„Kinderarbeit ist immer dabei“

Ich bin vor kurzem an die Decke gegangen (das mach ich öfters. Meine Kollegen machen sich inzwischen da einen Spaß draus und nennen es „mir die Palme reichen“ – damit ich verlässlich raufklettere).

Ich darf keine Namen nennen. Leider. Aber. Folgende Aussage ist wirklich passiert.

Guter Textilhersteller geht zu konventionellem Textilhändler, um ein Produkt anzubieten. Textilhändler hat auch eigene Textilproduktion. Konventionell halt. Textilhändler ist jetzt kein Supermegariese, aber sie sind auch keine ganz Unbekannten.

Guter Textilhersteller sagt: Meine Produkte sind garantiert kinderarbeitsfrei. Die Antwort des Textilhändlers? Das könne man nicht garantieren, Kinderarbeit ist IMMER dabei.

Was soviel heißt, wie: dieser Händler ist sich komplett darüber bewusst, dass es auch in seiner eigenen Produktion zu Kinderarbeit kommt. Er glaubt, so abgeklärt zu sein, dass er anderen nicht mal glaubt, dass sie es ohne Kinderarbeit schaffen. Nachrichtenschaltung: JA! Es geht! MAN MUSS ES NUR WOLLEN! Und sich entsprechend darum kümmern. Diesem Händler scheint das aber scheißegal zu sein. Er nimmts halt in Kauf. Ich pack diesen Zynismus manchmal nicht.

Orientierung im Gütesiegelurwald

Greenpeace Deutschland hat den Gütesiegel-Ratgeber aktualisiert. Hier entlang bitte.

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Viel hat sich nicht geändert in unseren Bewertungen. Dennoch: Gutes Teil. Ist immer wieder mein Schummelzettel bei den Chemikalien 🙂

So schaut anders aus Sonderedition #Getauscht 1

Sonntag hatte ich ein Fotoshooting in meinem Hinterhof. Die Fotografin: Teresa Nowotny. Eine tolle, lustige, unglaublich talentierte Frau (die man übrigens auch buchen kann und unbedingt sollte!). Die Location: Mein Hinterhof. Die Outfits: Ausnahmslos alles Getauschtes. Wollte selbst wissen, ob ich da ein paar gute Kombis zammbring. Und die Fotos sind so unglaublich toll geworden, dass ich sie seit gestern selbst anstarre und mir denk: Das bin ich?!

Es gibt ab jetzt in unregelmäßigen Abständen eine Sonderedition von „So schaut anders aus“. Hier mal eine Mini-Vorschau: Mein Lieblingshipsterbild. Man steht ja regelmäßig so am Dach vorm eigenen Badezimmer herum, nüm?

Kleid kürzlich getauscht mit meiner lieben Ruth und noch dazu von der Frau Fröhlich, fair produziert in Wien.

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Getaggt mit

Faire Modeläden in ganz Österreich gesucht!

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Soooodale, jetzt wirds ernst. Viel zu spät, aber endlich komm ich dazu, den Fashion Guide zu aktualisieren. Während ein Kollege gerade Adressänderungen einträgt, such ich nach den Läden, die in den letzten zwei Jahren neu aufgemacht haben. Dafür brauch ich aber eure österreichweite Hilfe: Was hat sich in eurer Stadt, in eurem Bundesland getan? Je mehr Info, desto besser, bittetbittebitte, ich brauch euch da, ihr wunderbaren, besten LeserInnen der Welt!

Ich suche nach neuen Modeläden in den Kategorien

  • Bio & Fair (nur bio gilt nicht, weil ich dann auch Textilschwede und Co. auf die Liste nehmen müsste)
  • Second Hand
  • Vintage
  • Upcycling Design
  • Tauschbörsen

Jeder Kommentar hilft, was hat sich getan bei euch?

DANKE!

Bist du Teppich…

Angenehmes langes Wochenende gehabt? Meins war sehr ok, daher auch massiv blogfaul gewesen. Hatte unter anderem ein spannendes Gespräch mit meinem Bruder, der sich um einen Flüchtling kümmert und ihm und seiner Familie beim Ankommen in Österreich hilft. Bruderherz war letztens in dem Flüchtlingsheim, in dem der Mann lebt, und unterhielt sich mit der dortigen Leiterin.

Als die Frage aufkam, was gebraucht wird (weil Frauenminiröcke werdens wohl kaum sein), kam etwas Überraschendes: Teppiche!

Der Grund: Diese Menschen kommen so gut wie alle aus Kulturen, in denen ein Haus erst dann ein Heim ist, in das man auch andere Leute einladen kann, wenn Teppiche liegen.

Sehr spannender Input, wie ich finde! Also falls jemand von euch mal Wohnung herrichtet oder Omas Wohnung ausräumt oder wasweißichmacht, wo ihm/ihr Teppiche übrig bleiben, die ansonsten auf dem Mist landen würden: Kontaktiert eine lokale Flüchtlingsbetreuung und fragt, ob sie nicht vielleicht Teppiche brauchen können!

Ich hab leider kein Teppichbebildungsbild, aber dafür eins vom Wochenende: Die Teresa und ich haben ein Spezialshooting mit mir gemacht, ich bin schon sehr gespannt auf die fertigen Fotos! 

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Verlosung: Gewinne exklusiven Vorab-Eintritt bei Second Hand Rose!

Freuen, jetzt! Erstens: Morgen ist wieder Second Hand Rose. Das ist der genialste Second Hand Flohmarkt in Wien, ungelogen. Ich hab meine unglaublich tolle und den ganzen Winter über getragene Lederjacke von dort.

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Das ganze findet statt im Büro von Ulrike, von uns liebevoll Blechturm genannt, weil es sich in der Blechturmgasse im vierten Bezirk befindet. Die letzten Male, als ich dort war, standen bereits vor Öffnung die Frauen davor Schlange – es entwickelt sich also gerade vom Geheimtipp zum Pflichttermin für ökobewusste Fashionistas. Diesmal gibt es sogar Sachen meiner lieben grauen Kirsche dort zu erwerben. Der einzige Haken von Second Hand Rose: Die Kundinnen stapeln sich da meistens, es ist immer proppenvoll.

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Und ich hab ein besonderes Zuckerl für euch: Eigentlich sperrt Ulrike immer erst um 16h auf. Die ersten fünf unter euch, die mir heute noch (also bis Mitternacht) ein Selfie im Second Hand Outfit schicken (an ichkaufnixx ät gmail.com, Achtung, ZWEI X!), dürfen exklusiv vorab und in Ruhe mit einer Freundin bereits ab 14h dort rein. Es warten über 1000 tolle Second Hand Stücke auf euch!

Also los, ran an die Handys! 🙂 Ich freu mich auf eure Bilder!

 

So schaut anders aus #19: LOK Couture.

Uiuiuiui, gestern wurde ein bissl sehr spontan ein bissl sehr viel gefeiert. Der Kapitän hatte nämlich wirklich Grund dazu. Ich freu mich immer noch….

Dafür schau ich heut …. so … aus. Bin zwar definitiv arbeitsfit, aber spontante Luftsprünge wirds heut keine von mir geben.

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Das heutige „so schaut anders aus“ ist übrigens eine super Gelegenheit, einen tollen Second Hand Laden in Wien vorzustellen: LOK Couture. Der Laden ist nämlich ein Sozialprojekt – er hilft Menschen mit psychischen Erkrankungen oder intellektuellen Behinderungen zurück in ein strukturiertes Leben. Kommt man dort rein, wird man unglaublich bemüht bedient, es schlägt dir eine Freundlichkeit entgegen, die ich aus so manchem „normalen“ Laden gar nicht mehr kenne (und schon gar nicht mehr aus Ketten-Filialen wie Primark und Co.). Es wird munter mit-ausgesucht, weitere Sachen präsentiert usw.

So bin ich auch zu diesem Kleid gekommen. Ich wollte mir den Laden eigentlich nur mal anschauen, weil er nicht gar so weit von mir entfernt liegt und ich am Heimweg etwas Zeit hatte. Nach kurzem Umschauen kam ein Mann auf mich zu und sagte mit leuchtenden Augen: Weiterlesen

Getaggt mit

Was ich vom Textilschweden eigentlich will

Die wunderbare Madeleine hat nun auch ihren Beitrag über unseren Termin bei H&M gemacht. Sehr ausführlich, sehr ehrlich, und sehr direkt. Ich hab mit jeder Zeile breiter gegrinst. Sie bringts wunderbar auf den Punkt und fasst in einem Artikel zusammen, was ich in den letzten Wochen so alles angesammelt habe, von „recycletem Polyester“ über die wirklich schlechte Conscious Collection bis hin zum Marketingschmäh Recycling Week. Super schön gemachter, toll ausrecherchierter Artikel, große Leseempfehlung!

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In meinem eigenen Beitrag zu dem Termin wurde ich gefragt, was eigentlich mein Ziel mit den Schweden ist. Das ist eine sehr gute Frage. Einerseits ist mein Ziel Informationsaustausch und wirkliches Hintergrundwissen, um nicht polemisch einfach nur auszuhauen, sondern mir wirklich anzuschauen, was die Schweden wirklich machen, wovon sie nur groß reden, und welche Ziele dahinter stecken. Und auf der anderen Seite ist mein Ziel Aufklärung. Ich möchte, dass viele, viele, viele Menschen davon lesen, was in der Fast Fashion Branche falsch rennt. Und irgendwann, davon träum ich, werden die Schweden auf öffentlichen Druck hin auch ihre Verkaufspolitik ändern und die KonsumentInnen, denen Nachhaltigkeit zwar wurscht ist, die aber trotzdem auf dem gleichen Planeten wohnen wie wir alle, einfache nicht mehr mit 10-Euro-Jeans versorgen. Aber ich träum auch von einer Weltreise mit Fahrrad im Gepäck. Man muss sich halt große Ziele stecken… 🙂

Ich freu mich gerade sehr, hoffe, dass ganz viele ihrer Leserinnen unsere Kritik verstehen und danke Maddie für die Fotos (copyright liegt natürlich bei ihr). Lustig, ich pass zum Hintergrund, eine der neuen Kollektionen, meiner Zeit voraus, oléolé!

Und über diesen Blick hab ich gerade Tränen gelacht. So schau ich also drein, wenn ich mit Textilschwedinnen rede…

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So schaut anders aus #18 & Von Plastiksackerln und Interviewhoppalas

Seit gestern kann ich ein Hakerl über eine der großen Kampagnen, an der ich mitgearbeitet habe, machen: Es ist endlich, endlich, endlich die freiwillige Selbstverpflichtung zur Plastiksackerlbepreisung veröffentlicht worden. Hat zwar viel zu lange gedauert, aber immerhin. Gestern war Pressekonferenz dazu, und ich am Abend in W24 im Live-Interview. Und was mach ich Trottel? Ich zähle brav die eher nicht ganz so wichtigen Teile der Vereinbarung auf und vergess fast auf die Bepreisung….. Hab aber grad noch die Kurve gekratzt. 😀 Link gibts unten im Artikel, erst noch mein heutiges So schaut anders aus.

Hierzu ein kurzes Gespräch zwischen Fotograf Georg und mir:

n: „Wieso lass ich mich eigentlich von hinten fotografieren, wenn ich mich nicht mag?“

g: „Ich lass mich nur von hinten fotografieren, wenn ich mich nicht mag.“

n: „Naja, ich find halt, mein Gesicht hat mehr Ausstrahlung als mein A…“

g: „Das ist meistens so, liebe Nunu.“

Aber warum von hinten? Weil der Pulli hinten so leiwand ist! Der war mein „Abschiedsgeschenk“ ausm Strickwerk, weil ich Sonja immer wieder mal mit Texten und Beiträgen geholfen hatte. Habe ihn seit letztem Winter, heute zum ersten Mal an, weil Leinen.

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Schuhe: Martens. Bequemstes Schuhwerk überhaupt, gleich nach den Sneakers.

Jeans: Uralt, glockig. Yay. Weiterlesen

Getaggt mit

So schaut anders aus #17 & TTIP. Gefahr. Echt jetzt.

Ich habe mich dazu bisher hier am Blog noch nicht geäußert – muss ja nicht meinen Senf zu allem absondern, denk ich mir immer, nüm? Aber, aaaaaaber: Leute, TTIP ist echt keine gute Idee. Unsere tollen KollegInnen aus den Niederlanden haben Papers von TTIP veröffentlicht, in denen es ganz und gar nicht rosig für unsere Umweltstandards ausschaut. Warum das auch „textil“ interessant ist? Weil beispielsweise die ganze Detox-Kampagne in Europa ganz stark auf REACH aufbaut, dem (strengen und guten) Chemikalienmanagement der EU. Das wäre massiv in Gefahr. Da versuchen wir seit Jahren, keine Giftstoffe mehr in unserer Kleidung zu haben, erreichen tolle Erfolge, und ein so ein Vertrag könnt das alles wieder vom Tisch wischen. Holzauge, sei wachsam.

Heu gibts wieder ein So schaut anders aus. Abgesehen davon, dass ich ein bissl zu warm angezogen bin (das Wetter nervt mich massiv, es ist echt nur noch entweder schwitzen oder frieren), und irgendwie dasteh, dass meine Haxen dreimal so breit ausschauen wie normal, zumindest hoff ich das, mag ich mein Outfit heute. Weil es der lebende Beweis ist, wie schön es sein kann, mit Freundinnen zu tauschen.

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Schuhe: Weiterlesen

Getaggt mit