So schaut anders aus #12 & Wie der Textilschwede das Fashion Revolution Movement ausnutzt

Heute mal wieder ein So schaut anders aus 🙂 Selbstgenähte Hose, Biobaumwollshirt von ichweiĂźnimmer, Jeansjacke, die keiner weiteren Vorstellung bedarf, Schal 10 Jahre alt, ich glaub, von Promod, und die Schuhe sind – soooorrryy – ein konventioneller Kauf. Es war Liebe vor ein paar Monaten. Ich weiĂź, voll nicht ok. Aber Schuhe sind einfach ein schwieriges Thema. Sabrina ist da heute auch drauf eingegangen.

Weiter unten übrigens das Beweisfoto, dass ich auch im Gesicht heut nicht ausschau wie ein Waldschrat. Aber Mut zur Hässlichkeit, sag ich nur, nüm? 🙂 Damit mein ich jetzt aber nicht die Hose, die lieb ich heiß und innig, die ist gemütlich wie nur, und bei den paar Leuten heute im Büro ists mir auch wurscht.

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So, es ist so weit. Der Textilschwede hat es sich auch mit Greenpeace verscherzt. Nicht komplett, wie gesagt, Chemikalien und so, aber was die da sonst noch so treiben….. knurr.

Folgender Kommentar wurde heute an diverse Journalisten geschickt, in Deutschland ist es gestern schon rausgegangen. Ich finds ja wirklich extrem geschmacklos, dass sich H&M auf die Fashion Revolution Week draufsetzt. Pfui.  Weiterlesen

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And he did it again: „Nachhaltiger“ – oder was der Textilschwede dafĂĽr hält

Spannend. Die Conscious Collection ist noch schlechter, als ich gedacht hätte – und ein Bilderbuchbeispiel, wie man es schafft, Konsumentinnen vorzugaukeln, sie wĂĽrden jetzt was Nachhaltiges kaufen, und dabei teilweise stinknormale Produktion unterzujubeln. Sie schreiben „more sustainable materials“ – es sind keine nachhaltigen Materialien, es sind nachhaltigere Materialien. Und ich sitz wieder da und frag mich: Nachhaltiger ALS WAS?! Mein Fahrrad oder Mamas Auto? Und auĂźerdem frag ich mich: Bin ich die Einzige, die sich das fragt?

Abgesehen von der Tatsache, dass sie mal wieder nicht auf der Homepage angeben, WO die Kollektionsteile produziert werden, sind auch die Materialien in einigen Fällen nichts, was mit Nachhaltigkeit zu tun hat: Weiterlesen

So schaut anders aus #Sonderedition

Heut mal kein Foto von mir, sondern ein Foto von wenigen Sekunden Lebensmittelmüll in Österreich. War eine schöne Aktion heute:

_DSC6259 (c) Hans Hochstöger-Greenpeace

Die Kurzfassung: Nicht nur bei Textilem, sondern auch bei den Lebensmitteln hauen wir viel zu viel weg.

Und der Rupprechter will eine Bewusstseinskampagne für die KonsumentInnen und ein Gütesiegel. Ich könnt immer noch in den Tisch beißen deshalb. Als ob der Handel wirklich etwas machen würde, was der Allgemeinheit UND der Umwelt was bringt, wenn er nicht dazu gezwungen wird.

Hier gibts all die Infos (ich weiĂź, ich wiederhol mich, aber momentan bearbeite ich kaum was anderes…)!

 

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Kunstleder: Pfui Teufel.

Ich habe heute leider kein Foto fĂĽr euch. Also kein Ganzkörperfoto. Weils mir schon wieder echt am Senkel geht. Ich fĂĽhl mich einfach im Moment nicht wohl dabei. Aber ein Foto von meinen neuen Schuhen gibts. Mein Style-Idol, die graue Kirsche, hat mal wieder ausgemistet. Und ich hab jetzt Woodys, produziert in einem österreichischen Familienunternehmen. Und Holzsohlen. Ich liebe Holzsohlen. Und ich bin jetzt in einem Alter, in dem man Leo auch schon mal ironiefrei tragen kann… Hach… Habe die Schuhe gestern gleich mal konzerterprobt – fetzt!

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Treue LeserInnen dieses Blogs werdens wissen: Ich mag kein Kunstleder. Erstens, weil es sich im Unterschied zu Leder der Fußform nicht anpasst, weils stinkig und unangehm ist und weils im Endeffekt auch nur Plastik ist. Ich achte bei meinen Schuhkäufen aber so wie bei meinen textilen Käufen auf Nachhaltigkeit: chromfrei gegerbtes Leder, halbwegs nachhaltige Produktion oder Second Hand (eine Ausnahme bilden leider meine Martens, aber die haben dafür das Argument, dass sie wirklich ewig halten).

Oft kommt das Argument, dass es bei der Ledergerbung ja so grauslich zu geht und mordsgiftige Chemikalien eingesetzt werden: Das stimmt auch alles! Aber leider ist Kunstleder da keine Alternative, wie Ökotest kürzlich herausgefunden hat. Die haben sich Kunstledertaschen (üblicherweise Polyester mit einer Polyurethanbeschichtung, übrigens) angeschaut und getestet. Das Ergebnis: Mehr als die Hälfte der getesteten Taschen, neun nämlich, fielen durch. Sie sind belastet mit PAKs (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe – a.k.a. WIRKLICH grauslich!), teilweise waren auch Zinn und *Trommelwirbel* erhöhte Chromwerte drin. Chrom, das ist genau das, was bei der Lederproduktion so giftig ist. Und jetzt haben wir den Beweis: Im Kunstleder ist es auch drin. Es ist einfach keine ökologische Alternative. Es ist Plastik. Mit Chemie drin.

Hübsch finde ich das Fazit von Ökotest, da steht nämlich wörtlich: „Bei all den verschiedenen Schadstoffen ist es fast ärgerlich, dass die Notenskala nur bis zur Sechs reicht. Einige dieser „Drecksäcke“ hätten durchaus eine schlechtere Bewertung verdient.“ Dem kann ich nur zustimmen.

Und das Fazit? Die Baumwolltaschen sind zwar hip, aber auch nicht immer modisch befriedigend. Ich bleibe bei meinen gebrauchten, abgewetzten, am Flohmarkt oder in Mutters Kasten erstandenen Ledertaschen – oder meinen umgenähten Jeans, da passt nämlich echt alles rein.

Fashion Revolution Week – auch in Wien

Es ist mal wieder so weit, zum mittlerweile dritten Mal jährt sich der Zusammenbruch der Fabrik in Rana Plaza, bei dem über 1200 Menschen starben und über 2500 verletzt wurden. Weltweit gibt es seither an diesem Datum, dem 24. April, Gedenkveranstaltungen. Nachdem das diesmal ein Sonntag (und in Österreich noch dazu Bundespräsidentenwahl) ist, gibt es diesmal sogar eine Fashion Revolution Week.

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In Österreich sind wir ein kleines, aber sehr, sehr feines Team, das sich um Fashion Revolution angenommen hat. Wir haben uns mehrere Sachen ausgedacht, zwei davon möchte ich euch hier präsentieren:  Weiterlesen

So schaut anders aus #11 & Ruppiiiii, Gesetz bitte!

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Ha! Georg gefunden! So schau ich aus, wenn ich mich fĂĽr fĂĽnf Minuten aus einem Meeting schleiche, wir schnell ins Stiegenhaus tschundern, und ich gedanklich eigentlich noch im Meeting bin.

Mein heutiger Greenpeace-Hinweis ist eigentlich ein Puls 4-Hinweis. Ich könnt ja nur noch schreien: Nein, Gesetz gibts keins, wir beharren auf Freiwilligkeit, aber es soll ein Gütesiegel geben! (Hinter dem Link versteckt sich ein TV-Beitrag, in dem ich übrigens glaub ich die falschen UN-Ziel-Zahlen nenne, aber das sehr überzeugt. Hoppala.)

Ein Gütesiegel! Genau DAS brauchts nämlich zur Vermeidung von Lebensmittelmüll seitens des Handels. Und da werden dann wieder Grafiker bezahlt und Werbeagenturen und was weiß denn ich noch wer, dann wird das veröffentlicht, und wenns dann ein Schas ist, war er wenigstens teuer. Und weggehaut wird immer noch gleich viel. GESEEETZ, Herr Rupprechter! Das geht nämlich! Fragens mal die Kollegen aus England, solange sie noch Kollegen sind, EU-technisch (ja, ich bin da leider etwas pessimistisch, wenn man Menschen erst Populismus aussetzt und sie dann wählen lässt).

Und bevor ich zum Outfit komme, nochmal ein Hinweis auf den vorherigen Beitrag, der liegt mir nämlich sehr am Herzen: Wenn jemand ein paar Euro übrig hat, und ein paar gute Karmapunkte sammeln will: Helft doch bitte Ulrike und Tamilija! Danke!

Outfit:

Schuhe fĂĽr ihre fĂĽnf Jahre schon recht niedergetreten und verlatscht, leider, aus beginnenden Global 2000 Zeiten (2011). Ist so ein typisches „eigentlich hab ich euch fast nie an, weil einfach irgendwie was nicht so ganz passt mit euch, aber so ganz hergeben kann ich euch auch nicht“-Paar.

Hose: Manomama. Gehört gewaschen, dann ist sie wieder enger.

Fleecejacke: Jaaa, ich weiß. Die Umweltkatastrophe in meinem Kleiderschrank. Aber lieber bei mir und regelmäßig gelüftet statt gewaschen statt ganz im Müll.

Shirt: Uraltes Textilschwedenreminiszenzteil. Respekt. Hält immer noch, wenn auch schon sehr ausgeleiert.

Jacke: Getauscht. Da. Sooo leiwand gewesen. Die Jacke ist Größe 38. Und geht zu, inklusive weiterhin Luft bekommen. Mein persönlicher Sieg über mich selbst.

Schal: Ach Mel. Ach Mel. Ach Meeeeeeelllllllll!!!!

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Hilfe fĂĽr Tamilija

Irgendwie scheinen der Georg und ich uns heute zu versäumen, was sehr schade ist, weil ich meine ursupere getauschte Lederjacke anhab. Aber wurscht. Heute gehts mir um was viel Wichtigeres. Ich habe eine Freundin, die Ulrike. Und die Ulrike, die ist einfach nur ein Wahnsinn. Die ist keine, die nur redet, die macht. Egal, worums geht, ob einen Designmarkt organisieren, coole alte Möbel gĂĽnstig verkaufen, einen super Second Hand Markt aufstellen, oder einfach so, ratzfatz, mitten während des Höhepunkts der FlĂĽchtlingskrise eine FlĂĽchtlingsfrau aufnehmen. Diese Frau ist Tamilija…. Ich hab leider vergessen, wo genau sie her kommt, ich glaube, aus Usbekistan. Dort bekommen im Scheidungsfall die Männer die Kinder. Und ihr Exmann ist mit den Kindern nach Ă–sterreich. Sie ist in einer abenteuerlichen Flucht ebenfalls her, um um ihre Kinder zu kämpfen.

Nun hat Tamilija leider einen negativen Asylbescheid bekommen, und das in einer Zeit, in der der eigentliche Prozess, der der Grund ihrer Flucht war, erst angestoßen wurde. Tamilija ist eine tolle Frau und Ulrike kämpft wie eine Löwin, um ihr zu helfen. Doch auch Löwinnen stoßen manchmal an Grenzen, in diesem Fall ist es eine finanzielle Grenze. Ich habe daher beschlosen, die Mail, die Ulrike mir gestern sandte, auch mal hier zu posten, vielleicht hat ja jemand von euch ein bisschen für sie übrig? Jeder Euro hilft! DANKE!

Vielleicht hast Du es schon gelesen: Tamilija hat einen negativen Asylbescheid bekommen. Der Hauptgrund ist, dass sie selbst keinen Fluchtgrund hatte (sie ist ja auch nur nach Österreich gekommen, weil ihr Ex-Mann die gemeinsamen Kinder auf seine Flucht hierher mitgenommen hat) und zum Zeitpunkt des Interviews bei der Asylbehörde (noch) keinen dauerhaften Kontakt zu ihren Kindern hatte.

Doch dann kam die völlig unerwartete Wende: die väterliche Großmutter ermöglicht den Kontakt zu den Kindern. Seither sind mehr als fünf Wochen vergangen. Ihren Sohn (er wohnt bei der Oma) sieht Tamiljia nun fast täglich. Die Tochter (sie wohnt beim Vater und ihrer Stieffamilie) zumindest an den Wochenenden und in den Osterferien.

Nun ist ihr Fall wirklich sehr speziell und sie braucht neben der Rechtsberatung der Diakonie auch eine private Anwältin fĂĽr Familienrecht. Die private Anwältin ist leider nicht. FĂĽr die Beeinspruchung und eine mögliche Gerichtsverhandlung braucht Tamilija insgesamt 1.700 Euro. Das schafft sie nicht alleine. Wenn wir aber alle zusammen helfen dann schaffen wir das ganz bestimmt. (Die ersten € 850,– sind nächste Woche fällig – der Rest dann zur Verhandlung, je nachdem wie schnell die Behörden den Einspruch bearbeiten.)

Ich bin sicher: wir schaffen das. Weil es doch nicht sein darf, dass zwei Teenager-Kinder nach wenigen Wochen glĂĽcklicher Zeit mit ihrer Mutter, sie gleich wieder verlieren sollen. Es gibt ein Spendenkonto: AT18 6000 0103 2020 9582 (ltd. auf Ulrike Plichta) Kennwort: Rechtshilfe fĂĽr Tamilija

Jeder noch so kleine Beitrag hilft, dass Tamilija eine Anwältin in Anspruch nehmen kann, und ihr Einspruch so stichhaltig wie möglich formuliert wird. Wir wollen nichts unversucht lassen. Denn wenn Tamilija’s Einspruch abgewiesen wird, gibt’s keine 2. Chance mehr. Parallel dazu bemĂĽhen wir uns um Mediation mit dem Vater und einer Intervention des Familiengerichts bei der Asylbehörde, in der Hoffnung, dass der Richter nicht nur Paragraphen im Kopf sondern auch ein Herz in der Brust hat. Ich danke Dir von Herzen wenn Du Tamilija unterstĂĽtzen möchtest!

Textilschwedische Missverständnisse?

Ab heute hängt die neue Conscious Collection in den Läden des Textilschweden. Im Schaufenster der Presse gibts eine Geschichte dazu, wo – oh Wunder! – ich sie sogar lobe, da sie in Sachen Detox recht gut unterwegs sind. Das sind sie wirklich, daran gibts nix zu rĂĽtteln, im Gegenteil, das freut mich sogar sehr! Dennoch ändert es nichts an der Tatsache, dass ich all diesen Riesentextilkonzernen sehr kritisch gegenĂĽberstehe und mir ganz genau anschaue, was die so machen (und es fĂĽr mich irgendwie schon liebgewonnene Tradition geworden ist, mir zuerst mal anzuschauen, was wohl der Textilschwede macht): Dieser Beitrag wird jetzt keine Werbung. Es nervt mich nämlich. Ich bin in dieser Geschichte zwar nur passive Teilnehmerin, trotzdem ist sie erzählenswert.

Teil eins der Geschichte: Eine andere Modebloggerin wird angefragt, nach Paris zu fliegen, um sich die Präsentation der neuen Kollektion anzuschauen. Sie antwortet rotzfrech (<3), dass sie dafür sicher nicht nach Paris fliegen wird, und sie sich die Kollektion, gern auch nur auf Fotos, in Wien anschauen würde. Und übrigens würde sie zu dem Termin die Nunu mitnehmen.

Dann passierte was Lustiges: Weiterlesen

So schaut anders aus #10 & Bild vs. H&M

Spannend, nicht restfett und theoretisch auch meine acht Stunden gschlafen, aber ich schau müder aus als gestern. Dafür gibts heut ein SecondHand-Outfit von oben bis unten, mit Ausnahme der Leggings, die sind mit Biobaumwolle und sind von Tchibo (ich hab lang welche in Bio gesucht, dann fand ich die vor über zwei Jahren, und kurz später sah ich, dass es bei anzüglich eigentlich sehr pipifein gschnittene Leggings in komplett bio und fair gibt. Hmpf. Next time.).

Ăśbrigens: Eigentlich wollt ich dieses Projekt zwei Monate lang durchziehen, aber mir gehen langsam die Inhalte aus, ich mag nämlich auch immer verlinken auf interessante Facts von und mit Greenpeace. Aber momentan gibt es nur eines: Das hier, unsere Petition gegen Lebensmittelverschwendung. Wer noch nicht hat, bitte bitte wirklich unterschreiben, es wird jetzt wirklich mal Zeit, dass wir der Regierung da ein bissl Gas geben – und je größer die Zahl der Unterzeichnenden, desto größer unser Argument.

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Schuhe: Weiterlesen

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Die gsunde Realitätswatschen

Gestern beim Spar stolperte ich an der Kasse ĂĽber eine Ăśberschrift auf dem Titelbild der „Ganzen Woche“ (so ganz nebenbei die reichweitenstärkste Wochenzeitung in Ă–sterreich): „GĂĽnstige Mode, teures Aussehen: Tipps, wie Kleidung exklusiver wirkt“. Ich kaufte mir die Zeitschrift und war zuerst schockiert, aber nur kurz.

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In dem Beitrag geht es darum, worauf man beim Kauf von günstiger Kleidung achten soll, damit sie teuer aussieht. Da gehört der Verzicht auf Polyester dazu, das Überprüfen der Nähte usw. Ja, in meinen Augen liest sich das absurd, wenn man überlegt, Weiterlesen