies entspricht im Schnitt 70 Teilen pro Person.
  • Bisher inhärent gefährliche Stoffe werden nur „gemanagt“ anstatt komplett ausgeschlossen.
  • Weitere Marken wie Esprit (ich WUSSTE es!), Metersbonwe und Victoria’s Secret zeigen überhaupt kein Bewusstsein zur Problematik gefährlicher Chemikalien in ihren Produkten und ihrer Beschaffungskette.
  • Auf das ganze Problem mit den Färbungen geh ich später mal ein. Das ist echt einen eigenen Beitrag wert.
Getaggt mit , , ,

Dunkelschwarzhellweißundallesdazwischen

Schon vor ein paar Tagen erschienen: Das Netzwerk Faire Mode schreibt zur Gefängnisarbeit bei Takko. Der Textildiskonter ist süffisanterweise Mitgleid bei der Fair Wear Foundation. Sehr gut beschrieben ist da auch die Zertifizierungsmöglichkeit durch SA 8000, ein Standard für Managementsysteme für Arbeitsstandards. Dieser SA 8000 ist ein Hund, weil er oft als Standard für faires und soziales Arbeiten interpretiert wird. Bullshit. Könnt ihr euch an die Fabrik in Pakistan erinnern, bei der vor wenigen Wochen fast 300 ArbeiterInnen starben, weil die Fenster vergittert und die Ausgänge versperrt waren? Diese Fabrik war ebenfalls SA 8000 zertifiziert…

Auf alle Fälle: Sehr spannender, ausführlicher Beitrag von Mark Starmanns vom Netzwerk Faire Mode. Lesenswert! Mark hat absolut recht – es bringt nichts, jetzt rein Takkos Mitgliedschaft bei der Fair Wear Foundation zu skandalisieren (dass chinesische Gefängnisinsassen für Takko nähen, ist sehr wohl ein Skandal). Takko hat eine Käuferschaft, die sich im Allgemeinen wohl kaum für nachhaltige Prouktion interessiert, und die extrem günstig einkaufen will. Dass Takko dennoch an den Sozialstandards in den für sie produzierenden Fabriken arbeiten will, so schwer das durch hohe Intransparenz der Lieferkette ist, spricht für den Diskonter. Aus der Intransparenz erklärt sich mir der Skandal. Und mir zeigts, dass es sinnlos ist, schwarzweiß/gutböse zu zeichnen. Diejenigen, die versuchen wollen, sich Richtung Nachhaltigkeit zu entwickeln, denen muss man unter die Arme greifen, aber auch ordentlich auf die Finger klopfen, sollte man merken, dass sie nur auf Greenwashing und Imagepflege aus sind. Ich will jetzt Takko nicht entlasten und sagen: Aber sie können ja nix dafür. Nein, sie hätten es wissen müssen. Sie sollten unbedingt für mehr Offenheit in der Lieferkette sorgen. Aber sie haben sich immerhin über die FWF dazu bekannt und sollten sich gerade auf einem – recht steinigen – Weg dorthin befinden.

Das ist ja auch mein großes Problem mit dem Textilschweden. Einerseits ist er allein schon durch seine Größe am Weltmarkt und dem Schwerpunkt auf konventionelle Produktion böse, dunkelschwarz. Andererseits ist es ebenfalls Tatsache, dass ohne den Textilschweden die Biobaumwollproduktion sich weitaus langsamer entwickeln würde, er ist der größte Abnehmer von Biobaumwolle weltweit, also: weiß. Aber wenn die blonde Schönheit, die die CSR-Abteilung leitet, wieder heiße Luft von sich gibt, wirds wieder dünkler.

Mich erinnert das an das Problem, das NGOs sehr oft haben – ich sag jetzt mal „wir“ kassieren oft den Vorwurf, Verhinderer zu sein, überall gleich dagegen zu sein. Der Haken da ist schnell erklärt: In der Öffentlichkeit, in den Medien, da musst du schwarzweiß zeichnen. Ein Feindbild zeichnen, gegen eine Firma kampagnisieren. Oft ist das ja auch gut und bringt was, aber man läuft Gefahr, zarte Pflänzchen der Entwicklung gleich mal im Keim zu ersticken.

Fazit? Hab ich keins. Außer vielleicht, dass diese Individualisierung auf jeden einzelnen Hersteller unfassbar viel Arbeit mit sich bringt. Die es aber wert sein sollte.

Getaggt mit , , , ,

Französischer Wutausbruch

Kürzlich habe ich mir zwei Ausgaben der Textilwirtschaft zusenden lassen. Spannendes Branchenmagazin – doch bereits in den ersten Seiten hat es mir ein paarmal fast den Vogel rausgehaut. Mir ist völlig klar, dass viele viele VIELE Unternehmen komplett auf Nachhaltigkeit, faire Beschaffung und Öko-Stoffe pfeifen, sie müssen ja nicht, aber dass da so mirnixdirnix steht, dass Esprit noch mehr Geld braucht für eine Neuausrichtung, damit sie wieder mehr als 500 Millionen Euro einnehmen  ist hart. Unmittelbar im nächsten Satz hakts dann bei meiner Milchmädchenrechnung (aber ich hab wirklich keinen Tau in solchen rechnerischen Wirtschaftsdingen, das geb ich zu) – Ausgeben will Esprit dafür 1,7 Milliarden Euro, davon 670 Millionen nur ins Brandbuilding investieren.

Das sind Summen, unfassbar! Für den Insider sinds wahrscheinlich Peanuts, aber Nunu Normalverbraucherin legts da einfach die Ohren an. Die tun das, um Fetzen für 30, 40 Euro zu verkaufen. Und was ich noch viel ärger finde: Es wird anscheinend überhaupt nicht auf bio und fair geachtet, nichtmal jetzt, wo es echt schon so ein Trend ist, springen die nicht auf. Ergo beziehen sie ihre Produkte wahrscheinlich nochmal um eine Stange billiger als jene, die sehr wohl aus fairen Bioproduktionen beziehen.

Eine ihrer Zulieferfirmen dürfte kürzlich in die Schlagzeilen geraten sein, weil die ArbeiterInnen nicht bezahlt wurden, Klagen anhängig sind usw. Und was hat Esprit im Pressebereich von esprit.at dazu zu sagen?

Esprit legt Wert auf die Feststellung, dass es sich in seiner Geschäftsbeziehung mit Li & Fung bezüglich Hey Tekstil stets angemessen und gesetzeskonform verhalten hat. Die finanziellen Schwierigkeiten von Hey Tekstil empfindet Esprit als besorgniserregend, besonders ihre Auswirkungen auf die Lage der ehemaligen Angestellten dieses Unternehmens.

Als eine börsennotierte Aktiengesellschaft und unter Berücksichtigung des türkischen Rechts hat Esprit jedoch keine Handhabe, in diesen Vorgang einzugreifen. Esprit befürwortet eine gesetzeskonforme, faire und gerechte Einigung zugunsten der betroffenen Arbeiter.

Esprit stellt im Übrigen durch eine regelmäßige Überprüfung seiner Zulieferer sicher, dass in seiner weltweiten Wertschöpfungskette die jeweils regional einschlägigen Beschäftigungsgesetze eingehalten werden.

Erstens: Blaaah. Zweitens: Mir als Pressesprecherin tut dieser Pressetext fast schon körperlich weh, gestelzt und gespreizt, wie der geschrieben ist. Drittens: Blaaaahhh!!!!

Vielleicht reicht mein Horizont in Sachen Finanzen auch nicht weit genug, aber solche Unmengen zu investieren, um ein stärkeres Markenbranding zu erreichen, und – wie es scheint – beinahe komplett auf Nachhaltigkeit zu pfeifen (außer: wui, Recycling-Bikinis!), das liegt so derartig weit außerhalb der Gutmenschenblase, in der ich manchmal lebe, dass mir schlecht werden könnte.

Und damit ich Esprit endgültig zu meiner persönlichen Un-Marke mache: Im Onlineshop kann man sich anzeigen lassen, welche Produkte „heute neu“ eingetroffen sind. Heute, Samstag, 17.11., sind das 43. DREIUNDVIERZIG an EINEM Tag. Rennt das wirklich täglich so? Und finde nur ich das absolut pervers?! Abgesehen von der ganze Überproduktion, den Produktionsverhältnissen usw: Wer soll denn da noch nachkommen?!?

 

Getaggt mit , ,

Stopp mit den Entschuldigungen!

Spannend, wieviele Leute mir derzeit erzählen, was sie sich nicht tolles Neues gekauft haben, und sich direkt im Anschluss dafür entschuldigen. Die einen sagen: „Mah, sorry, ich reib dir das unter die Nase und du darfst ja nicht.“ Das find ich zwar sehr nett, ist aber egal – meistens. Weil was wär ich denn für eine Freundin, würd ich meinen FreundInnen ihre neuen Dinge nicht gönnen?

Die anderen sagen: „Tschulligung, ich weiß eeeeeeeeh, ist vom Textilschweden“ oder von einer anderen konventionell herstellenden Kette. Und entweder sie flüchten sich in Ausreden, warum das eigentlich eh nicht so schlecht ist und sie auf gaaanz andere Sachen schauen und das schon so passt, oder sie meinen mit schlechtem Gewissen, sie wüssten eh, wie es besser geht. Auch das ist wahnsinnig nett mir gegenüber, aber nicht nötig. Ich will hier ja nicht missionieren, sondern nur dokumentieren, wie sich meine Perspektiven verschieben! Sonst nix…

Also: Es liegt bei jedem und jeder selbst, ein kritischer Konsument zu werden. Vor mir, nur weil ich an Logorrhöe leiden und pemanent Bla von mir gebe, gibts nix zu beweisen.

Nur der Evelyn, der hab ich gestern angedroht, dass ich das nächste Mal ein Bühnengewand für sie nähe, bevor sie wieder Massenbestellungen bei Zalando macht 😉 Achja, Blogmissbrauch: Evelyn. Tolle Frau, Wahnsinnsstimme, und endlich mal an der Reihe, durchzubrechen. Oder wie das heißt. Wurscht. Evelyn ist toll – auch mit Zalandokleid. Überzeugt euch einfach selbst.

Getaggt mit , , , ,

Zwei Welten….ein Wertesystem

Gestern war ich in zwei verschiedenen Welten zu Besuch. Zunächstmal – ich weiß, ich verweise in letzter Zeit etwas viel auf die Seite, aber sie ist einfach mein Lieblingsprojekt im Job – war ich gestern auf der Ressourcentagung von REdUSE. Und dort hielt auch Didrot Nguepjouo, dessen Nachnamensaussprache ich schon wieder vergessen habe, einen Vortrag. Didrot ist Mitarbeiter von Friends of the Earth Cameroon. Ich hatte ja schon vorher das Vergnügen, ihn kennenzulernen und mit ihm über den Baumwollanbau in Kamerun und sonstige interessante „African Facts“ zu reden. FOE Kamerun kampagnisiert zum Thema Baumwolle. Dort ist nämlich das Problem nicht unbedingt der soziale Faktor (wobei, die Kinder werden dort auch statt in die  Schule zum Baumwollpflücken geschickt), sondern der gesundheitliche, sowohl für die Menschen als auch für die Böden. Die Pestizide landen in riesigen Mengen auf den Feldern, die Behälter werden nachher zum Trinkwasser holen (!) weiterverwendet.

Und wenn Didrot dasteht und sagt: „Kauft weniger! Ändert euer Kaufverhalten! Überlegt zweimal, bevor ihr euch ein neues Teil kauft, ob ihr es wirklich braucht! Re-Use and refashion for yourself. Tragt durch bewussten Kauf dazu bei, dass es mehr Biobaumwollanbau und Fairtrade gibt. Respektiert kleine Farmerfamilien.“

…dann geht das ganz  tief rein. Weil Didrot das nicht sagt, weil er „neidisch“ auf das Konsumverhalten der Europäer ist, sondern weil durch eine Verringerung der Nachfrage nach Baumwolle auf den Feldern wieder Gemüse angebaut werden könnte, das der Kamerunschen Exportwirtschaft zwar herzlich wenig bringt, den Einwohnern aber wieder mehr zu essen gibt. Das sitzt, oder?

So hab ich das bisher auch noch nicht gesehen. Noch so ein Aspekt, der zeigt, das alles zusammenhängt. Dass jede einzelne unsere Kaufentscheidungen einen Rattenschwanz an Konsequenzen mit sich zieht. Über diese Initiative muss ich Didrot demnächst noch befragen, dazu war dann keine Gelegenheit mehr.

Moralkeule fertig, und zur zweiten Welt komm ich später.

Getaggt mit , , , , , , , ,

Das Leben eines Shirts

Ich mag Infografiken. Was für eine hübsche Zusammenfassung eines nicht so hübschen Themas. Nur der Wasserverbrauch stimmt nicht ganz, der liegt nämlich bei knapp 2700 Litern, real und virtuell. Hier steht genaueres.

Getaggt mit , ,

Gegenwind ausm eigenen Land

Der Textilschwede wird vom schwedischen TV böse kritisiert. Mit englischen Untertiteln. Viel gibts dazu nicht zu sagen – außer: Und nochmal 20 Minuten, die mich davon abhalten, 2013 wieder schwach zu werden.

 

Getaggt mit , , ,