Archiv des Autors: nunette

Over and Out

Heute ist mein erster freier Abend. Mein erster wirklich freier Abend seit acht Monaten. Ich heische da jetzt nicht um Mitleid, ganz und gar nicht. Ich hab mir das ja selbst eingebrockt. Denn selbst wenn ich in den vergangenen acht Monaten freie Abende hatte, an denen ich nichts job/FH/buchrelevantes zu tun hatte, hatte ich es immer im Hinterkopf. Seit heute ist es fix: Meine FH-Abschlussarbeit ist abgegeben und bereits benotet (yay, so richtig yay!), das Buch befindet sich in den letzten Korrekturläufen, und ich habe – heute – nix – zu – tun.

Mein Körper kann damit nicht so ganz umgehen. Schüttelfrost, Migräne, Ohrenschmerzen, you name it.  Ja, lieber Körper, ich habs kapiert, das nennt man dann wohl Spannungsabfall. Daher verbringe ich meinen ersten so richtig freien Abend am Sofa, rege mich über Spindelegger auf (in meinen Augen ist er die Geheimwaffe der SPÖ), und bin zu müde zum Stricken.

Aber so ganz loslassen kann ich immer noch nicht. Bitte gebts euch mal diese Liste – das sind alle ModeausstellerInnen auf der WearFair. Hammer, oder? Ich bin schon so gespannt, was es dort alles zu entdecken geben wird… doch jetzt bin ich erstmal over and out für heute. Trägt mich mal wer ins Bett? Das ist so weit weg…

 

ab.ag
AiNWEAR
AllUp Cycled
a longo
anna pollack
ANUKOO Fair Fashion
Anzüglich
AWEAR
better b. good
Brainshirt
CAROline
CharLe
Cite Textil Camélidos Huancavelica Perú
colourmoods bunt bio fair
Susanne Dullinger
ECO – Ethically Correct Outfits
EcoCarrots, EcoDesign und FairFashion
Eva Lackner
Fairytale Fair Fashion
Filzkiste
Gary Mash
gertrud -Taschen
GET CHANGED!
Grüne Erde
Greenality
Göttin des Glücks
Greenfeel
Green Ground
Gutzi
Kamaeleon – Recyclingmode für Kinder
Katuni
Kinderkram
KLEIDERgrün
kleider machen leute
km/a
KB knallbunt OG
KnowMe
Kopfarbeit – handmade Beanies e.U.
kraftstoff.e.U – „kraftstoff für deine nähideen!“
Kukuruz Mode
Kyo srl
La Schachtula
LightWear – natur fair tragen
Lillan
Lothar Daniel Bechtold
mach&werk- unikate mit vorleben / Zirkeltraining Austria
MAinfect – NYANI fair fashion
Maronski
MASI
mawasi-natürlich faire mode
mekhada
MILCH
Muso Koroni
Natürlich Baby
pagabei
promoteXx bioshirts.at
Ragioniamo con i piedi snc
Raincombi
ReinZeit
Rose, Lola & Grace
Re-Bello
ruthgold
scheureckertasche
schmuck.ART Recyclingschmuck
Schmuckdesign Sonnleitner
Shirtsberry OG
Siebenkant
Sorgsam.com
tag.werk
Vega Nova
Waliki GmbH
WearPositive
Weltladen Backnang GmbH
Weltladen Linz
wing of creation
Xiling
ZERUM Lifestyle
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Was persönliches…

Es gibt eine Agentur, in der ich früher mal gearbeitet habe. Lang früher. Und für einige Zeit war das ein richtig cooler Job, und das meine ich wirklich: so richtig! Doch mit der Zeit fühlte ich mich immer unwohler dort, zog die Konsequenzen und kündigte. Diese Agentur und ich haben uns seither diametral auseinander entwickelt, fischen aber immer noch im selben Gewässer. Es geht um Social Media, es geht um Blogs, es geht um PR, es geht um Kommunikation. Nur: Während die Agentur jetzt Unternehmen erklärt, wie man auf Shitstorms reagiert, freue ich mich unglaublich darüber, weil es sich aus meiner Perspektive wie eine Anleitung liest, wie man einen anständigen, nachhaltigen Shitstorm auf die Beine stellt. Weil ich – zugegeben gewaltige Gerechtigkeitsfanatikerin – meinem Berufsleben seit Jahren (eigentlich seit meinem Ausstieg dort) einen Sinn geben will, der mich am Abend in den Spiegel schauen lässt, erscheint mir die Arbeit meiner ehemaligen Agentur etwas zu auftraggebergetrieben (wie die meisten Agenturen, ist mir schon klar). Wer zahlt, wird bedient. Von Fairness keine Spur, weder bei den Auftraggebern noch … egal. Es geht hier nicht um persönliches Aushauen.

Doch irgendwie haben sie es jetzt geschafft, dass ich doch über sie blogge. Denn sie machen etwas, was mich stört. Auch wieder: so richtig! Und wenn mich an großen, für mich anonymen Unternehmen wie dem Textilschweden was stört, dann hau ich auch aus. Darum habe ich beschlossen, in diesem Fall jetzt meine Beißhemmung abzulegen. Weil – und nicht nur ressourcentechnisch find ich das in sich schon sehr absurd – diese Agentur jetzt einen Fanshop hat. Eine Agentur. Zugegeben: Eine, die in den letzten Jahren doch so manchen Preis abgestaubt hat. Aber: Die laut offensiv beworbenem Facebookinserat 2000 brutto für Vollzeitjobs zahlt (Kollektivvertrag hin oder her: Das ist verdammt wenig, wenn man gleichzeitig jahrelange Erfahrung verlangt), und laut kununu und unter ehemaligen KollegInnen den Ruf genießt, arbeitsstundentechnisch ziemlich übers Ziel hinauszuschießen, hat einen Fanshop. Doch um die Absurdität dessen geht es jetzt nicht. Sondern um die Produkte, die sie anbietet. In diesem Fanshop wimmelt es nur so von wahlweise chinesischer oder wahrscheinlich kambodschanischer Mindestlohnmistarbeit. Es gibt gebrandete Kulis (Respekt, wenn die wer um einszwanzig kauft, überall sonst werden einem Kulis als Give-Aways nachgeschmissen), es gibt die heiße Möglichkeit, Sticker mit dem Firmennamen um sechzig Cent zu kaufen, und vor allem: Es gibt Handtücher, es gibt Taschen. Nix bio, nix Fairtrade, nix Vorbildwirkung, dafür weht der Duft von Größenwahn durch den Shop.

Ich weiß, das ist ÜBERALL so. Wurscht, wo man hinschaut, man wird mit Giveaways, unnötiger als weißichwas, zugesch…en. Gerade jetzt vor der Wahl gibts wieder eine massive KuliStickerPlüschtierStofftaschen-Welle. Ich wollte einfach mal thematisieren, dass Textilproduktion nicht bei der Textilschwedentür aufhört. Handtücher, Einkaufstaschen, Kissenbezüge, Plüschtiere – muss alles genäht werden, ist alles aus Stoff. Aber ich habe diese Agentur ausgewählt, weil sie mir ermöglicht, wirklich emotional zu schreiben – gerade weil ich sie kenne, und mir denke: Ihr seids doch nicht blöd bitte! Ihr habts doch grad so die Möglichkeit, zu einer Bewusstseinsänderung beizutragen! Es ist so traurig, dass sich trotz unserer diametralen Auseinanderentwicklung auch nach Schlagzeilen wie Rana Plaza oder Jazreen kein Bewusstsein dafür entwickelt hat, dass es auch anders geht. Kommt schon, es ist sogar bobo und in, mit der Fairtrade-Einkaufstasche herumzulaufen! Und bei den Handtüchern, da könntet ihr sogar Trendsetter sein!

Eigentlich bin ich der Agentur sogar dankbar. Weil sie mir eine hoffentlich lebenslange Freundin verschafft hat. Und die übrigens die Erfinderin des Agenturnamens ist. Gabs da eigentlich mal ein Dankeschön dafür?

Eine Verlinkung sucht man in diesem Beitrag umsonst. Der Grund ist der Versuch, nicht dort zu landen, wo man dem Niveau bei den Sternen zuwinkt. Die, die mich gut kennen, wissen, von welcher Agentur ich schreibe. Die kennen aber auch schon länger meine Meinung, in persönlichen Gesprächen halte ich mich da auch nicht wirklich zurück. Und die, die nicht wissen, von welcher Agentur ich spreche, die sollen selbige bitte als emtional umschriebenes Beispiel für verdammt viele Agenturen und sonstigen Marketingunternehmen dieser Welt nehmen, in denen das Bewusstsein für faire, soziale und ökologisch verträgliche Produktion sich immer noch im Tiefschlaf befindet.

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Und es gibt sie doch!

Ich wurde ja nach meinem Gesempere über den Ökolook von Ökoschuhen eines Besseren belehrt – und lernte Jonnys kennen. Also ich kannte sie schon vorher, da meine inzwischen heißgeliebten Sommersandalen von dieser Marke, gekauft bei Maas Natur, sind. Die haben richtig coole Leisten. Ich bin ja schwer am Überlegen, ob meine heißgeliebten Sandalen auch in meinem heißgeliebten Türkis den Weg zu mir finden sollen (und werde von der Stimme in meinem Kopf, die meint, dass das nur wieder ein altes Muster – sich nicht mit nur einem Teil zufriedengeben – wäre, abgehalten).

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Andererseits: Es kommt der Herbst und der Winter, und ich habe mir ja letztens solche halbwadenhohen Bikerboots mit weitem Schaft eingebildet. Und wurde auch wieder bei Jonny’s fündig:

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Bei denen bin ich wirklich stark am Überlegen, zugegeben, vor allem, weil meine Lieblinge nicht mehr die fittesten sind.

Doch ich wurde auch auf andere Marken hingewiesen, zB. Cydwoq (die ich schon einmal verlinkt habe). Coole Schuhe, aber pfwoah, teuerteuer. Natürlich gilt das Argument: fair produzierte Qualität muss auch ihr Geld wert sein. Aber leider, 272 Dollar für Sandalen hab ich nicht.

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Und bei den Ökoschuhen.de hab ich auch wieder vorbeigeschaut, denn Frank, der Mann hinter Ökoschuhe.de, sah meinen Motzbeitrag auch und erklärte mir, die Situation habe sich in den letzten Jahren schon stark gebessert und ich solle immer wieder vorbeischauen. Gesagt, getan, und hey, da haben mich zwei Paare angeschaut, die find ich sogar richtig schön. Nicht habenwollenunbedingt, weil in meinem Kopf grad eher die schwarzen Boots da oben herumspuken, aber immerhin: richtig schön.

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Und genauso schön finde ich die hier:

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Und so kann man Nunus bekehren: Es gibt sie doch, die Ökoschuhe, die nicht gleich nach Ökoschuhen ausschauen!

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Konsumopfer auf Entzug

Jaaajaa, ich kanns doch nicht lassen mit dem Bloggen. Vor allem, wenn man sich in der FH-Abschlussarbeit auch mit dem Kommunikationstool Bloggen beschäftigt, dann juckts einfach noch mehr in den Fingern, selbst wieder was zu veröffentlichen.

Ich hab mir selbst Bootcamp verpasst, um die Arbeit fertig zu bekommen. Aus diesem Grund hab ich den Liebsten ins Burgenland geschickt, und bin heute früh einkaufen gefahren, um mich mit Lebensmitteln fürs Wochenende einzudecken (der Kühlschrank gab nämlich genau ein paar welke Blätter Minze, ziemlich viel Tonic – das ich nicht mag -, ein offenes Glas Oliven und ein etwas älteres Stück Gouda her).

Zuerst hab ich mal den neuen veganen Supermarkt in der Stumpergasse ausprobiert (bin zwar selbst nicht vegan, aber hey, wenns schmeckt, ist es doch eine wunderbare Alternative!) und war begeistert von der Auswahl und nicht ganz so begeistert von den Preisen. Dennoch hab ich mir eine ganze Menge mitgenommen. Und bin schon sehr gespannt, wie die vegane Pasta mit Sojawürfeln wohl schmecken wird, die ich mir heut noch machen werd.

Dann weiter zum Merkur am Westbahnhof. Und dort mal wieder festgestellt, was für unglaubliche Konsumopfer wir doch alle sind, mich fest eingeschlossen.

Erstens: Kenn ihr diese großen Becher mit Joghurtmischungen, die Rewe selbst herstellt? Ich ess da ganz gern das Birchermüsli in der Früh, ist mit zwei Euro irgendwas auch leistbar. Aus der Ferne sah ich heute unglaublich gut aussehende Fruchtjoghurtbecher, mit ganz viel Beeren drin und drauf. Besonders der Becher mit den vielen Heidelbeeren sah echt unglaublich appetitlich aus. Ich schau, was er kostet: Weiterlesen

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Die WearFair und die Nunu

Also ich freu mich ja immer noch, das ist schon ein ziemlich cooles Clipping! Und nachdem im Artikel die WearFair & mehr leider nur so wenig hervorkommt, mach ich halt hier am Blog umso mehr Werbung dafür 🙂

Es erwarten euch über 130 AusstellerInnen, davon 77 (!!) im Modebereich, von ökofairer Kinderkleidung bis hin zu avantgardistischem Upcycling. Klingt jetzt beides ein bissl naja, wenn man das so liest, aber ich versichere euch – da sind schwer tragbare Teile dabei, ich freu mich schon auf ein paar ganz bestimmte AusstellerInnen ganz besonders! Letztes Jahr durfte ich ja noch nicht, aber dieses Jahr….huiuiui!

Aber an all jene, die über den tollen Wienerinnenartikel auf diesem Blog landen, mal die Erklärung, wieso ich eigentlich so Werbung mach für eine Messe für nachhaltige Mode – lustige Geschichte. Knappe drei Monate nach Beginn meines Shoppingboykottjahres redet mich die Mama einer Freundin drauf an, dass ich da doch bitte was draus machen soll. Und ich denk mir auch: Ja, ich möcht da eigentlich beruflich was draus machen.

Und dann war mir das Schicksal mehr als gewogen. EINEN Tag später vertrete ich einen Kollegen bei einem Meeting, in dem es um eine neue Kooperation geht. Was ich nicht wusste: Um welche Kooperation es geht. Und im Meeting dann, dann lag mir die Kinnlade bei den Füßen: Es ging darum, ob GLOBAL 2000 bei der WearFair einsteigt. Das war kein Wink mit dem Zaunpfahl, da hat der ganze Garten gewackelt!

Meine Aufgabe ist Presse (viel) und Organisation (ein bisschen), und ich liebe es. Ich freue mich schon unglaublich auf die Messe und hoffe, ganz viele von euch dort zu treffen!

WearFair & mehr

Tabakfabrik Linz

27.-29. September

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Übrigens: Will uns wer helfen? Entgeltlich suchen wir

– Models (siehe hier, und auf die Diskussion gehe ich später einmal ein, nur soviel: Größe 38 ist nicht Size Zero)

– Freiwillige Helfer (die sich hier melden können)

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Wienerinwienerinwienerin

OK, ich KANN nicht bis morgen warten.

Ich.

Wienerin fast seit Geburt (und auch nur fast, weil die Mama in Niederösterreich ins Krankenhaus wollt).

Seit ichweißnichtwannmindestens15JahrenaufalleFälle Leserin der Wienerin.

Ich.

IN der Wienerin.

Nicht zum ersten Mal, aber dafür diesmal auf ganzen drei (!) Seiten. UND am Cover angekündigt.

Eigentlich wollte ich ja als Pressesprecherin der WearFair & mehr die Messe in die Wienerin hineinbringen. Habe zur Redakteurin gesagt: Bin offen für alles, liefere dir jedes Foto, jede DesignerIn, egal, Hauptsache, die Messe kommt in die Wienerin (eine Hund-am-Rücken-Verhaltensweise, die es von mir nur äußerst selten gibt, hehe). Das Ergebnis: Nunu. Auf drei Seiten.

Heute mit zitternden Händen die Wienerin aus der Post geholt, und erstmal eine halbe Stunde das Cover angeschaut, bis ich mich getraut hab, die Zeitschrift auf Seite 80 aufzuschlagen. Und dann die große Erleichterung, ein wirklich sehr netter Artikel ist das geworden, und die WearFair ist auch angekündigt, juhu! Und Ironie des Schicksals: Die Seite VOR „meinem“ Artikel ist eine Anzeige einer Schuh-Kette, die Seite DANACH eine Peek&Cloppenburg-Werbung. 🙂

Oh Wow. Ich. In der Wienerin. Auch wenns jetzt arrogant klingen mag, dass ich mich an die Medienaufmerksamkeit schon so ein bißchen gewöhnt habe (wobei, dieses „auf der anderen Seite stehen“ im Vergleich zu Pressesprecherei ist immer noch seltsam), DAS ist eine Riesensache. Unpackbar. Riesig. Geil. Wienerin. Und das Foto von mir zwischen meinem Gewand – da finde ich mich sogar auch anschaubar…

Aaaaahh!! 🙂

Oh, und ein dickesfettes DANKESCHÖN an den Lieblingsplatz, wo wir fotografieren durften!!

2013-08-28 18.50.18w1 2013-08-28 18.50.26w2 2013-08-28 18.51.04w3 2013-08-28 18.52.292013-08-28 19.06.40

Getaggt mit

Eine nervöse Wienerin..

..bin ich. Deshalb.

Jetzt lag sie grad in der Post.

2013-08-28 16.58.27

Mehr dazu morgen……..

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Sammeleintrag!

Heute ausnahmsweise mal zwei Themen in einen Beitrag vermantschgert:

Erstens: Kirsten Brodde und Lars Wittenbrink haben sich auf ihrem Blog „Grüne Mode“ zu der ganze Gütesiegeldiskussion geäußert – und etwas hervorgehoben, das ich mir zwar schon paarmal gedacht, aber nie wirklich fertig zu Ende gedacht habe. Einfach, weil ich regelrecht erleichtert war, dass es zumindest ein anständiges Gütesiegel gibt, das ökologisches UND soziales abdeckt, ist genau an dieser Entdeckungs-Stelle mein Differenzierungsvermögen in Tiefschlaf verfallen. Und Brodde hat es wieder aufgeweckt: GOTS ist super, keine Frage. Aber GOTS ist bei den sozialen Kriterien dennoch etwas „schwach auf der Brust“, und noch viel spannender: GOTS beinhaltet keine Regeneratfasern. Hier geht es zu dem Eintrag von Brodde und Wittenbrink (der übrigens auch diesen Webshop hier betreibt, von dem ein Arbeitskollege, der mich regelmäßig wegen grüner Männermode anraunzt, hochbegeistert ist). Eine wirklich spannende Diskussion, bei der sich sicherlich noch viele Leute zu Wort melden werden.

And now to something completely different: Himmelarschundzwirn, mein in den letzten eineinhalb Jahren antrainiertes kritisches und vor allem reduziertes Shoppingverhalten wird grad auf eine harte Probe gestellt. Warum? Weil es jetzt wirklich nicht mehr lang dauert, bis meine heißgeliebte Lieblingsmarke (die es seit fünf Jahren schon ist, und bei der die Tatsache, dass sie so bio und so fair wie möglich produzieren, von mir eigentlich nur als nettes Beiwerk gesehen werden, so sehr steh ich auf die) endlich den Onlinestore aufmacht – bisher musste das Nunu bis nach Brüssel oder Amsterdam reisen, um sich dort in tollen Schnitten und schönen Farben laben zu können.

Aber NEIN, denke ich mir seit gestern, nein, das ist einfach nur NOCH eine Möglichkeit, bessere Mode zu kaufen (hat übrigens KEIN GOTS-Siegel, darum verwend ausnahmsweise auch ich mal den Komparativ, obwohl ich dieses „besser“ und „nachhaltiger“ nicht mehr hören kann). Ich rede es mir halt ganz kräftig ein. Und falls wer glaubt, ich spinn bei vielen Marken so wie bei der: Klickt mal auf den Tag am Ende des Beitrags. Und ja, ich werde weiterhin brav bleiben und es einfach nur genießen, dass ich endlich nicht mehr auf eine Reise in den Norden angewiesen bin, falls es mich nach einem schönen neuen Kleid gelüstet.

cora online

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Anna gewinnt, ihr gewinnt!

Sooodale, wieder einmal WearFair&mehr-Content: Wir haben ja einen Standplatz verlost. Und die Siegerin steht fest: Anna Pollack!

WINpollack

Anna stellt sich vor:

Ich heiße Anna Pollack, bin 39 Jahre alt, Mode bzw. Accessoires entwerfe ich eigentlich seit ich ca. 13 Jahre alt bin, mein Label heißt anna * pollack. Bio und Fair hat zunächst auf meinem Teller begonnen und ist bald in meinen Badezimmerschrank und meinen Kleiderkasten übergeschwappt. Für mich ist es gar nicht mehr anders möglich, als den Fokus auf ökologische und faire Produktion zu legen. Ich bin Teil eines Ganzen und somit verantwortlich für alles, was ich tue. Deshalb, weil ich etwas nicht sehe, weil es woanders passiert, bin ich meiner Verantwortung noch lange nicht enthoben.
Ich bin Mama dreier kleiner Kinder, das hat mein Bewußtsein nochmal erweitert. Es ist nicht meine Welt, sondern die meiner Kinder und ihrer Freunde. Ich kann nicht Bekleidung und Accessoires unter menschenunwürdigen Bedingungen produzieren lassen. Sollen meine Kinder Sachen tragen, die andere Kinder genäht haben???? Das besondere an meiner Mode und meinen Accessoires liegt in der Kombination von Ästhetik und Funktionalität. Die Kleidungsstücke und Accessoires sind nicht nur schön anzusehen und anzugreifen sondern auch nachhaltig sinnvoll. Bei den Kinderkleidern ist es mir wichtig, dass sie nicht nur eine Saison oder bei den Kleinsten überhaupt nur ein paar Wochen tragbar sind. Meine Modelle müssen immer über mehrere Größen tragbar sein. Das schont den Geldbeutel und die Ressourcen. Die Stoffe müssen auch gut zu ihren Trägern sein, sprich die Funktion des haptischen Tragekomforts erfüllen. Deshalb bio und recycled. Die Qualität der Verarbeitung muß in meinen Augen auch hervorragend sein, dann kann man die Kleider nämlich auch noch weitervererben.

Wir freuen uns! Sie ist übrigens nicht die 101., sondern bereits die 131. Ausstellerin! Es wird einfach soooo cool auf der Messe – und wenn ihr, meine lieben LeserInnen, HeldInnen seid, dann erzählt ihr bitte allen Leuten, die ihr kennt, von der Messe! Damit diese 131. AusstellerInnen dann nicht enttäuscht sind, weil keiner da war. Was ich jetzt nicht befürchte, aber trotzdem, die Anspannung steigt mit jeder neuen AusstellerInnen-Anmeldung. Es soll einfach die tollste Messe überhaupt werden. Das ist der Deal: Wir organisieren euch das Ganze, dafür kommt ihr in Scharen! ok? 🙂

Mehr Infos zum Weitererzählen gibt es übrigens hier.

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Kinder für Kinder

Immer wieder hört man Geschichten, dass das mit der Kinderarbeit sich schon verändert habe und viel weniger Kinder in Textilfabriken arbeiten, und es da Kontrolle gibt (ja eeeh) und wenn, dann findet man ein oder zwei, und die schickt man dann als Vorzeigeprojekt in die Schweiz ins Internat und blablablabladibla und das alles ist eh schon zum Haareraufen.

Aber wenn man dann ein Video sieht, in dem NUR Kinder arbeiten, in dem 12-Jährige Mode machen, die für Gleichaltrige in den USA bestimmt ist, dann kommt einem das Kotzen. Eigentlich ein Wunder, dass Al Jazeera America diese Bilder hat drehen dürfen.

aljazeera

Klick aufs Bild –> ab zum Video, lässt sich leider nicht einbetten, nur verlinken!

Und ich freu mich in meinem letzten Beitrag grad drüber, dass ich bald „nur“ noch einen 40h-Job haben. Also acht Stunden am Tag. Und empfinde meine Zusatzaufgaben, die für die ich mich FREIWILLIG entschieden habe, und die meine Tage gerade zu 12h-Tagen machen, als Belastung. Die Kleine im Bild arbeitet manchmal bis zu 14h am Tag. Ich raunze herum, weil mein NGO-Gehalt mich am Ende des Monats nicht wirklich zu Freudensprüngen veranlasst – und die Kleine kriegt pro Monat weniger, als ich für Wolle für einen halben Pullover ausgebe. Und: Rechnerisch geht es sich aus, die Kleine kann meine Tochter sein.

Heißer Tipp: Alle paar Tage mal im Internet nach neuen Geschichten aus den Zuständen in den Textilfabriken suchen. Keine Sorge, man findet verlässlich jedes Mal neue Stories, bei denen es einem den Magen umdreht. Bei mir persönlich hält es nicht nur die Motivation, mich für bessere Zustände in der Bekleidungsindustrie einzusetzen, am Leben, sondern es lehrt einfach wirklich Demut. Klingt jetzt ordentlich pathetisch und gschissn, aber verdammtnochmal, alles, was mich hier umgibt, ist Luxus.

 

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