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Freitag Wahnsinn – Samstag Kaufnix – Sonntag Fair Fashion

Ich bin jetzt ein bissl in der Bredoullie (oder wie auch immer man das schreibt): Am Wochenende ist ein ziemlich lässiger Markt, wo ich auch hinschauen möchte. Im Falkensteiner Hotel am Margaretengürtel – ich fahr täglich vorbei und denk mir immer wieder: spaciges Teil, das Gebäude, aber schön?! – findet der b.dressed fair fashion sale statt:

Wir von b.dressed laden Designer ein, ihre Lager zu räumen. Für Euch präsentieren wir die schönsten Teile ihrer Kollektionen aus den vergangenen Saisonen in einem gemeinsamen Sale. Zu attraktiven Preisen mit bis zu 70% Rabatt.

Wir legen Wert darauf, dass die teilnehmenden Labels in ihrer Produktion auf die Umwelt und auf die Menschen achten. Das gilt sowohl für die Produktion in Österreich als auch für die in Europa.

b.dressed: fair produzierte Mode, die Du mit reinstem Gewissen kaufen darfst.

Zeit:
Samstag, 29. November 2014, 9 – 22 Uhr
Sonntag, 30. November 2014 9 – 20 Uhr
Ort:
Falkensteiner Hotel Wien Margareten
1050 Wien, Margareten Gürtel 142

Teilnehmende Labels aus Österreich:
amateur fashion, art point, Anja Lauermann, Draskovits, Fröhlich, [kaRja], km/a, Lothar Daniel Bechtold, LILA, Maido Fashion, mangelware, MILK, modus vivendi, Petra Gilgenbach, pitour, Urban Tool, UlliKo, …

Und aus dem benachbarten Ausland:
Artista, Charlotte Wooning, Etna Maar, IN-Q, Jungle Field, La lic a, Michaela Kraft, Winschu, …

Eintritt frei!

Aber. Aaaaber. Und das is jetzt blöd, weil ich die Idee zu dem Sale so nett find, und das jetzt wirklich nicht bashen will: Am Samstag ist Kaufnix-Tag! Und der ist, weil am Freitag  davor immer „Black Friday“ in den USA ist. Das ist der Tag, wo alle konsumistisch komplett auszucken. An dem Tag (ein Tag nach Thanksgiving) haben viele AmerikanerInnen frei, und der Handel lockt mit Killerangeboten. Vööööllige Hysterie.

Spannendes Wochenende. Freitag Konsumismuswahnsinn, zumindest in Teilen der Welt (ich bin ja gespannt, wie lang das braucht, bis das a la Halloween auch bei uns ankommt), Samstag Kaufnix-Tag, Sonntag Fairfashion-Sale. Oder so. 🙂

bdressed

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Göttliche Investitionen

So. Wie oft hab ich das schon gehört. „Gäbs gute Firmen, ich würd investieren!“ – „Mein Geld ist Macht, das will ich auch bewusst einsetzen, damit will ich ein Zeichen setzen!“ – „Crowdfunding ist so ein tolles Konzept!“ Immer wieder habe ich Gespräche, in denen diese Sätze fallen. Wenn es über die Mode hinausgeht, hin zu allgemeinem nachhaltigen Lifestyle. Und wieviele tuns dann wirklich? Sich umschauen, wo sie ihr Geld anlegen können? Wenn sie denn eines haben? Ich weiß, es ist nicht selbstverständlich, mind. 2000 Euro am Konto zu haben – aber es gibt solche Leute. Und die sollen sich hier jetzt bitte angesprochen fühlen.

Jetzt gibts eine Gelegenheit – man kann in die Göttin des Glücks investieren (ich nicht, ich hab nämlich grad nix zum investieren 🙂 ). Bitteschön, hier der Text, den sie ausgeschickt haben.

Beteiligungsmodell der Göttin des Glücks GmbH.

Wir laden Sie ein, in unsere Arbeit durch die Gewährung eines Darlehens zu investieren. Ihr Geld liegt in dem Fall nicht auf einer Bank, sondern in unserem Unternehmen, das höchste soziale und ökologische Werte lebt und schafft.

Sie gewähren der „Göttin“ ein Darlehen
(qualifiziertes Nachrangdarlehen)

> im Minimum EUR 2.000,00
> im Maximum EUR 20.000,00

und erhalten im Gegenzug für Ihr Vertrauen

> 2,5% Zinsen ausbezahlt ODER
> 4% Zinsen in Form von Warengutscheinen

Wenn Sie unsere „göttliche“ Mode selbst tragen
wenn Sie werthaltige Geschenke benötigen
wenn Sie uns und unserer Arbeit vertrauen
wenn Sie Wert auf Transparenz bei Ihrer Geldanlage legen
so ist das eine wunderbare Synergie!

Alle näheren Details entnehmen Sie bitte unserer Broschüre, die SieUNTENSTEHEND downloaden können. Den Vertrag senden wir Ihnen bei Interesse gerne persönlich zu.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:
Lisa Muhr (Geschäftsführung)
lisa.muhr@goettindesgluecks.at
T: +43-1-9411141

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Verdammt. Shopping macht doch glücklich.

Böse Erkenntnis vom letzten Sonntag: Shopping macht Spaß. Festgestellt am Feschmarkt – möööörder überlaufen, aber tolle Auswahl an AusstellerInnen. Und ich beschloss: Heut wird nicht nachgedacht. Gekauft hab ich – was ich im Vorfeld auch bereits beschlossen hatte – hauptsächlich wandbehübschendes für meine Wohnung (das ich aus Gründen hier nicht alles herzeigen werde) und –  ok, das war nicht ganz so beschlossen – ein Shirt von einem tschechischen Label, Name vergessen, faire Produktion, bissl oarger Spruch drauf, drum kein Foto. Nur für mich, zuhause.

Und die Feststellung: Hey, das macht ja wirklich ziemlich happy, wenn man sich mal wirklich ein paar Dinge kauft, die eben glücklich machen. Allerdings darfs definitiv nicht zu oft passieren, denn sonst wäscht sich dieser Effekt ja wieder sehr aus. Das mit dem Ablenken-Trösten-Belohnen-Shopping, das ich dachte, durchschaut zu haben …. naja, das heißt nicht, dass ichs nicht auch mal genießen kann. Das Einzige, was ich halt immer noch kacke find: Es wird uns inzwischen echt anscheinend von klein auf beigebracht, dass das so ist. In Sitcoms trafen sich früher die coolen Kids im Shopping Center, ganze Ladenketten nennen sich „kauf dich glücklich“ und sind rasend erfolgreich damit, und diese „weil ich es mir wert bin“-Philosophie hat inzwischen echt schon die gesamte Werbewelt fest im Griff. Was halt trotzdem wiederum nichts daran ändert, dass Happy Konsum anscheinend wirklich auch eine hormonelle Tatsache sein kann. Ich wills halt nicht von der Industrie ausgenutzt wissen, sondern bewusst einsetzen, dieses Tool. Weil dann machts echt Spaß – drei Tage später und ich stehe immer noch happy vor den Bildern. Weils auch ein schöner Tag mit einer lieben Kollegin war.

Einzige Herzeigausnahme: Dieser Print musste sein und behübscht jetzt eine meiner Wände. Danke an Kolleginneneva fürs Foto machen! Wir waren halt wirklich die …. lassen wir das 🙂

gekst

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DM, das habt ihr verkackt. Echt jetzt.

Irgendwie bin ich grad sauer auf die ganze Welt. Es passieren grad so viele Dinge, bei denen ich mir einfach nur an den Schädel klatsch. Fall Nummer 1: DM.

DM war ja bisher Auftraggeber von manomama, sie produzierten Taschen, bei denen ich wirklich eifersüchtig war, dass es die in Österreich nicht gab. Es war der erste Auftrag von manomama, und ich finds einfach nur toll. Made in Augsburg von Langzeitarbeitslosen, aus Biobaumwolle, jederzeit retournierbar gegen neue Tasche oder Geld zurück, in vielen bunten Farben. In Deutschland entwickelten sie sich regelrecht zum Sammlerobjekt und wurden so zu einer richtig genialen Abhilfe gegen die Plastiksackerlflut, zumindest bei dm.

Und jetzt deckte eine Bloggerin auf: Die neuen Farben der Taschen sehen zwar fast genauso aus wie die alten, wurden aber in Indien gemacht. Und der Oberhammer: Miss manomama herself Sina Trinkwalder wusste nix davon!! Was ist denn das für eine Frechheit bitte? Schade, dm, ich mochte euch bisher. Aber das ist echt unterste Schublade. Nicht nur manomama hatte einen Image-Boost durch das Taschenprojekt, auch ihr. Voll im Fahrwasser eines Social Business, das es von Anfang an anders (und richtig!) gemacht hat.

Hier gehts zum Artikel von Bloggerin Mamamiez.

Und hier die erste Reaktion von Manomama:

antwort sina

Meine Nummer 2 an „Himmelnochmaldaskannjetztechtnichtwahrsein“-Geschichten kommt morgen. Aber bis dahin: dm, ihr habt das echt verkackt. Ordentlich, mit Anlauf. Natürlich dürft ihr aus betriebswirtschaftlicher Sicht sagen: OK, manomama wird uns zu teuer, wir verlagern doch wieder. Aber dann solltet ihr das auch rechtzeitig allen Beteiligten sagen. Und den KonsumentInnen obendrein, die glauben, sie sammeln da brav weiter manomama-Taschen.

Update: Sina Trinkwalder hat reagiert, und sie hat natürlich recht: Erst das Gespräch zu dm suchen. Aber: Sorry, als Konsumentin hab ich das Recht, mich aufzuregen. Wenn sie wenigstens wirklich anders aussehen würden, die Taschen. Aber das ist echt ein bissl sehr in Richtung KonsumentInnentäuschung, und darauf bin ich sehr allergisch.

antwortmanomama

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Mein schlechtes Gewissen macht Yoga

Oh Mann, hab ich ein schlechtes Gewissen. Vor MONATEN habe ich ja bereits ein paar tolle Teile zur Verfügung gestellt bekommen, und zwar von odem.eu, einem Onlinestore, die nur Tencel-Produkte im Angebot haben. Mein tolles John-Lennon-Shirt ist von denen. Und weil ichs super find, wenn es alternative Angebote gibt, habe ich damals zugestimmt, dass ich auch ihre Yogamode vorstelle. Nur: Ich bin durch die Wirren der vergangenen Monate einfach nicht dazu gekommen, mich dem mal zu stellen (wobei, nein, faule Ausrede, im Büro wirds bei uns sogar angeboten, aber ich hab immer entweder das Gwand nicht mit oder keine Zeit oder bin nicht da oder wasweißich…).

Aber ganz so ohne Sport tu ichs halt auch nicht, drum hab ich mich letztens widerwillig auf meinen Hometrainer gesetzt. Und dabei die Sachen angehabt. Was soll ich sagen, ich bin wirklich recht angetan: Angenehm leicht und unglaublich weich. Nachdem ich eine bin, die beim Sporteln recht schnell schwitzt, ist mir auch aufgefallen, dass das Zeug sehr schnell trocknet.

Mit sportlicher Funktionskleidung kenn ich mich jetzt nicht so sehr aus, meine sportlichen Betätigungen finden immer entweder in Baumwollstretch-Tops oder gleich mal im Badezeug statt, aber was ich besonders schön finde: Tencel ist eine echte Alternative. Vor allem: eine umweltfreundliche. Nur bittebittebitte, liebe Leute, normale Viskose ist NICHT gleich Tencel. Bei Tencel gibts verringerten Chemikalien-Einsatz, während bei klassischer Viskose ordentlich Chemie reingebuttert wird. Das gleiche mit dem Energie-Einsatz, Tencel braucht VIEL weniger in der Herstellung als andere Fasern. Da haben sie sich schon was einfallen lassen, die Lenzings…

Und weil ich mich ganz, aber auch wirklich GANZ sicher nicht beim Sporteln ablichte, zeig ich euch die Teile einfach per Webshop-Foto- Die Dame ist auch um einiges hübscher als ich… auch wenn ihre Frisur ein bissl windverblasen wirkt 🙂

HIER gehts zum Top (das ich auch schon als normales Sommertop zu Jeansshorts anhatte, sehr hübsch),

HIER gehts zur Hose. Den Cacheur hab ich nicht, aber vielleicht bastel ich mir ja doch noch mal ein Sport-Tjuub dazu 😀 😀 😀

(c) ODEM.eu

(c) ODEM.eu

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Dos und Dont’s mit Flair

Also an so stinknormalen Frauenzeitschriften, an denen komm ich einfach nicht vorbei. Ob sie nun Petra, Brigitte oder sonstwie heißen, ich blätter die liebend gern durch (eigentlich sollt ich öfter zum Friseur, da gibts die massenweise). Und so hab ich mir vor ein paar Wochen auf der Vienna Fashion Week ein Gratis-Kurzabo von der flair andrehen lassen – immerhin war da eine Gratis-Stofftasche dabei, und von denen hab ich ja erst so wenig….

Die Flair selbst ist nicht so meins, zu abgehoben, für ein zu großes Budget, zu wenig greifbar. Welcher Jungdesigner der nächste heiße Scheiß ist und so. Und plötzlich stolpere ich über eine Seite, bei der mir das Herz aufging. Ja!! Die Grundregeln des fairen Modekaufs habens in die Flair geschafft (auch wenn das nur diese eine Seite ist und davor und danach wieder „böse“ Sachen zu sehen sind, hey, Freude!). Ich bin wirklich begeistert, da auf einer Doppelseite unglaublich viele Dinge stehen, für die auch ich einstehe, quasi, oder wie nennt man das?

„Modisch mit gutem Gewissen, die 10 Dos und Don´ts“ beim Modekauf. Und ja, das haben die richtig gut hingekriegt – logisch, haben ja auch mit den richtigen Leuten geredet, und zwar mit Alex Bohn von Fair-a-Porter und mit Marina Chahboune von Beyond Fashion.

Alex Bohn liefert die 10 Gebote (und ich zitiere hier wörtlich aus der Flair Oktober 2014, Text: Alex Bohn und Marina Chahboune):

  1. Nehmen Sie es persönlich: Unsere Mode fällt nicht vom Himmel, sondern wird von Menschen gefertigt, die ein gutes Leben führen wollen. Stellen Sie sich vor, die anonyme Näherin hinter Ihrem Traum-T-Shirt wäre Ihre beste Freundin. (….)
  2. Schärfen Sie ihren Orientierungssinn: Im Laden oder Onlineshop bekommen Sie selten Auskunft über den Produktionshintergrund der Kleidung. Finden Sie  daher lieber bei der Fair Wear Foundation (fairwear.org), bei Fair a Porter (fairaporter.com) oder Get Changed heraus, welche Marken ethisch produzieren.
  3. Machen Sie den Mund auf. Wenn es im Laden Ihrer Wahl streng riecht, fragen Sie beim Personal oder Kundenservice des Herstellers nach. Kleidung und Schuhe mit Chemiegeruch wurden vielleicht mit toxischen Chemikalien behandelt. Das darf man nicht stillschweigend hinnehmen – zum eigenen Schutz und dem der Textilarbeiter.
  4. Kennen Sie Ihre Macht. Als Konsument sind sie nicht Teil einer unmündigen Masse, die nur kaufen und bezahlen darf. Im Gegenteil: Jeder Kauf unterstützt eine Marke, jede Verweigerung kostet sie Umsatz und Gewinn. Seien Sie sich dessen bewusst, und setzen Sie Ihre Macht verantwortungsvoll ein.
  5. Genießen Sie das Schöne: Mode ist toll, weil wir uns mit ihr inszenieren können. Kosten Sie diesen Genuss mit  gutem Gewissen aus – zum Beispiel, indem Sie den Umwelt- und Corporate-Responsibility-Versprechungen der Produzenten nicht einfach glauben, sondern sie bei unabhängigen Stellen nachprüfen.
  6. Wachen Sie auf. Machen Sie beim Shopping die Augen auf, und studieren Sie die Etiketten genau. Wussten Sie, dass das „Made in“ nicht das Herkunftsland bezeichnet, sondern nur, wo das Produkt zusammengesetzt wurde? (…)
  7. Bleiben Sie realistisch. Für Moralapostel zählt nur die reine Lehre: Die Materialien müssen aus ökologischem Anbau sein, ihre Mode sollte eine komplett transparente Lieferkette vorweisen können. (…) Üben Sie sich in der Kunst der kleinen Schritte, und treffen Sie die ethischere Wahl, wo es möglich ist.
  8. Seien Sie achtsam: Konventionelle Mode, deren Produktion unfair zu Mensch und Umwelt ist, tragen wir aus Gedankenlosigkeit unbeschwert. Sind wir aber achtsam, fallen uns die Widersprüche auf: Wünschen wir uns den Rhein als stinkende Kloake, in der giftige Abwässer herumschwimmen? Genau so sieht es nämlich in der chinesischen Provinz Zhejiang aus.
  9. Finden Sie Geiz grausig. „Aber Mode aus ethischer Produktion ist doch so teuer!“, hört man oft. Stimmt gar nicht: Vergleichen Sie Marken wie People Tree mit konventionellen – kein preislicher Unterschied. Das Gilt auch fürs Luxussegment (…).
  10. Lassen Sie vom Leder. Fleisch von „glücklichen Kühen“ findet man überall… Leder leider seltener, ob von der Kuh oder vom Schaf. Achten Sie auf Produkte aus ökologischer Gerbung ohne giftige Chromsalze (…). Oder steigen Sie auf vegane Varianten um (…) … und auch einmal verzichten.

Und Marina Chaboune liefert die 10 Verbote:

  1. Seien Sie nicht zu impulsiv: Wir alle kennen das: nicht geplant und dann doch gekauft. Leider sind solche Impulskäufe meist ein Reinfall. Durchschnittlich vierzig bis siebzig Kleidungsstücke kaufen die Österreicher im Jahr, nur etwa die Hälfte davon wird regelmäßig getragen. (…)
  2. Meiden sie intransparente Brands. Firmen, die ihre Lieferketten nicht offenlegen, haben meist etwas zu verstecken. Wer bei der Herstellung nachhaltige und sozial-ethische Kriterien in allen Produktionsstufen beachtet, wird dies dem Endkunden kommunizieren. (…)
  3. Entziehen Sie sich dem Kaufzwang. Nicht alles muss neu sein – oft ist ohnehin schon zu viel da. Sortieren Sie im Kleiderschrank aus, und treffen Sie sich mit tauschwilligen Freundinnen: Swapping (Tauschhaltung) heißt der aktuelle Trend. (…) Allein in Europa werden jährlich 5,8 Millionen Tonnen Kleidung weggeworfen.
  4. Setzen Sie nicht auf Größe. Kaufen Sie nicht ausschließlich bei großen Modeketten. Unterstützen Sie stattdessen kleine lokale Läden und Labels (…)
  5. Verzichten Sie auf BlingBling. „Wegwerfmode“ und kurzlebige Modetrends sind selten nur günstige Angebote – oft kommen Tiefpreise durch Billiglöhne und Umweltschäden zustande. Wer auf Qualität achtet, hat länger Freude mit dem Lieblingsstück. (…)
  6. Zahlen Sie nicht für Umweltbelastung (Anm: Den Punkt seh ich ein kleines bissl anders, aber eben nur ein kleines bissl): Gut für die Ökobilanz: recycelte Fasern synthetischen und natürlichen Ursprungs, wie recycletes Polyester oder biologisch angebaute Baumwolle, Hanf oder Leinen. Konventionelle Baumwolle hingegen verbraucht im Anbau viel Wasser, und bei der Viskose-Herstellung werden jede Menge Chemikalien eingesetzt.
  7. Lassen Sie es keinen anderen tun. Dank unzähliger DIY-Plattformen und Nähcafes kann man wieder selbst Hand anlegen. (…)
  8. Sagen Sie „Nein“ zu Lockangeboten. Aufforderungen wie „Kauf drei zum Preis von zwei“ führen schnell in Versuchung, stellen sich aber im Nachhinein oft als unnötig heraus. Denn diese Schnäppchen enden meist als Schrankhüter und zu guter Letzt in der Altkleidersammlung.
  9. Weichen Sie Weichspülern aus. Mehr als fünfzig Prozent des ökologischen Fußabdrucks eines Kleidungsstücks fallen in die Gebrauchsphase. Durch sorgfältiges Tragen und Pflegen sowie einfache Tricks (Waschen bei niedrigen Temperaturen, Wäscheleine statt Trockner, keine chemische Reinigung) sparen Sie Wasser sowie Energie. Und Geld.
  10. Shoppen Sie nicht nur online. (…) Nach dem Ausprobieren zu Hause wird jedoch jedes zweite versandte Paket wieder zurückgeschickt, insgesamt macht das jährlich 286  Millionen Retouren aus. Für den Transport der Rücksendungen ergeben sich CO2-Emissionen von etwa 143.000 Tonnen. Das ist zuviel.

 

Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

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Es kann halt doch nicht genug Bücher geben…

Ich hatte gestern null Zeit, mir einen neuen Blogbeitrag zu überlegen. Warum? Weil ich erstens weiter geräumt und geräumt habe, sich im Vorzimmer bereits die Kisten stapeln, was ich alles weggeb, und ich danach dann in diesem Buch festgehangen bin. Will das schon sehr lange rezensieren, ist immer am Stapel gelegen, hab ich immer aufgeschoben. Bin noch nicht allzu weit, aber bisher kann ich die Rezension von meinen Kollegen auf der Grünen Mode nur unterstützen. Lesenswert auf alle Fälle!

(c) gruenemode.de

(c) gruenemode.de

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Mode für ökologisch bewusste Hipster

Naaa toll. Da hab ich am Donnerstag im Zug aus Zürich nachhaus drei oder vier verschiedene Blogbeiträge vorbereitet. Und jetzt liegt der Laptop, auf dem die gespeichert sind (die Dropboxaktualisierung hat mich leider im Stich gelassen) ziemlich gut im Büro herum. Und ich hab schon wieder tagelang nix gebloggt – weil ich diese Beiträge net nochmal schreiben wollte. Und außerdem einfach irre viel zu tun hatte.

Jetzt gerade ist der erste Moment dieses Wochenende, wo ich ein bisschen runterkommen kann. Meine privaten Mails durchschauen kann. Und da eine Aussendung finde von einem Event bei Printa. Ich war leider nicht dabei. Aber hach, kurz mal ins Schwärmen geraten: Printa…hach… Printa kennt ihr? Printa ist so super…. Upcycling-Design kombiniert mit tollen alten Möbeln und Prints für die Wohnung, ein wunderschöner Laden in der Wiener Lindengasse, nette Leute, alles pipifein. Und die haben jetzt eine neue Kollektion rausgebracht. Upcycling, naturgefärbt, ach ich finds toll. Mode für die ökologisch bewussten Hipster – ich zähl mich da zwar nicht dazu, aber die Stücke sind einfach leiwand. Hab mich gestern mit einem Freund auch gleich persönlich überzeugt… Der Laden ist wirklich einen Besuch wert!

So, und damits nicht nur Blabla ist, hier die Infos zur Kollektion, rauskopiert ausm Pressetext (jaaaa, ich bin grad faul und gedanklich eigentlich schon in der Küche, Essen machen): „AWARE APPAREL zeichnet sich durch schlichtes Design, hohen Tragekomfort, fein abgestimmte Farbübergänge und die von Printa bekannten abstrakten Siebdrucke aus.

Als Grundstoff der neuen Kollektion dienen neben alten T-Shirts, Pullovern und Hemden aus Baumwolle Vintage Tischücher, Bettdecken und Hanfleinen, sowie wiederverwertete Jeans. Außerdem wurde dieses Jahr auch mit Ausschussware aus der Textilproduktion gearbeitet, wobei feine Unterschiede im Ausgangsmaterial aus jedem Kleidungsstück ein Unikat machen.

Neu gibt es diesen Winter auch wunderschöne Stricksachen aus wiederverwerteter Bio-Baumwolle und eine Reihe außergewöhnlicher Taschen, die aus industriellem Textilabfall gepresstem Vlies entstehen.“

Wünsche noch einen schönen Rest-Sonntag!

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Ökologisch überraschend erfolgreiches Frustshoppen

Und es war soweit. Ich war frustshoppen. Schuhe. Zuerst in einem Laden gesehen, sie gefielen mir, aber irgendwie waren sie mir zu klobig. Hab online nach weiteren Modellen gesucht und auch welche gefunden:

softclox

Total cool, leicht, weich, einfach super! Ich bestellte sie. Und schrieb gleichzeitig das Unternehmen an, wie es denn bei ihnen in Sachen Nachhaltigkeit aussehe. Die Antwort fand ich super, vor allem, weil mir ZUERST die Schuhe gefielen und ich erst DANACH draufkam, dass sie gut sind. Ging mir schon mal mit einem Kleid so. Dass das jetzt bei Schuhen passiert, ist echt super. Der einzige Haken: Sie sind mir zu groß 😦 😦 😦 😦 Ich werde sie zurückschicken müssen und es ist das letzte Paar 😦

Trotzdem, hier mal die Antwort auf meine Anfrage, ich finds echt sehr leiwand, auch wenn sie keine Pflanzenfarben verwenden, und dass sie sehr ehrlich sind:

Liebe Nunu,

herzlichen Dank für Ihre Email. Wir freuen uns, dass Ihnen unsere SOFTCLOX so gut gefallen! Auch wir mögen modisch nachhaltige Schuhe ohne „Öko-Touch“. So hoffen wir, dass Ihnen Ihre neuen XANDRAS passen, damit Sie das einmalige Laufgefühl selbst testen können!

Was Ihre Fragen zur Produktion betrifft: Wir bei SOFTCLOX legen großen Wert auf die Qualität unsere Schuhe, daher arbeiten wir nur in eigenen Produktionsstätten in Österreich und Ungarn – und mit ausschließlich europäischen Zulieferern. Der Hinweis, dass unser Holz aus „nachhaltig bewirtschafteten Wäldern“ stammt – z.B. aus Kroatien oder Slowenien – bedeutet, dass mindestens so viel Holz angebaut wird, wie Bäume gefällt werden. Das Holz muss dann noch ca. 18 Monate ganz langsam trocknen, bevor wir es verarbeiten.

Was die verarbeiteten Leder betrifft, so stammen die Lederhäute aus den typischen Ursprungsländern in Europa und Südamerika sowie der Türkei. Die so genannte Rohware wird in italienischen Gerbereien – meist Familienbetrieben – verarbeitet und ist wie rund 95% aller Schuhleder mit Chromsalzen gegerbt (Mineralgerbung). Leder mit pflanzlicher Gerbung sind nicht so farbintensiv und halten die Farbe nicht so gut, daher haben wir sie eher selten im Einsatz.

Wir stellen aber sicher, dass unsere Leder ohne Chrom VI, Azofarbstoffe, Pentachlorphenol (PCP), Dimethylfumarat gegerbt werden; während des gesamten Produktionsprozesses kontrollieren unabhängige Institute wie z.B. das PFI (Prüf- und Forschungsinstitut Pirmasens e.V.) in Pirmasens oder die Hansecontrol GmbH in Hamburg die gleichbleibende, umwelt- und hautverträgliche Qualität der Materials.

Und zu guter Letzt haben wir im Hinblick auf Nachhaltigkeit für unsere SOFTCLOX eine eigene Reparatur-Abteilung in Österreich eingerichtet. Wir sind gegen kurzlebige Billigware und Wegwerfmentalität. Daher reparieren wir SOFTCLOX und tauschen, wenn nötig, komplette Holzsohlen aus, auch wenn das ökonomisch nicht rentabel ist. Wir stellen unsere SOFTCLOX mit viel Herzblut her und freuen uns, wenn unsere Kundinnen möglichst lange viel Freude daran haben!

Falls noch Fragen offen sind melden Sie sich gerne nochmal!

Herzliche Grüße aus München,

Astrid

 

 

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WearFair: Warum die Modenschau ein Reinfall war.

WearFair also. Es fällt mir schwer, drüber zu schreiben. Letztes Jahr noch selbst im Organisationsteam, dieses Jahr als Ausstellerinnenhelferin mit. In der Organisation sind mir ein paar Punkte aufgefallen, bei denen ich mir dachte: Naaaja. Das hätt schon besser laufen können. Aber ich bin nicht diejenige, die das schreiben kann – ohne gleich als beleidigte Leberwurscht zu gelten. Darum geh ich auf diese Sachen nicht ein und versuch jetzt einfach das, was mir wirklich wichtig ist, auf den Punkt zu bringen. Einerseits: Wow. Ich war ehrlich beeindruckt, es waren nochmal viel mehr AusstellerInnen als im Vorjahr, auch im Modebereich gab es einige Neuentdeckungen. Nix zum Beispiel, ich hab nix entdeckt. Nix auf Ichkaufnix dauert aber noch ein bissl, mag sie mir noch genauer anschauen.

Organisatorisch hab ichs zum ersten Mal aus AusstellerInnensicht mitbekommen. Das war wirklich spannend. Leider standen wir mit unseren Büchern in der Halle mit der geringsten Fluktuation – trotzdem gingen ganz viele Schwarzbücher Markenfirmen und andere über die Kartonbudel. Die Leute waren durch die Bank extrem nett, freundlich, offen, hach, schön war das.

Aber einen Punkt MUSS ich anmerken. Ich hab mir lang überlegt, ob ichs tun soll oder nicht, aber ich kann nicht über die WearFair schreiben und das nicht erwähnen. Die Modenschau war eine Katastrophe. Anders lässt es sich nicht bezeichnen. Frau Jonason lässt ja auch schon kritische Töne anklingen, ich muss das leider nochmal unterlegen: Dreckige Kleidung, nicht aufgebügelte Kleidung, Preiszettel, die sich durch ein Kleid abzeichneten. Dass es Amateurmodels waren, war ja wirklich ok – und auch die Mischung aus platinblondierten Möchtegernmodels und wirklich schönen Frauen war sehr in Ordnung. Allerdings: Die eine auf Mörderplateaus, die nächste in dreckigen Waldviertlern – das ging einfach nicht zusammen. Am schlimmsten jedoch definitiv der Vorfall mit einer von mir sehr gemochten Marke: Ein Kleid hatte ein Loch am Rücken und wurde trotzdem rausgeschickt auf den Laufsteg. Das geht doch nicht! Sowas muss man doch sehen!! Genauso wie die Drecksfahrer an der Seite jedes zweiten Kleids oder die roten Futzel auf der dunkelblauen Weste! Es gab anscheinend auch keine Endfreigabe der Looks durch die Designer. Die Kleidung wurde uninspiriert vorgeführt. Models, die eine T-Shirtmarke vorstellten, betraten den Laufsteg mit diesen Shirts und Strumpfhosen. Pro Marke gab es etwa vier Models. Ein Model lief zu früh und so bei der falschen Marke. Die Liste ist endlos. Wie die Modenschau selbst, die dauerte nämlich fast eineinhalb Stunden.

Was ich daran neben all diesen mehr oder minder schmerzhaften Hoppalas wirklich schade finde: Es war vielfach Ökoschlapfenoptik. Das lag sicherlich einerseits an der ausgewählten Mode (liebe Grüne Erde: Schnarch. Einen braunen Rock mit dunkelbraunen Strumpfhosen und rostrotem Pulli ist eine Optik, die an meiner Lateinlehrerin vielleicht hübsch war, aber es ist doch einfach wirklich schade, wenn das lauter Teile sind, die einzeln für sich anders kombiniert sicherlich gut aussehen würden, aber in dieser Kombi….), andererseits jedoch auch an der Vorführung. Und das ist schade, unglaublich schade. Weil es doch gerade bei einer Modenschau darum gehen sollte, der Welt zu zeigen, wie weit vorn ökofaire Mode inzwischen ist, und dass sie sich vor konventionellem Design nicht verstecken muss. Gut, es waren auch leider nicht viele Designer dabei, die wirklich trendtechnisch weit vorne sind, mit Ausnahme von km/a, anzüglich und masi, würd ich sagen.

Nächstes Jahr besser bitte. Denn die Messe selbst ist definitiv einen Besuch wert, jedes Jahr. Nirgendwo in ganz Europa hat man so viel bio und fair auf einem Haufen.

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