So schaut anders aus #2

Na super, da hab ich mir was eingetreten. Bereits am zweiten Tag bin ich heute früh schwerst übernachtig (war Vollmond? Schlafen war irgendwie nicht letzte Nacht…)  vorm Kleiderschrank gestanden und hab mir gedacht: Meeeeeh, ich mag nicht, was soll ich anziehn. Heut ist eher so ein Jogginghosen-am-Sofa-knotz-Tag (oder: ich hätt gern, dass heut so ein Tag wäre….), es musste also bequem sein. Und als Georg dann heut schnell das Foto machte, war mir klar: Moment mal, das Outfit kennt ihr schon. Aber man sieht: Ich wiederhol mich gern.

Meine Bewunderung für Hindi steigt bereits an Tag zwei. Uns beide eint jedoch das gleiche Ziel: Zeigen, dass es auch anders geht. 

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Schuhe: siehe gestern.

Strumpfhose: siehe auch gestern.

Rock: Slowmo. Gekauft im Ebenberg.

Leiberl, nicht sichtbar: Synergy. Gekauft 2014 in den USA. Irgendwo an der Westküste. Weiß nimmer wo.

Leiberl, sichtbar: Textilschwede, ca. 2004 (und mit einigen Löchern, drum die Weste drüber, aber ich mag die Farbe so…wurde vor ein paar Monaten vom Schlafshirt wieder upgegradet und iiiiiirgendwann werd ichs auch stopfen.)

Weste: Madness, gekauft im Green Ground, ging bei diesem Shooting mit. Große Liebe.

Jeansjacke: meine größte Liebe von allen, gekauft 2008 in New York am Broadway. Derzeit am Zerfallen in ihre Einzelteile, hin und wieder trage ich stattdessen die Jeansjacke von 2002 aus Hamburg, allerdings gehts der auch nicht viel besser. Dieses Jeansjackending ist echt ein Problem. Was mach ich, wenn meiner demnächst mal der Ärmel abfällt? Das sind schon fast unreparierbare Risse (die ich schlauerweise verstecke am Foto).

Schal: Maronski. Auch so ein Lieblingsteil.

Augenringe: DIY.

Getaggt mit ,

„Das geht mir alles viel zu schnell“

Ich mag dieses Interview sehr – vor allem den Titel: „Das geht mir alles viel zu schnell„.

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Und hiermit gleich mal der Ankünder: Am kommenden Freitag findet in Linz die Ethical Fashion Night statt. Ich freu mich schon sehr und fühle mich geehrt, die Podiumsdiskussion zum Thema „Zukunft der Mode“ mit ganz wunderbaren Panelteilnehmerinnen moderieren zu dürfen. Liebe LinzerInnen, wir sehen uns dort, oder?

Greenpeace sagt: Es geht auch anders. Ichkaufnix sagt: Und so schaut das dann aus.

Es gibt eine Sache, die meinen Job im letzten halben Jahr von „maaah, es geht mir so am A..ch, ich mag nimmer“ zu „TRAUMJOB! YESS! ENDLICH!“ entwickelt hat: Greenpeace arbeitet Schritt für Schritt immer mehr zu der Tatsache, dass wir einfach viel zu viel konventionell produzierte Textilien konsumieren. De facto heißt das: Das, was ich seit vier Jahren privat und hier predige, predige ich jetzt als Konsumentensprecherin von Greenpeace. Seeehr geile Sache, wenn das Hobby zum Beruf wird und nicht andersrum. 🙂

Letztens haben wir ein bissl herumgesponnen, was man denn da noch so alles machen könnte. Und obwohl es diese Ideen bereits hinreichend gibt, bin ich trotzdem draufgekommen: Mein Kleiderschrank besteht inzwischen mit Ausnahme von ein paar Uralt-Teilen (die sich durch Qualität bewiesen haben) nur noch aus Second Hand oder getauscht oder selbstgemacht oder ökologisch und fair produziert. Und ich schau trotzdem nicht aus, als würd ich bald den Orden für die meisten Jutesackoutfits des Jahrhunderts bekommen (Ruhe auf den billigen Plätzen jetzt! 😉 ).

Daher mach auch ich jetzt eine Fotochallenge. Und zwar eine zufällige. Zufällig aus zwei Gründen: Ich werde auch weiterhin nicht wirklich überlegen, was ich anzieh, sondern mich nach Bauchgefühl und Temperaturvorgaben aus meinem Kleiderschrank bedienen. Und ich werd immer  dann Fotos machen (lassen), wenn der Georg Mayer, unser hochwohlgeschätzter Fotograf, zufällig im Büro ist 🙂

Das Ziel: Wir von Greenpeace sagen (und haben es auf vielen Ebenen seit Jahren auch immer wieder bewiesen): Es geht auch anders. Und ich sag: Und so schaut dieses „anders“ dann aus.

Start? Heute.

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Von unten nach oben, damit der Schwachpunkt gleich mal erledigt ist: Weiterlesen

Getaggt mit ,

Vom Lagern und Kochen…

Mein Job bei Greenpeace ist ja nicht nur Detox. Ich arbeite auch zu Plastik, zu Konsum, zum Marktcheck und momentan auch zu folgendem Thema: Lebensmittelverschwendung. Es ist unglaublich, wie viel Essen im Müll landet – ob beim Produzenten, wo durchschnittlich ein Drittel der Ernte „endet“, da der Handel es aufgrund von in den vergangenen Jahren optisch entstandenen Normen nicht annimmt. Beim Handel selbst entsteht auch ein zugegeben kleiner Teil an Müll – aus dem einfachen Grund, dass uns KonsumentInnen anerzogen wurde, bis Samstag um sechs am Abend volle Brot- und Gemüseregale zu erwarten.

Und dann liegt nochmal fast 40 Prozent bei uns KonsumentIinnen. Sehr häufig werden Lebensmittel weggeworfen, entweder, weil sie aufgrund von falscher Lagerung schneller schlecht werden, als wir „Gründe für Lebensmittelverschwendung“ sagen können, oder, weil wir das Mindesthaltbarkeitsdatum für ein Ablaufdatum halten. Das ist ein übrigens ein sehr bekannter Denkfehler: Das Datum nach dem „mindestens haltbar bis“ besagt lediglich, dass der Hersteller bis zu diesem Datum garantieren kann, dass sich die wertbestimmenden Eigenschaften – also Farbe oder Beschaffenheit – nicht ändern. Das heißt aber NICHT, dass sie nicht danach noch essbar sind. Vor allem bei trockenen Produkten wie Tee, Salz, Nudeln, Reis kann man das Mindesthaltbarkeitsdatum im Grunde komplett ignorieren – dieser Witz, der im Internet immer wieder mal kursiert, von wegen „Himalajasalz, Jahrtausende wars im Berg, und dann läufts in drei Wochen ab?“, an dem ist was dran. Da sollte man wieder auf die eigenen Sinne und nicht auf ein Datum vertrauen. Anschauen, riechen, schmecken.

Für uns KonsumentInnen hab ich zwei neue Ratgeber verfasst (daher übrigens auch dieser Blogbeitrag vor ein paar Wochen).

Screenshot Ratgeber

Auf greenpeace.at kann man diese beiden Ratgeber (unter dem Punkt „Lösung“) hier runterladen. Außerdem findet ihr dort unsere Petition: In Frankreich, England und jüngstens auch Italien haben die Regierungen reagiert und ein Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung eingeführt. Diese Gesetze sind aus ökologischer Sicht zwar noch nicht das Gelbe vom Ei, aber ein wichtiger Schritt zur Bewusstseinsbildung. Wird Zeit, dass unsere Regierung da auch mal was tut.

Apropos „auf die eigenen Sinne vertrauen“ – ich hab da mal drüber nachgedacht, wie das in meinem Leben grad ausschaut. Und die Tatsache, dass ich lieber auf orf.at nachschaue, wieviel Grad es draußen hat, als einfach ausm Fenster schaue, hat mich dann doch etwas schockiert….

Was ich in den letzten Wochen nicht gebloggt habe…

Jaaa, ich hab lang nicht gebloggt. Darum gibts jetzt einen kleinen Überblick über die Dinge, die ich in letzter Zeit so gefunden habe.

  • Lidl verkauft sturzbillige Jeans. Das ist kein Wunder, das ist einfach nur Ausbeutung.
  • So von wegen Minimalismus und „man braucht nicht so viel“: Ich bin jetzt auch angefixt. Von der KonMari Methode. Werde mir demnächst mal ein paar Tage freinehmen und meinen Palast ausräumen. Was die KonMari Methode ist? Das hier.
  • Juhu, unsere Meere sind plastifiziert. Das Plastikzeitalter hat massive Auswirken auf das Ökosystem der Meere. Wie motivierend. Ich mag endlich mal sehen, dass große Unternehmen wie etwa Primark das Plastikproblem wahrnehmen und nicht mehr mit Polyester produzieren (höhö, dann könntens zusperren auch gleich 🙂 ).
  • Ich habs mir selbst noch nicht genau angeschaut, aber anscheinend hat ein Label aus Malaysia jetzt erklärt: Man braucht de facto nur zehn Kleidungsstücke (und zufällig bieten wir die alle an). Wie das geht und wie das aussieht: hier entlang bitte. Ich bin nicht ganz überzeugt davon, mag aber die Idee.
  • Letztens bin ich eingetaucht in die faszinierende Welt der Thrift Style Bloggerinnen – das sind Modebloggerinnen, die sich auf Second Hand Mode fokussieren. Hier gibts eine Auflistung einiger dieser Bloggerinnen, da klickt man eine Weile.
  • Nicht dabei sind die Thrifters Anonymous. Komplett absurde Videos über Shoppingräusche in den riesigen Second Hand Läden in den USA, und eigentlich auch nur KonsumKonsumKonsum, aber himmelnochmal bin ich da drauf reingekippt letztens. Die Lach- und Tanzanfälle der beiden sind entzückend.
  • In der Welt der High Fashion findet gerade eine kleine oder etwas größere Revolution statt. Interessanter Beitrag auf ORF.at.
  • In China hat ja nichts funktioniert, kein Facebook, kein Google, kein Gmail, kein gar nix. Außer: Pinterest. Eh schon eine meiner Lieblingsseiten, ich brauch keine Kochbücher mehr, ich finde Strickanleitungen, und ich liebe es, Outfits, die es in meinem Kleiderschrank gibt, zu beschreiben und nach entsprechenden Fotos zu suchen, um nach neuen Kombinationsmöglichkeiten zu suchen. Seit ich sie habe, lebe ich quasi in meiner Lederjacke vom Second Hand Markt. Bei meiner Suche nach Lederjackenoutfits fand ich dieses Foto. Und genau deshalb bin ich gerade wieder am Stricken….

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Tauschrausch in schwarz!

Wow, was für ein Abend das gestern war. Ich bin ja allgemein großer Fan von Tauschparties, aber das gestern war echt nochmal ein neues Level. Ich hab recht schamlos das Konzept von Kleider tauschen und plauschen „gestohlen“, ein paar SEHR unterschiedliche Freundinnen eingeladen und ihnen nur eine Vorgabe gemacht: Bringt Schwarzes.

Das Ergebnis war ein Haufen von zehn Frauen plus meine Mama in meinem Wohnzimmer, unterschiedlichste Größen und Stile, und das Spannendste: Unglaublich unterschiedliche Frauen. Da kannte sich kaum eine gegenseitig, die kamen alle aus den verschiedensten Welten, in denen ich mich bewege – und es war grandios! Diese Mischung an Charakteren, es war einfach nur ein riesiger Spaß. Ich hatte davor ein bissl Bauchweh deshalb, dachte mir, Weiterlesen

Don´t trash your fash

Es sind immer die gleichen Aussagen – aber trotzdem steh ich auf jede einzelne Doku, jeden einzelnen Infofilm zu dem Thema. Jetzt neu von Grist: Why your $8 Shirt is a huge problem:

Eine halbe Stunde Weinrot

Ich lebe noch! Die Reise (China) war fulminant, beeindruckend, erschreckend, anstrengend, saucool, schwer motivierend. Jetzt bin ich seit ein paar Tagen wieder da und genieße diese unglaublich saubere Stadt, diese Menschen in der U-Bahn, die sich entschuldigen, wenn sie dich versehentlich berühren, und diese Ruhe! Hab heut noch einen Waldspaziergang am Programm, nach dieser 18-Millionen-Stadt bitter nötig 🙂

Aber nun zum eigentlichen. Ich liebe ja Pinterest. Ich hole mir dort Inspiration fürs Stricken, für Outfits, fürs Kochen, für alles eigentlich. Und dieses Bild hat es mir schwerstens angetan letztens, ich fand dieses Rot, und diese Farbkombi einfach famos.

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Quelle: pinterest.com

Und sooo schwer ist Minirocknähen jetzt nicht wirklich, ich hab das im Sommer ja schon mal gemacht, damals mit meinem aktuellen Farb-Klatsch Olivgrün. Diesmal sogar ausnahmsweise zum Komolka gegangen, weil ich in der Farbe nix beim Müller fand. Heute Vormittag eine halbe Stunde an die Nähmaschine und tattaaa (das Ding ist – verdammtes Augenmaß – so eng geworden, dass ich nichtmal einen Gummizug einnähen muss, hat auch Vorteile 🙂 ). Aber ich finds super, ist doch halbwegs nahe dran, oder? Ich trag dazu übrigens meine heißgeliebte Second-Hand-Lederjacke, in der ich eigentlich im Grunde gerade wohne, und meine ebenso heiß geliebten Kleiderkreisel-Stiefel, vom Schuster am Schaft enger genäht. Hinter mir liegt meine mit Daniela getauschte Tasche, ein Teil, das bei ihr im Kleiderschrank verstaubt ist, und mich sogar auf die chinesische Mauer begleitet hat.

Was meint ihr? Ist doch halbwegs nah dran, oder? Kosten: 15 Euro für den Stoff, eine halbe Stunde Arbeitszeit (fertigen Rock auf den Stoff legen, einfach drumherum zuschneiden, zusammennähen, oben den Bund einfalten. Drei Nähte. Fertig.), und fertig ist die happyhappy Nunu in Weinrot! Was ich damit sagen will: Nein, man muss nicht Zalando und Co sofort nach einem weinroten Minirock absuchen, man kann einfach selbst machen! Und Spaß machts auch!

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Und Tschüss!

Bin wieder auf Reisen, daher ists so still hier! Dauert auch noch ein paar Tage, Geduld bitte! Aber dann komme ich garantiert mit ein paar guten Geschichten wieder 🙂

 

Ein (weiter)geschenktes Weihnachtskleid

Heute ein Beitrag, den ich euch schon lang schulde: Mein Adventkalender hatte nämlich Nachwirkungen. Als ich an Tag 7 das Berliner Label Hypnosis vorstellte, bekam ich ein Email einer Leserin. Sylvia fragte: „Kleid gefällig? (….) Jetzt ist es so, dass ich vor einiger Zeit ein Kleid bei Hypnosis bestellt habe, das ich online superschön fand, aber zu lang. Also hab ich es fünf Zentimeter kürzer geordert und gleich den Hinweis bekommen, dass dann keine Rückgabe möglich ist. Nunja, ich bestells halt trotzdem und dann kam es an und: Es steht mir nicht!!! (….) Lange Rede, kurzer Sinn: Wenn du es magst, dann wasch ich es und schicks dir – als Weihnachtsgeschenk von unbekannt und als Lohn für die Schreiberei an deinem coolen Blog. Ich hatte es höchstens fünfmal an (und dann mit breitem Gürtel und unter einem Cardigan versteckt, was ja nicht ganz Sinn der Sache ist).“

Na klar mochte ich es! Dankedankedanke!  Es war nämlich sogar ziemlich genau das Kleid, das mir bereits seit Jahren gefällt.

Doch leider, es war mir viel zu kurz – und durch die „Kürze“ stand mir der Schnitt auch nicht so wirklich. Ich wollte aber auf keinen Fall, dass es im Schrank verstaubt, das wäre dann ja genausowenig der Sinn der Sache, wie wenn es in Sylvias Schrank ebenso langsam eine graue Schicht ansetzt.

Also habe ich es weiter geschenkt, an Sergeja, einer lieben Mirnomore-Freundin. Und Sergeja schaut fantastisch drin aus. Sie schickte mir heut ein Foto mit den Worten „Loving it!“ – und das sieht man ihr auch an, oder?

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In diesem Sinne: One woman´s trash is another woman´s treasure, nie vergessen, irgendwem stehts immer 😉