Archiv des Autors: nunette

Ich bin ein Realo-Fundi-Fundi-Realo

Die Welt der NGOs ist jetzt seit mittlerweile fast sechs Jahren meine. Einiges funktioniert hier genau gleich wie in der freien Wirtschaft oder sonst wo, bei anderen Sachen ticken die Uhren aber sowas von anders (grad mal, dass sie nicht gleich mal komplett gegen den Uhrzeigersinn gehen, denk ich mir manchmal). Was es bei NGOs immer, und zwar wirklich ausnahmslos IMMMMMMMER gibt, sind zwei verschiedene Glaubensrichtungen. Egal, wo ich war, ob Tier-, Natur- oder Umweltschutz, überall gabs die Fundis und die Realos. Die Fundis sind die, die eine andere Welt, ein anderes System träumen, die die Welt in ihren Grundfesten niederreißen oder zumindest ändern wollen, die Realos sind die, die die Weltverbesserungsgedanken in ihren aktuellen Alltag einbauen und das ganze etwas realistischer sehen. Die Light-Version quasi. Einstellungstechnisch habe ich immer schon mit den Fundis sehr sympatisiert, je linker die Zecke, desto cooler waren sie in meinen Augen, die Einstellungen der Damen und Herren (ach Hans, du fehlst 😀 ). Gegenpositionen zum aktuellen wirtschaftlichen Geschehen, ich liebe es.

Allerdings, und dazu steh ich auch: Weiterlesen

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Als eine Leserin mich massiv beeindruckte…

Eigentlich wollte ich was ganz was anderes schreiben heute, aber gestern Abend reagierte eine meiner Leserinnen auf die Anzweiflung der Sinnhaftigkeit von Shoppingdiäten durch eine Schweizer Bloggerin. Und schaffte das, was ich nicht schaffte: Die Schweizer Dame akzeptierte die Gegenmeinung, während sie meinen Blogpost, der allerdings aus KonsumentInnen- und nicht aus UnternehmerInnensicht geschrieben war, sprachlich herabwürdigte. Mir gehts genau NULL um ein „ällabätsch, gewonnen“. Sondern: Was meine Leserin da geschrieben hat, hat auch meinen Mund offen stehen lassen. Danke liebe Hoppla Charlotte für diese tolle Zusammenfassung, für diese vielschichtigen Perspektiven, dein Kommentar war so toll, dass ich mir erlaube, ihn hier zu wiederholen, damit möglichst viele Leute ihn lesen. Weiterlesen

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Ein Mann auf Shoppingdiät!!!

Ich freu mich grad! So richtig! In letzter Zeit ist mir das ganze Gender-Thema immer wichtiger geworden. Ich mags einfach nicht, wenn bereits Kinder stereotypisiert werden und es geschlechterspezifische Spielsachen, Duschgel oder Packerlsuppen gibt. Ich mags nicht, wenn Frauen zu Madln, Dirndln oder Weibs(n) werden (liebe SPÖ: Wäh. Von euch „Weibsn“ fühle ich mich als Frau in Wien definitiv NICHT gut vertreten). Gleichzeitig weiß ich: Es gibt „typisch männlich“ und „typisch weiblich“, und das will ich nie und nimmer anzweifeln, im Gegenteil, das find ich fantastisch!!

Aber mindestens genauso fantastisch finde ich Sven.  Und um den gehts eigentlich in diesem Post, den ich – wie ich gerade merke – ziemlich deppert eingeleitet hab.

Egal.

Das ist Sven.

sven

 

Sven trägt nicht nur Ringelshirts (hach, Männer in Ringelshirts. Ich mag das. Die.), Sven ist Modeblogger, und Foodblogger und einfach sympathischer Blogger. Sven hat jetzt beschlossen: Er macht Shoppingdiät. Und ich bin schuld dran.

Ich finds so super! Ein shoppingdiätender Mann, der auf Mode steht, der sich gerade an seinen ersten selbstgestrickten Pulli macht, und auf dessen Beiträge im Laufe dieses Jahres bereits sehr freue! Lieber Sven, nicht schwach werden bitte! Und weißt eh: Stehe jederzeit zur Verfügung, wenn du Infos brauchst, oder jemanden, der dir mit nassen Fetzen droht, weil du da dieses Zwei-Euro-Shirt bei Primark gesehen hast (nicht, dass ich davon ausgehe!) 😉

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Shoppingdiät: „Was soll der Mist?“

Puh, was für ein Tag. Etwas stressig, wenn sich familiäre und berufliche Verpflichtungen überschneiden. Daher jetzt erst Zeit zum Bloggen (und ok, gestern war ich zu faul, was vorzubereiten). Also. AAAAAAAAAAAAAAAAAAaalso. Das wird jetzt ausführlich. Ich bin heut über einen Blogbeitrag gestolpert, der mich dann doch etwas verwundert hat, bzw. bei dem mir ein bissl die Kinnlade beim Fuß gehangen ist. Bloggerin Modepraline schreibt wörtlich über Shoppingdiäten: „Was soll der Mist?“

Liebe Modepraline.

Das soll jetzt gar kein reines Plädoyer FÜR Shoppingdiäten sein. Aber eine Gegenposition zu deiner, mir etwas unreflektiert erscheinenden Ablehnung:

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WienerInnen, TOP SWAP ist wieder!

Ich habs total verschlafen, dass letztes Wochenende TOP SWAP war, eigentlich DIE Tauschparty von Wien. Aber glücklicherweise…. ist am 13. und 14. März gleich wieder ein TOP SWAP Event. Maria und Sophie organisieren es wieder im Novomatic Forum beim Naschmarkt (das Haus gegenüber vom goldenen Krauthappel – WienerInnen kennen sich jetzt hoffentlich aus 🙂 ). Übrigens: Es werden noch freiwillige HelferInnen gesucht, die mithelfen wollen, dass das ganze Event reibungslos und schön über die Bühne geht. Einfach direkt bei Maria unter office ät modekabel punkt com melden!

Ich darf zitieren: „Das Prinzip ist einfach: Mit einem Unkostenbeitrag von 5 Euro kann man 5 Kleidungsstücke, die in einwandfreiem Zustand sind, mitbringen und sie gegen neue Teile tauschen. Die Stücke werden am Eingang eingecheckt und sofort von einem Team auf der Fläche im Stil einer Modeboutique aufgehängt und arrangiert. Damit wird Secondhand und Kleidertausch nicht nur hochwertiger erlebt, sondern Ressourcenschonung mit Fun-Faktor betrieben.“ Kleiner Geheimtipp für LeserInnen: Bei den TopSwap-Events tummeln sich auch jede Menge Modebloggerinnen, da kann man also echt interessante Stücke ergattern!

(c) Michéle Pauty, www.michelepauty.com

(c) Michéle Pauty, http://www.michelepauty.com

(c) Michéle Pauty, www.michelepauty.com

(c) Michéle Pauty, http://www.michelepauty.com

Damit alles smooth rennt – und ich kenn das, bei so großen Events ist das wichtig!! – gibts Regeln:

• Keine Unterwäsche, Sportbekleidung, Socken oder Haushaltstextilien
• Auch verunreinigte oder riechende Teile werden von uns abgelehnt.
• Jedes Stück wird von einem Mitglied des TOP SWAP Teams am Eingang kontrolliert, bevor es auf die Swap Fläche kommt.
• Es gibt keine Garantie, dass Teile angenommen werden.
• Eingetausche Teile können nicht mehr zurückverlangt werden.
• Nicht aufgebrauchte Punkte auf der Swap Card verfallen und können nicht bei einem anderen TOP SWAP eingetauscht werden.

1. 5 Euro Unkostenbeitrag müssen am Eingang bezahlt werden, egal ob nur ein Tag oder beide Tage besucht werden.
2. Bitte eine eigene Tasche mitnehmen, um die eingetauschten Teile auch wieder mit nach Hause zu nehmen!
3. Am Eingang bekommt man eine Swap Card, die man an beiden Tagen verwenden kann. Hier wird notiert wie viele Stücke beim Check out mitgenommen werden können.

Ich werd hinschauen, bei mir zuhause gibt es immer noch eine Ikeatasche mit „Tauschbarem“. 🙂

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Gib mir deine Chucks, ich geb dir meine!

Die Frau Nachbarin, die ist ein Wahnsinn (meine Nachbarn und -innen sind überhaupt alle ein Wahnsinn, das muss auch mal gesagt werden. Ich liebe dieses Haus). Seit Jahren geht das so. Ich sag vor sieben Jahren zu ihr: „Ich hätt so gern eine senfgelbe Lederjacke.“ Sie geht zum Kasten, holt meine Traumjacke raus und sagt: „So eine? Die hat mir die ehemalige Mitbewohnerin dagelassen, aber irgendwie passt sie mir auch nicht gscheit.“ Diese Jacke liebe ich seit Jahren. Oder, die Frau Nachbarin bewunderte meine heißgeliebten Stiefel mit dem roten Zipp hinten dran. Und sagte mitten in meinem shoppingfreien Jahr: „Du wart, ich hab da eine Strumpfhose, bei die hinten durchgehend eine rote Naht hat, passt sicher super zu den Stiefeln, kannst haben! Ich hab die eh nie an!“.

Vor ein paar Tagen schlug sie wieder zu, die Frau Nachbarin. Ich versumpfe einen Abend komplett bei ihr, und beim Schuheanziehen schau ich auf ihr Schuhregal und lache, wer von uns beiden eigentlich mehr zerlatschte Converse hat. Und dass die, die ich grad anzog, eigentlich eine halbe Größe zu klein sind, aber es geht grad so, dass sie noch nicht wehtun. Worauf sie, die genau diese halbe Größe weniger als ich hat, meint: „Ich hab ein Paar, die mir zu groß sind.“ (Oder hab ich sie gesehen im Regal? Weiß nimmer, war spät).  Worauf mir wiederum einfällt, ich hab da ja doch noch so ein Paar zuhause, das ich schon lang mal wegtauschen wollte. Die mir zwar in der Größe passen, aber zu schmal sind – und ja, ich merks eh, ich bin grad in Tratschlaune, sorry 🙂 Aber ich finde das ist ein perfekter Tausch: Ich habe ein neues Paar Schuhe, es musste für mich aber kein neues produziert werden (Chemie- und Arbeitsstandardstechnisch gehts in den Converse-Fabriken sicher auch nicht wirklich leiwand zu), ich habe gleich mal die Geschichte zu den Schuhen bekommen, es war ein wirklich gleichwertiger Tausch, wir beide sind happy – und überhaupt, Converse schauen erst gut aus, wenn sie ein bissl zerlatscht sind, oder?

(c) Nunu Kaller

(c) Nunu Kaller

Die gehören jetzt der Frau Nachbarin. Und mir gehören die hier.

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Die schauen am Foto dreckiger aus, als sie sind. Außerdem, falls das wen stört, kleiner Tipp: Ich hab Chucks schon mehrfach mit einigen alten Handtüchern in der Waschmaschine gewaschen. 30 Grad pflegeleicht und dann mit Papier ausstopfen beim Trocknen. Geht auch mit Leder-Sneakers.

 

Cool, neue Chucks, ohne neue Chucks zu kaufen! Und dunkelrote wollte ich haben, seit ich 14 war. 🙂 Tirili!

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Everywhere you go…

Frage aus Interesse: Habt ihr Tipps aus ökofairmodischer Sicht für diese zwei Städte? War schon mal in beiden Städten, bin aber bald wieder dort und mag mich ein bissl treiben lassen – Vorschläge für tolle Läden, Projekte, Einrichtungen, Flohmärkte, Ausstellungen, die mit Fair Fashion oder so zu tun haben: Immer her damit bitte! Danke euch!

paris

(c) Sigrid F. 😉

ben

 

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Wiener DesignerInnen und ProduzentInnen gesucht!

Ich hab mal wieder einen Aufruf, diesmal im Namen vom Andi, einem der Herren hinter Mavienna. Übers Mavienna hab ich vor Weihnachten schon mal geschrieben, es ist eine kleiner, feiner Laden in der Stumpergasse. Die Stumpergasse liegt zwar fein im sechsten Bezirk, geht von der berüchtigten Einkaufsstraße Mahü weg, und zum Westbahnhof ist es auch nicht weit. Nur hab ich mir schon öfter gedacht: Da könnt aber mehr gehen in der Gasse. Einige Läden scheinen nicht so gut zu funktionieren, und zu Fuß schaffens die Leute grad mal zum veganen Supermarkt. Das geht auch anders.

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(c) Johannes Hloch, http://www.hloch.at

 

Ich glaube, Andi hat sich das auch gedacht. Und hat gemeinsam mit ein paar anderen Ladenbesitzern beschlossen, am 20. und 21. März eine Art Festival der Stumpergasse zu veranstalten. Inklusive Lesungen, billigerem Haarschnitt, Kameraflohmarkt und so weiter. Das Mavienna selbst macht logischerweise auch mit, und zwar mit einem Pop-Up-Store der besonderen Art: Sie wollen an diesen zwei Tagen nur Produkte verkaufen, die in Wien hergestellt wurden. Kleidung würden sie bevorzugen, aber auch andere Produkte sind herzlich willkommen, Seifen, Bier, alles, was in Wien produziert wurde. Schnell noch die organisatorischen Details: Keine Standgebühr (allerdings prozentuale Beteiligung für Mavienna), um den Verkauf kümmern sich Andi und Christoph, Verkauf erfolgt auf Rechnung des Labels, und ordentliche Bewerbung on- und offline im Vorfeld wirds auch geben. Klingt doch nicht schlecht, oder?

Also, liebe DesignerInnen und handwerklich Begabte: Nutzt die Chance! Am besten, ihr meldet euch direkt bei Andi. Ich freu mich schon auf den Pop-Up-Shop sowie die restlichen Angebote in der Stumpergasse!

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Stricken als Therapieform

Ich bin da echt dafür: Stricken sollte als Therapieform genehmigt werden, Wolle und Nadeln von der Krankenkassa bezahlt. Gesundheitlich seit Wochen im Eck, hab ich mir so richtig schlechte Laune als Nebenwirkung aufgerissen. Kennt ihr das, wenn die Gedanken Hochschaubahn spielen, man genau weiß: Das ist  grad gequirlte Sch.., die mein Hirn da grad abliefert, aber aufhören damit? Nichtmal eine ganze Staffel der beeindruckend absurden Serie Revenge hat geholfen.

Und was half? Ok, erstens Mal ein feines Essen und Blumen von Nachbarin #1 (mit der ich es heute schon wieder geschafft hab, gleich angezogen zu sein, eine unabsichtliche Tradition, die sich bei uns durchzieht, seit wir uns kennen), und zweitens:

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Selbst wenn man nur dumpf rechte Maschen strickt, ein ganzes nicht enden wollendes Knäuel lang, nichts holt einen besser raus aus Gedankenschleifen – als ob das Hirn auf Meditation umstellt. Dass das wirklich so ist, ist bereits bewiesen. Also, liebe Krankenkassen: Wolle ist billiger als Antidepressiva.

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Wien in sieben Sätzen

Praktisch, dass die ganzen vor einiger Zeit geschriebenen Gastbeiträge gerade jetzt erscheinen, wenn ich selbst eigentlich nur rotzend im Bett lieg und vor mich hin huste und schnupfe.

Heute: Les Flaneurs. Der Falk, den kenn ich aus Hamburg, und der ist ein guter Freund von meiner lieben Isabel, der hat mich um sieben Sätze über Wien gebeten.

Bitteschön!

Wäre Wien ein Mensch, wäre es eine alte Dame, gut erzogen und sehr auf die guten alten Traditionen und Umgangsformen stehend, aber im Herzen doch sympathisierend mit ein bisschen Revolte. Diese alte Dame ist die richtige Mischung aus Kopf- und Genussmensch, und braucht viel Futter fürs Hirn in Form von kulturellen Auswüchsen aller Art. Nachdem sie schon etwas älter ist, geht alles etwas langsamer und gemächlicher. Was aber nicht heißt, dass sie auch mal ordentlich aufbrausend werden kann, wenn ihr was nicht passt, dann gibts nämlich ordentlich Tempo und Action. Und nachdem sie es sich in ihrem Alter leisten kann, nicht mehr allen Leuten mit strahlendem Gesicht und Herzerln in den Augen begegnen zu müssen, wenn sie grad nicht gut drauf ist, kann sie auch mal ihren nicht ganz so beliebten Charme auspacken und auf gut wienerisch “herumgranteln”. Doch granteln hin oder her: Charmant und abweisend, subtil und direkt, laut und leise, modern und altmodisch, Avantgarde und Kommerz, Kaiserschmarrn und Tafelspitz – Wien ist lebenswert und liebenswert. Wien ist geliebtes Nest – man fühlt sich wohl, wie bei der Oma am Sofa halt …

Oh, und liebe Gabalier-Fans: Ich schalte gerne eure Kommentare frei – sofern sie mich nicht persönlich beleidigen, mir Emanzentum unterstellen oder sonstig direkt an mich gerichtet sind. Solche Kommentare werde ich nicht freischalten bzw. löschen. Das hier ist mein virtuelles Wohnzimmer, und da lass ich mich untergriffig beleidigende Menschen genauso wenig rein wie in mein echtes Wohnzimmer. Und als echter Fan würd ich mich von diesem Artikel übrigens weitaus mehr proviziert fühlen. Für mich ist das ganze Thema hiermit erledigt. 

 

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